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Hannover Das traditionsreiche Lokal Landhaus-Terrassen verfällt
Nachrichten Hannover Das traditionsreiche Lokal Landhaus-Terrassen verfällt
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00:15 24.04.2019
Das traditionsreiche Ausflugslokal Landhaus-Terrassen verfällt zusehends. Quelle: Hans-Peter Wiechers
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Groß-Buchholz

Waldlage, großer Garten, historische Fassade – was will man mehr? Dennoch stehen die traditionsreichen Landhaus-Terrassen mitten in der Eilenriede gegenüber dem Restaurant Steuerndieb seit acht Jahren leer und verfallen. Und es ist zu befürchten, dass sich dies vorerst nicht ändern wird. Baurechtlich sei die Lage schwierig, erklärte Stadtplaner Klaus-Jürgen Holland den Mitgliedern des Bezirksrats Buchholz-Kleefeld in der jüngsten Sitzung des Gremiums. Eine Umnutzung als Wohnanlage ist zwar ebenso erlaubt wie ein Neubau, aber nur die Hälfte des 3000 Quadratmeter großen Grundstücks darf bebaut werden. Der Rest muss als Grünfläche erhalten bleiben. Auch die zulässige Geschosshöhe ist stark begrenzt.

Der Niedergang der Gaststätte begann nach der Jahrtausendwende

Hinzu kommt ein Sanierungsstau, wie Bauexperten sagen. Das Gebäude an der Gehägestraße, dessen Fassade noch blassgelb lockt, scheint zunehmend die Abbruchreife zu erreichen. Im Jahr 1906 erbaut, beherbergte es über viele Jahrzehnte ein beliebtes Ausflugslokal, an dem bis 1955 einmal im Jahr beim Eilenriederennen die Motorräder vorbei röhrten. Der Niedergang der Gaststätte begann dann nach der Jahrtausendwende. Mehrere Restaurantbesitzer versuchten ihr Glück, unter anderem unter dem Namen Stil Restauration mit Biergarten, internationaler Küche und kleinem Hotelbetrieb. 2006 kehrte eine Betreiberin dann zum alten Namen Landhaus-Terrassen zurück. Aber auch sie gab nach fünf Jahren auf. Ein neuer Eigentümer, ein Bauunternehmer aus der Wedemark, äußerte sich im Jahr 2012 noch zuversichtlich, in Kürze eine Wohnanlage zu errichten. Doch das Projekt scheiterte. „Alles, was bislang geplant wurde, passte nicht in den Bebauungsplan“, berichtete Stadtplaner Holland dem Bezirksrat. Ein Sonderrecht werde man nicht schaffen. Aktuell versucht ein neuer Eigentümer dem Vernehmen nach, die „historische Villa“ für 1,4 Millionen Euro zu verkaufen.

Von Gabi Stief