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Hannover Gilde-Pläne stoßen auf Zustimmung
Nachrichten Hannover Gilde-Pläne stoßen auf Zustimmung
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14:31 20.06.2015
Bei den Verhandlungen spielt jetzt die Stadt eine entscheidende Rolle. Quelle: Reinhardt
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Hannover

Verhandelt werden muss noch über den bis 2020 laufenden Standortsicherungsvertrag, den die Stadt mit dem bisherigen Eigentümer Anheuser-Busch Inbev geschlossen hat und den die potenziellen Käufer nicht übernehmen wollen. Der Vertrag beinhaltet unter anderem Arbeitsplatzgarantien für die Gilde-Angestellten und Ausgaben für das Standortmarketing.

Der Käufer, die TCB in Frankfurt (Oder), zu der auch das Frankfurter Brauhaus und die Feldschlösschen AG in Dresden gehören, hat einen Schwerpunkt im Braugeschäft mit sogenannten Handelsmarken für Supermarktketten. Sie will die Gilde zusammen mit Holger Bock kaufen. Der kennt den Markt in Hannover, weil er bis April einer von zwei Geschäftsführern beim Gilde-Mitbewerber Herrenhäuser war. Er hatte angekündigt, bei einer Übernahme von Anfang 2016 an den Jahresausstoß der unausgelasteten Braustätte langfristig von derzeit 300 000 auf eine Million Hektoliter hochzutreiben. Dabei solle auch die Marke Gilde mit den Sorten Pilsener, Ratskeller und Lindener Spezial gestärkt und ihr Verbreitungsgebiet ausgeweitet werden. Dies würde weitere Arbeitsplätze bringen. In der Branche gibt es angesichts dieser Ankündigung allerdings vereinzelt auch Skepsis. Der neue Eigentümer habe kein Interesse, die heimischen Marken zu stärken, sondern wolle wahrscheinlich nur die Braukapazitäten nutzen, mutmaßten Insider. Bock aber weist das zurück.

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Auch die derzeit 86 Mitarbeiter, die in einer Betriebsversammlung informiert worden sind, sehen den Verkauf „grundsätzlich positiv“, wie der Betriebsratsvorsitzende Julian Weinz sagt: „Mehr Volumen bedeutet mehr Beschäftigung.“ Über Löhne und Gehälter sei noch nicht geredet worden, aber man erwarte, dass sich die neuen Besitzer an den Flächentarifvertrag halten.

Die Politik ist von dem Vorgang überrascht worden. „Das scheint mir in die richtige Richtung zu gehen, weil es der Belegschaft hilft“, sagt Ewald Nagel (SPD). Ähnlich äußert sich Elisabeth Clausen-Muradian (Grüne), fordert aber eine weitere Gültigkeit des Standortsicherungsvertrages. Jens-Michael Emmelmann (CDU) sagte, er sei gespannt, wie sich der neue Eigentümer positioniere.

„Wir freuen uns über das Interesse und sehen dadurch großes Entwicklungspotenzial für die Gilde-Brauerei“, sagt Hannovers Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette. Sie muss über den Standortsicherungsvertrag verhandeln und nannte den Wunsch der Kaufinteressenten, diesen aufzulösen, verständlich: „Bei positiven wirtschaftlichen Perspektiven für die Brauerei kann dies im Sinne der Stadt und der Beschäftigten sein.“

AB Inbev teilte mit, die Verhandlungen mit den Interessenten seien weitgehend abgeschlossen. Jetzt sei die Frage, wie schnell diese sich mit der Stadt über den Standortsicherungsvertrag einig werden. Nach Informationen der HAZ sind Arbeitsplatzgarantien kein Problem. Ein solches könnte sich an einem anderen Punkt ergeben. Bisher hat AB Inbev jährlich 400 000 Euro in Kultur- und Sportförderung gesteckt, zum Empfängerkreis gehörten etwa die Eishockeyspieler der Hannover Indians. Das wollen TCB und Bock offenbar ändern und das Geld lieber in die jahrelang vernachlässigte Markenwerbung investieren.

Pikant an der Situation ist die Vergangenheit Bocks bei Herrenhäuser. Wenn die Gilde sich in einem insgesamt schrumpfenden Markt wieder stärker der lokalen Gastronomie und dem Handel zuwendet, läuft das auf einen Konkurrenzkampf hinaus. „Das ist nichts Neues für uns, schließlich war die Gilde immer existent“, sagt Herrenhäuser-Geschäftsführer Christian Schulz-Hausbrandt. Letztlich entschieden die Kunden.

Von Bernd Haase
und Carola Böse-Fischer

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