Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Gleisbrücke über die Königstraße: So ist der Stand bei den Bauarbeiten
Nachrichten Hannover Gleisbrücke über die Königstraße: So ist der Stand bei den Bauarbeiten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:21 11.04.2019
An seinem Platz: 900 Tonnen schwer ist das erste Teil der neuen Gleisbrücke über die Königstraße. Am Wochenende wurde es auf Stahlträgern an seinen Bestimmungsort geschoben. Quelle: Tim Schaarschmidt
Hannover

Das lief wie geschmiert. Auf mit Teflon beschichteten und zusätzlich eingefetteten Stahlträgern haben Bauarbeiter am Wochenende das erste von zwei tonnenschweren Teilen der neuen Gleisbrücke über die Königstraße an ihren Bestimmungsort gebracht. Die Bahn ist damit bei der Restaurierung der fast 140 Jahre alten Brücke voll im Zeitplan, wie Projektleiter Matthias Michaelis am Montag sagt. „Am 15. April um 4 Uhr morgens schalten wir alles auf Grün – dann fahren da die ersten Züge drauf.“

Ab Montag fahren Züge auf der neuen Brücke über die Königstraße

Am kommenden Montag werden gleichzeitig die aktuellen Einschränkungen am Hauptbahnhof aufgehoben. Bis dahin schichten die Bauarbeiter Erdreich und Schotter auf die Brücke, die Gleise werden verlegt. Auf der Seite des Thielenplatzes wird die Behelfsbrücke aus den vergangenen Monaten wieder aufgebaut, sodass auch die S-Bahnen dann vom Hauptbahnhof wie gewohnt Richtung Osten fahren können – bis im Juli dann Behelfsbrücke erneut abmontiert und die zweite Hälfte der Brücke an der Seite des Thielenplatzes installiert wird.

Seit Wochen hatten Bauarbeiter das 900 Tonnen schwere erste Brückenteil aus Stahlbeton auf einem Montagegerüst am Thielenplatz gegossen und dann, als es ausgehärtet war, von Sonnabendmorgen an Zentimeter für Zentimeter an seinen Bestimmungsort geschoben. Geschätzt keine hundert Meter wurde das Brückenteil bewegt, gedauert hat die Prozedur – mit längeren Unterbrechungen – von 10 Uhr am Sonnabend bis Sonntagabend um 18.30 Uhr. Jetzt steht es.

Nur 3 Prozent Reibung auf Teflonschienen

Am Montagmorgen dann der letzt Schritt: Das Montagegerüst aus Stahl, immerhin noch einmal gute 75 Tonnen schwer, wurde von der Königstraße zurück zum Thielenplatz geschoben – ein Kinderspiel im Vergleich zur Aufgabe vom Wochenende, wie der leitende Bauüberwacher Andrej Lokschien sagt. Zwei Baumaschinen zogen das Stahlgerüst unter der Brück weg zurück zum Thielenplatz. „Wir hätten es auch mit einem Pkw machen können“, sagt Lokschien. „Das rollt fast von allein“. Gerade einmal 3 Prozent Reibung bleiben auf den gut geschmierten Teflonschienen noch.

Für das Brückenteil selbst hätte die Zugkraft eines Pkw nicht gereicht: Zwei mächtige Hydraulikpumpen und zwei Hydraulikzylinder mit je 75 Tonnen Zugkraft waren im Einsatz, um die Brücke aus Stahlbeton einen Zentimeter pro Sekunde zu bewegen.

Die nächsten 100 Jahre Ruhe

Und das ganze geht, wie gesagt, jetzt noch einmal von vorne los: „Im Juli machen wir das gleiche noch einmal“, erklärt Bauleiter Michaelis. Etwas schmaler ist das zweite Brückenteil, der Weg vom Thielenplatz an seinen Bestimmungsort ist kürzer, aber auch das wird wieder eine Kraftanstrengung. Ziemlich viel Aufwand, für eine Brücke, könnte man meinen. Bauleiter Michaelis sieht das so: „Die neue Brücke wird die nächsten hundert Jahre ihren Dienst tun.“

Von Karl Doeleke

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Innerhalb der CDU-Fraktion im Stadtbezirksrat Misburg-Anderten gibt es einen Personalwechsel. Malte Lückert scheidet aus dem Gremium aus; Thomas Riechel-Rabe wird für ihn im Juni nachrücken.

08.04.2019

Tobias H. wird wegen besonders schwerer Vergewaltigung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gesprochen. Den Vorwurf des versuchten Mordes lässt die Kammer fallen. Der Staatsanwalt hatte lebenslange Haft gefordert.

11.04.2019

Das Zementwerk Holcim will den Ersatzbrennstoff Renotherm verfeuern. In ihm sind bis zu 80 Stoffe enthalten, darunter auch gesundheitsschädliche. Das sehen einige Anwohner und Politiker mit Sorge.

08.04.2019