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Hannover „Eine Schule für alle Kinder im Viertel“
Nachrichten Hannover „Eine Schule für alle Kinder im Viertel“
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00:17 01.02.2019
Kinderarmut wird ein immer größeres Thema: Rektorin Ruth Pfeiffer von der Grundschule am Stöckener Bach. Quelle: Foto: Clemens Heidrich
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Ruth Pfeiffer wollte schon als Kind Lehrerin werden. Auch als 65-Jährige ist sie Pädagogin mit Leib und Seele. Vorzeitig in den Ruhestand zu gehen wäre für die Leiterin der Grundschule Am Stöckener Bach keine Option gewesen. „Ich habe das Glück, so gesund und fit zu sein, dass ich bis zur gesetzlichen Altersgrenze gut durchhalten konnte, aber jetzt ist es auch gut.“ Zum Halbjahreswechsel geht sie in den Ruhestand.

Nach dem Abitur wollte Ruth Pfeiffer eigentlich Berufsschullehrerin werden, hat sogar ein Jahr Praktikum auf dem Bau gemacht: „Da habe ich sehr viel gelernt, auch fürs Leben.“ Später wechselt sie zum Grund- und Hauptschullehramt, studiert Erziehungswissenschaften an der Universität Hannover. Ihre Fächer sind Deutsch, Mathematik und Werken – das Praktische, mit den Händen Greifbare liegt ihr. Sie arbeitet an der damaligen Carl-von-Ossietzky-Orientierungsstufe (OS) in Linden-Süd, später an der OS Isernhagenener Straße. Lehrerstellen sind knapp Mitte der Achtzigerjahre. 1985 ergattert sie eine von 114 in ganz Niedersachsen ausgeschriebenen Stellen. Heute werden fast 20-mal so viel Lehrer eingestellt.

114 Lehrereinstellungen im Land

Sieben Jahre unterrichtet Ruth Pfeiffer an einer Grundschule in Nienburg, entdeckt, dass ihr Schule gestalten Spaß macht. Sie wird Konrektorin an einer Grundschule in Garbsen-Berenbostel, 1997 kommt sie an die Grundschule Am Stöckener Bach: „Dass Schulleiter so viele Aufgaben übernehmen müssen, war mir damals noch nicht so klar“, erinnert sie sich schmunzelnd. Sie ist fest überzeugt, dass die Grundschule eine Schule für alle Kinder im Stadtteil sein soll, auch für die Kinder mit Behinderungen. Die Grundschule arbeitet eng mit der Wilhelm-Schade-Schule zusammen, eine Förderschule für Schüler mit geistiger Behinderung. In jedem Jahrgang gibt es eine Inklusionsklasse mit vier Kindern, die geistig behindert sind. 1998 entsteht hier Hannovers erstes regionales Integrationskonzept – unter maßgeblicher Beteiligung von Ruth Pfeiffer.

Eine Schule, 46 Nationen

Die Grundschule Am Stöckener Bach ist eine bunte Multikulti-Schule: 86 Prozent der Schüler haben Migrationshintergrund. Früher hatten zwei Drittel der Kinder türkische Wurzeln – viele Eltern arbeiteten bei Volkswagen, mittlerweile ist es nur noch ein Drittel. Seit 2011 ist die Schule Ganztagsschule. Pfeiffer sagt: „Gerade für die Kinder, die nachmittags kein Klavier- oder Ballettunterricht haben, ist das ein tolles Angebot.“

Kinderarmut bekämpfen

Kinderarmut sei ein immer drängenderes Thema. 50 Prozent der Schüler kämen aus Familien, die Anspruch auf staatliche Unterstützung hätten. Ruth Pfeiffer findet, dass bei der Verteilung der Lehrerstunden mehr Wert darauf gelegt werden sollte, ob die Schule in einem sozialen Brennpunkt liegt oder nicht. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) lässt gerade prüfen, ob so ein Sozialindex bei der Unterrichtsversorgung eine größere Rolle spielen soll. Grüne und FDP im Landtag fordern dies schon lange. Spezielle Förderprogramme reichten längst nicht mehr aus, um die Probleme in den Griff zu kriegen, argumentieren sie. Ruth Pfeiffer ist das Naheliegende wichtig: „Das Mittagessen in der Schule darf nichts kosten.“

Nach 21,5 Jahren als Schulleiterin startet sie in eine neue Lebensphase, sie ist stolz auf das Erreichte, freut sich aber auch auf ein bisschen mehr Ruhe und Zeit für ihre Enkel. Dann will sie mehr Nähen und Werken, Bauen, vielleicht auch ein Seniorenstudium aufnehmen: „Zum Beispiel Archäologie“. Menschliche Schätze hat sie ja schon an der Grundschule gehoben.

Von Saskia Döhner

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