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Hannover Planer prüfen breiteren Westschnellweg
Nachrichten Hannover Planer prüfen breiteren Westschnellweg
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00:15 23.06.2019
Die Schwanenburgbrücke hat ihre Lebensdauer erreicht und wird abgerissen. Quelle: Insa Catherine Hagemann
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Hannover

Noch in diesem Sommer werden die Voruntersuchungen für den geplanten Abriss der Schwanenburgbrücke beginnen, die den Westschnellweg über die Leine führt. Frühestens 2022 soll die Bauphase starten. Doch das wird nicht die einzige Baustelle auf der Umgehungsstraße im Westen der Stadt bleiben: Die Planer der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nehmen derzeit den gesamten Bereich des Westschnellwegs von der Stöckener Straße bis zum Deisterkreisel unter die Lupe. Denn die Fahrbahnen gelten nach heutigen Maßstäben als zu schmal, und auch die Knotenpunkte entsprechen in Teilen nicht mehr aktuellen Standards.

Machbarkeitsstudie läuft

Ende dieses Jahres solle die Machbarkeitsstudie, die bereits 2018 begonnen wurde, abgeschlossen sein, erklärte Sebastian Tacke von der Landesbehörde am Mittwochabend im Bezirksrat Linden-Limmer. Dann wissen die Experten genauer, an welchen Stellen des Westschnellwegs Ausbauten und Sanierungen notwendig sind, in welchem Umfang und in welchem Zeitraum das geschehen soll. „Wir sind noch in einer sehr frühen Phase“, erklärte Tackes Kollege Reinmar Wunderling im Bezirksrat.

„Niveau wie auf einer Autobahn“

Gleichwohl nannte er Beispiele. So sei die Ampelkreuzung am Bremer Damm nicht leistungsfähig genug – häufige Staus sind die Folge. Auch die Anschlussstelle in Linden-Nord genüge nicht mehr den Anforderungen, Brems- und Beschleunigungsstreifen seien zu kurz. Dabei sei das Verkehrsaufkommen immens: Zwischen 39.000 und 46.000 Fahrzeuge sind täglich auf dem Westschnellweg unterwegs. „Das ist ein Niveau wie auf einer Autobahn“, sagte Tacke.

Auch 18 Brücken liegen auf dem Streckenabschnitt, die ebenfalls auf ihren baulichen Zustand untersucht werden. Fest steht bisher nur, dass die 1957 errichtete Schwanenburgbrücke ihre Lebensdauer bald erreicht hat. „Sie bricht nicht übermorgen zusammen, aber sie ist nicht mehr zukunftsfähig“, sagte Tacke. Das Vorhaben habe „große Priorität“. Bereits Anfang Mai hatte die Behörde einen groben Zeitplan für das Großprojekt vorgestellt, bei dem nicht nur die 119 Meter lange Brücke, sondern der gesamte Schnellwegabschnitt von der Auffahrt in der Limmerstraße bis zum Bremer Damm in Angriff genommen werden soll.

Engpass Schwanenburgbrücke

Die Planer rechnen mit einer Bauzeit von mindestens zwei Jahren, je nach Ablauf sind aber auch bis zu fünf Jahre möglich. Das wird zu erheblichen Engpässen führen: In diesem Bereich gibt es kaum Ausweichmöglichkeiten für den Verkehr, schon jetzt ist der Abschnitt des Westschnellwegs oft überlastet. Ende dieses Jahres soll feststehen, wie die Bauphase am besten abgewickelt werden kann und ob eine Behelfsbrücke gebaut wird. Im Laufe des kommenden Jahres will die Landesbehörde die Pläne konkretisieren und danach in die Bauvorbereitung gehen. „Die Anwohner werden frühzeitig beteiligt“, versicherte Tacke im Bezirksrat.

Skeptische Politiker

Die Politiker äußerten Skepsis angesichts der Perspektive, den Schnellweg auszubauen. „Das ist nicht im Sinne einer Verkehrswende“, sagte Timon Dzienus aus der Grünen-Fraktion. „Und was ist mit dem Lärmschutz für die Anlieger?“, wollte CDU-Fraktionschefin Gabriele Steingrube wissen. Marlen Martin von den Grünen brachte eine Untertunnelung ins Gespräch. „Wir schließen nichts aus“, sagte Tacke. Konkrete Antworten blieben er und sein Kollege schuldig. Dafür sei es noch zu früh.

Zeitgleiche Baustellen

Nicht nur die Schwanenburgbrücke wird abgerissen. Auch an anderer Stelle des Schnellwegs wird im gleichen Zeitraum gebaut: Ab Mitte 2022 beginnen am Südschnellweg bei Döhren die Arbeiten für das Behelfsbauwerk, das die marode Schnellwegbrücke über der Hildesheimer Straße vorübergehend ersetzen soll. Wenn die Behelfsbrücke fertig ist, soll entweder ein Tunnel oder eine neue Brücke im Südschnellweg erstellt werden – bisher hat der für die Finanzierung zuständige Bund sich noch nicht festgelegt, was gebaut wird. Die heutige Südschnellwegbrücke ist nur noch bis Ende 2023 standsicher ist und wird dann abgerissen. Für den Neubau des Südschnellwegs bei Döhren ist ein Zeitraum von sechs Jahren vorgesehen. Die beiden Brückenprojekte im Westen und im Süden würden aufeinander abgestimmt, versichert man bei der Landesstraßenbaubehörde.

Von Juliane Kaune

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