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Hannover Anzeiger-Hochhaus: So geht die Sanierung der Kuppel voran
Nachrichten Hannover Anzeiger-Hochhaus: So geht die Sanierung der Kuppel voran
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08:00 31.05.2019
Erstmals mit Dämmung: Die 17 Meter hohe und 20 Meter breite Kuppel des Anzeiger-Hochhauses wird für das neue Kupfer vorbereitet. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Schicht für Schicht sprühen die Arbeiter ein Mineralfasergemisch auf den runden Beton über dem Anzeiger-Hochhaus. Hannovers höchste Kuppel wird warm eingepackt, die aktuell laufende Sanierung beschert ihr zum ersten Mal seit 90 Jahren eine Wärmedämmung. Ab Mitte Juni soll die neue Kupferschicht aufgesetzt werden. Wenn alles nach Plan läuft, können die Gerüste zum Jahresende entfernt werden, die das heimliche Wahrzeichen der Stadt seit gut einem Jahr weithin sichtbar überspannen.

Anzeiger-Hochhaus: Arbeiten auf 51 Metern über dem Straßenboden

Es ist ein ambitioniertes Sanierungsprojekt, das sich 51 Meter oberhalb des Straßenbodens vollzieht. 2016 waren bei Routinekontrollen der Kuppel Schäden an der Kupferbefestigung festgestellt worden. Danach wurde auch die Tragkonstruktion im Inneren des Runddachs untersucht. Weil sich auch dort Schwächen zeigten, entschied sich die Madsack Mediengruppe 2017, die gesamte Kuppel zu erneuern: Sie soll wieder so stabil werden, dass sie weitere 90 Jahre hält. Das höchste Kino Deutschlands ist deshalb übergangsweise als Lounge-Kino in die alte Schalterhalle gezogen, die Räume unter der Kuppel wurden komplett entkernt. Und seit einem Jahr läuft nun auch von außen sichtbar die Sanierung.

Vorsichtig wurde die filigrane Betonschale der Kuppel stabilisiert, sie durfte nicht zu schwer werden, um die Statik des Gebäudes nicht zu gefährden. Das neue Kupfer, in einer finnischen Klimawerkstatt vorpatiniert, liegt bereits beim Dachdeckerbetrieb in der Region. Bevor es nun aber auf die Holzspanten aufgesetzt wird, haben die Arbeiter sechs Zentimeter eines zementversetzten Mineralfaser-Spritzputzes aufgebracht. Das Material dient als Brandschutz und Wärmedämmung, und es schmiegt sich spaltenfrei an die Wölbung der Kuppel. „Damit bekommt das Dach des Anzeiger-Hochhauses zum ersten Mal eine Dämmung“, sagt Madsack-Architekt Jörg Kairies. „Natürlich ist jeder Zentimeter mit dem Denkmalschutz abgestimmt, damit die Proportion der Kuppel sich nicht zu sehr verändert.“

Anzeiger-Hochhaus war das erste Hochhaus Hannovers

Zeitungsverleger August Madsack hatte das Anzeiger-Hochhaus von 1927 bis 1928 nach Plänen des Hamburger Architekten Fritz Höger im Stil des Backstein-Expressionismus bauen lassen. Es war das erste Hochhaus Hannovers.

Das große Multimedia-Dossier zum Anzeiger-Hochhaus

Es ist ein Wahrzeichen der Stadt: Sehen Sie historische Videos, Bilder und mehr hier im Multimedia-Dossier.

Unter der weithin sichtbaren Kuppel war anfangs ein Planetarium eingerichtet, weil Madsack zur Volksbildung beitragen wollte. Schon bald aber ließ er den Raum zu einem allgemeinen Veranstaltungsraum umbauen, in den vergangenen Jahrzehnten war dort das Hochhaus-Kino beheimatet. Wenn der Umbau auch im Inneren der Kuppel abgeschlossen ist, soll der Raum über den Dächern der Innenstadt wieder für Kino- und Veranstaltungsbetrieb genutzt werden können.

Lesen Sie auch diese Texte zur Sanierung:

Oktober 2016: Die Kuppel des Anzeiger-Hochhauses wird restauriert

Januar 2018: Darum wird die Kuppel des Anzeiger-Hochhauses verhüllt

März 2018: Die Anzeiger-Kuppel bekommt ein Gerüstdach

Mai 2018: Das Kupfer muss runter

Ein Wahrzeichen der Stadt Hannover: Mehr zum Anzeiger-Hochhaus

Das große Multimedia-Dossier zum Anzeiger-Hochhaus

Historische Foto

Sanierungsarbeiten: Darum wurde die Kuppel des Anzeiger-Hochhauses verhüllt

Der Gerüst-Aufbau über dem Anzeiger-Hochhaus als Zeitraffer

Anzeiger-Hochhaus: Der Umbau in einer Chronik

125 Jahr Madsack: 50.000 feiern das große Open-Air-Festival – und das Anzeiger-Hochhaus wird zur Bühne

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