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Hannover Rückblick: So stürmisch ging es bei Guns N'-Roses zu
Nachrichten Hannover Rückblick: So stürmisch ging es bei Guns N'-Roses zu
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14:41 02.08.2019
Von Uwe Janssen
Axl Rose rockte mit seiner Band Guns N'Roses 2017 auf dem Messegelände in Hannover. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Der Abend stand unter keinem guten Stern. Es stand eigentlich überhaupt kein Stern über dem hannoverschen Messegelände. Eigentlich sollten um 21 Uhr Guns N’ Roses spielen, doch um diese Zeit hielt sich ein Großteil der 75.000 Zuschauer in den Messehallen 24, 25 und 26 auf. Sie waren nach drei Songs der amerikanischen Rockband dorthin dirigiert worden. Ein Unwetter drohte schon den ganzen Tag, damals an diesem 22. Juni 2017. Noch kurz vor Beginn der Show hatte Konzertveranstalter Michael Lohmann gehofft, dass die Gewitterfront an Hannover vorbeiziehen möge.

Das Unwetter kommt

Doch nach drei Songs der Truppe um Axl Rose und einigen wenigen Tönen des alten Rockhits „Welcome To The Jungle“ wurde das von allen mit Spannung und Vorfreude erwartete Konzert unterbrochen. Eine Ansage auf der Bühne dirigierte das Publikum in die leeren Messehallen und bat um geordneten Rückzug - sowie um Geduld.

Die Situation vor dem Ed-Sheeran-Konzert am Freitag in Hannover ist durchaus vergleichbar: Alle Beteiligten und die 70.000 Fans hoffen, dass sie trocken bleiben. Die Vorhersagen halten bisher aber durchaus Regen und Gewitter für möglich.

2017 schüttete es aus Eimern

Die Prognose, basierend auf Angaben des deutschen Wetterdienstes, erwies sich bei Guns N' Roses als treffend. Es schüttete wie aus Eimern. Zuschauer, die es nicht rechtzeitig in die Hallen schafften, wurden klitschnass. Man sah Fans ihre T-Shirts zwischen den Hallen auswringen.

Geordneter Rückzug

Insgesamt verlief der Rückzug aber geordnet. Mit Hinweisen auf den großen Leinwänden wurde die Lage der Hallen angezeigt. Die Veranstalter um Lohmann zogen sich zurück und berieten die weiteren Schritte. Es gibt für solche Situationen einen detaillierten, in den Rahmenbedingungen sogar international geltenden Plan, was in welchem Fall zu tun ist.

Gegen 21.30 Uhr kam die nächste Wasserstandsmeldung über die Lautsprecher: Noch eine halbe Stunde, dann sollte das Konzert fortgesetzt werden. Die Hallen leerten sich allmählich, ein Teil des Publikums kam aufs Freigelände zurück, viele blieben unterm Dach, denn der Himmel, kurzzeitig wieder aufgehellt, hing schon wieder voller drohender Wolken. Mittlerweile wurde es auch dunkel.

Fest stand schon zu diesem Zeitpunkt, dass das Konzert länger als die ursprünglich geplante Schlusszeit von 23 Uhr dauern darf. Aber wann sollte es weiter gehen?

Um 22 Uhr, der eigentlich anvisierte Wiederaufnahmezeitpunkt, war noch Ruhe auf der Bühne. Nur die Fans machten sich schon langsam wieder für die Fortsetzung warm. „Das Leeren der Fläche hat eigentlich zu spät begonnen“, sagte Besucher Michael aus Münster. „Als wir unter dem Dach waren, waren wir schon klitschnass.“

Es geht weiter

Dann die Ansage: Es soll weitergehen. Behörden und Veranstalter saßen zusammen, die Show soll möglicherweise komplett zu Ende gespielt werden, hieß es. Das würde heißen: Guns N’ Roses spielt bis in den frühen Freitag.

Und dann waren sie wirklich wieder da. Das Publikum – mittlerweile ein wenig dezimiert, weil einige Besucher nach Hause gegangen waren – bekam doch noch die volle Dröhnung und wird sogar mit einem speziellen, einzigartigen Bonbon entschädigt: Auf der Bühne erscheint für zwei Songs Gitarrist Angus Young, für dessen Band 
AC/DC Axl Rose vorher als Sänger ausgeholfen hatte. Dieses Dankeschön hatte Hannover exklusiv, zumal der kleine Derwisch nicht in Schuluniform auf der Bühne stand, sondern in Jeans und schwarzem T-Shirt, man erkannte ihn so kaum, aber er war es.

An anderer Stelle tat sich ein neues Problem auf: Das Unwetter hat die Bahnen lahmgelegt, hieß es. Auch die, die die Konzertbesucher wieder Richtung Innenstadt bringen sollten.

Um Mitternacht war das Konzert in vollem Gange, die Band rockte, als ob es nie ein Problem gegeben hätte. Am Ende wurde es kurz vor 1.30 Uhr bis die Gitarren verstummten. Und die Heimfahrt? Und die nassen Klamotten? Interessierte in dem Moment nicht. Ist eben Rock ’n’ Roll. Man wird aus vielen Gründen noch lange davon erzählen.   

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