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Hannover SPD und Grüne wollen mehr Tempo 30 in der City
Nachrichten Hannover SPD und Grüne wollen mehr Tempo 30 in der City
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00:15 21.01.2015
Von Andreas Schinkel
Vor wenigen Tagen erst hatte die Stadt Hannover etliche Straßen der Innenstadt zu Tempo-30-Zonen erklärt, etwa Lein- und Marktstraße sowie Odeon- und Herrenstraße. Quelle: Schaarschmidt
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Hannover

„Damit erhöhen wir die Verkehrssicherheit und reduzieren den Lärm“, sagt SPD-Umweltpolitiker Jürgen Mineur. Sein Kollege von den Grünen, Patrick Drenske, meint, dass es tagsüber ohnehin kaum möglich sei, 50 Kilometer pro Stunde in der Innenstadt zu fahren. „Aber nachts hilft Tempo 30 gegen Raser“, sagt er. Ausgenommen von der Regelung soll der Cityring sein, also Straßen wie Friedrichswall, Schiffgraben und Leibnizufer. „Wir wollen niemanden drangsalieren“, betont Mineur.

Vor wenigen Tagen erst hatte die Stadt Hannover etliche Straßen der Innenstadt zu Tempo-30-Zonen erklärt, etwa Lein- und Marktstraße sowie Odeon- und Herrenstraße. Damit setzte die Stadt einen Ratsbeschluss aus dem Jahr 2009 um. Ausgelassen hat die Stadt bisher 13 verkehrsreiche Straßen in der City. Setzen sich die Umweltpolitiker bei Rot-Grün durch, müssen Autofahrer unter anderem auf der Goseriede, der Osterstraße und der Georgstraße vom Gas gehen.

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Bei Hannovers City-Kaufleuten stößt die Initiative aus der Ratspolitik nicht grundsätzlich auf Ablehnung. „Wir sind offen für Gespräche“, sagt der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft Martin Prenzler. Skeptisch ist er aber bei der Georgstraße zwischen Aegidientorplatz und Baringstraße. „Tempo 30 wäre in diesem Abschnitt wie ein ausgeworfener Anker für Autofahrer“, sagt er. In anderen Bereichen, etwa auf der Karmarschstraße, falle eine Umstellung nicht ins Gewicht, weil Ampeln und dichter Verkehr Tempo 50 kaum zulassen.

Weniger Lärm in der Nacht

„Wir sollten die Regelung Schritt für Schritt umsetzen und uns die Straßen einzeln vornehmen“, schlägt SPD-Mann Mineur vor. Die Vorteile lägen aber klar auf der Hand. „Die Unfallfolgen sind bei Tempo 30 deutlich geringer als bei 50 Kilometern pro Stunde“, sagt er. Zudem werde es für Radfahrer auf den Straßen sicherer, denn die Geschwindigkeiten von Autos und Fahrrädern näherten sich an. „Und nachts wird der Lärm geringer. Schließlich wohnen auch Menschen in der City“, sagt Mineur.

Der SPD-Ratsherr und sein Grüner Kollege hoffen mit ihrem Vorstoß nächtlichen Rasern Einhalt gebieten zu können. Denn in Partynächten neigen manche Fahrer hoch motorisierter Autos dazu, die Leistungen ihres Fahrzeugs zur Schau zu stellen. „Auch mit Verkehrskontrollen könnte man Raser stoppen“, räumt Mineur ein. Aber Verkehrskontrollen seien sehr aufwendig, einfacher sei es, Tempo-30-Schilder aufzustellen.

Derweil gibt es in der Stadtverwaltung eine Tendenz, die Zügel wieder zu lockern. So will die Verwaltung herausfinden, ob Tempo 30 an bestimmten Orten tatsächlich rund um die Uhr gelten muss. In der Büttnerstraße im Bereich einer Behindertenwerkstatt ist die Geschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde beschränkt. Außerhalb der Öffnungszeiten der Werkstatt könnte das Tempolimit wieder auf 50 erhöht werden, so der Ansatz der Stadt. Sechs Monate will man diese Regelung ausprobieren, dann werden die Ergebnisse des Tests bewertet. Bei Rot-Grün kommt der Feldversuch nicht gut an. „Dann müssen Autofahrer ständig auf die Uhr sehen, um festzustellen, wie schnell sie fahren dürfen“, sagt Mineur.

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