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Hannover So bereiten Peter Holik und sein Team das Fährmannsfest vor
Nachrichten Hannover So bereiten Peter Holik und sein Team das Fährmannsfest vor
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18:00 08.08.2019
Viel Routine: Peter Holik organisiert das Fährmannsfest seit 25 Jahren. Quelle: Jan Sedelies
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Herr Holik, wie geht es Ihnen so kurz vor dem Start des Fährmannsfests? Sind Sie nervös, oder ist alles längst Routine?

Es ist das 36. Fährmannsfest, und ich selbst bin schon seit 25 Jahren dabei. Die Kollegen vom Organisationsteam und ich kennen jede Ecke auf dem Gelände, und doch ist es jedes Mal etwas anderes. Es muss nur mal ein Lkw nicht pünktlich kommen oder die Einfahrt nicht finden ... Wir haben ja keine vier Tage Zeit für den Aufbau. Mit den Bühnen und Ständen bespielen wir eine Fläche von 20.000 Quadratmetern, da steckt eine immense Logistik dahinter. Aber bisher hat am Ende alles immer gut geklappt.

Dieses Mal eröffnen die Hamburger Deutschrocker von Kettcar das Fest. Wie ist es Ihnen gelungen, die an Land zu ziehen?

Ja, das ist eine echte Nummer. Das haben wir geschafft, weil wir uns mit der Agentur Living Concerts etwas Neues einfallen lassen haben – das Fährmannsfest Spezial. Die Idee ist es, immer zum Auftakt einen ganz besonderen Headliner anzubieten. Dem müssen wir natürlich auch entsprechende Gagen zahlen können, darum kosten die Tickets am Eröffnungstag jetzt auch 35 statt 15 Euro. Das Konzept ist aufgegangen: Wir haben zum Vorverkaufspreis von 25 Euro schon 2000 Tickets für den Freitag abgesetzt und weitere 1000 für den Sonnabend. Das ist viermal so viel wie üblich. Und das ist Geld, das wir schon vor dem Start sicher in der Kasse haben.

Werden die Preise für das Fest grundsätzlich steigen? Und steht der kostenfreie Sonntag, an dem die Gäste alle Bands hören können, ohne Eintritt zu zahlen, zur Disposition?

Auf keinen Fall. Das bleibt alles wie gewohnt. Der freie Sonntag ist ja eines der Markenzeichen des Festes, daran werden wir nicht rütteln. Aber wir müssen eben auch sehen, dass die Konkurrenz der Musikfestivals im Kampf um attraktive Bands immer härter wird und darauf reagieren.

Passt da noch der Slogan vom „Kleinen Woodstock an Ihme und Leine“?

Klar, dieses Grundgefühl ist immer noch da. Das merken wir vor und hinter den Kulissen. Unterm Strich sind 200 unserer Vereinsmitglieder für das Fährmannsfest im Einsatz, die ersten Vorbereitungen beginnen bereits im Herbst des Vorjahres – und sie alle erhalten nur eine Aufwandsentschädigung. Würden wir sie regulär bezahlen, könnten wir das Fest gar nicht stemmen. Es ist ein gemeinsamer Geist, der da in der Truppe wirkt. Die machen das alle freiwillig und weil es ihnen großen Spaß macht. Auch das ist Woodstock.

Und vor den Kulissen?

Die Gäste hier sind entspannt, und sie erwartet eine entspannte Atmosphäre. Mit dem Kinderfest ist das Fährmannsfest ja auch schon lange eine Veranstaltung für ganze Familien. Ich würde einfach mal sagen, wir sind ein Heimatfestival. Die Besucher kommen überwiegend aus der Region, und ganz viele kommen immer wieder. Sicher, einige reisen auch aus Hamburg oder so an. Aber wir machen kein Festival für Touristen, sondern für Hannoveraner. Wir rechnen wieder mit rund 15.000 bis 16.000 Gästen an den drei Tagen.

Es treten auch besonders viele regionale Bands auf.

Die sind die Stützen des Fests. Trotz aller Headliner wollen wir weiter ein Forum für Musiker und Musikerinnen aus der Region sein. Nur ein Beispiel: Die hannoversche Band die Eisbrecher, in der Menschen mit Handicap auftreten, ist seit einem Jahrzehnt mit dabei. Die sind großartig! Auch das Poetry-Slam-Festival Macht Worte! auf der Kulturbühne ist genial.

Haben Sie weitere Tipps?

Die weiteste Anreise hatten die Indie-Rocker von The Districts, die aus Pennsylvania kommen. Eigentlich wollten die erst in der Glocksee auftreten, dann haben sie vom Fährmannsfest gehört ... Hörenswert sind am Freitag auch Isolation Berlin. Sonnabend kann ich die Punkrocker Dritte Wahl aus Rostock empfehlen und am Sonntag Mia mit Elektro-Pop aus Berlin.

Das Wetter muss auch noch mitspielen ...

Wir haben schon Sturm, Wolkenbrüche und Hitze überstanden. Dieses Mal sind die Prognosen auf jeden Fall nicht schlecht. Übrigens können wir uns bei Ed Sheeran bedanken. Wegen seines Konzerts am vergangenen Freitag haben wir den Start des Fährmannsfests um eine Woche verschoben – sonst hätten wir da einen ganz schönen Guss abgekriegt.

Das ist los beim Fährmannsfest

Das 36. Fährmannsfest läuft von Freitag bis Sonntag, 9. bis 11. August, am Weddigenufer und auf dem Faust-Gelände – an der Stelle, wo Ihme und Leine zusammenfließen. Ein Kombiticket für Freitag und Sonnabend kostet im Vorverkauf 35 Euro (nur Freitag 25 Euro, nur Sonnabend 11 Euro). An der Abendkasse sind die Freitag-Tickets für 35 Euro, die Sonnabend-Tickets für 15 Euro zu haben. Der Sonntag ist ohnehin kostenlos. Die Hamburger Headliner Kettcar treten am Freitag um 21.30 Uhr auf. Das Festival beginnt bereits um 18.30 Uhr mit Fortuna Ehrenfeld, danach folgen um 19.20 Uhr The Districts und um 20.20 Uhr Isolation Berlin. Der Sonnabend steht im Zeichen des Punk mit den Headlinern Dritte Wahl (21.30 Uhr) und ZSK (20 Uhr). Poppiger wird es am Sonntag mit Mia, die die Bühne um 20.45 Uhr betritt. Das Programm auf der Kulturbühne mit regionalen Bands startet am Sonnabend um 17 Uhr, am Sonntag um 16 Uhr. Am Sonnabend und Sonntag steigt zudem ab 15 Uhr das Kinderfest, unter anderem mit Wasserspielen, Hüpfburg und Holzkarussell. Mehr Infos gibt es unter www.faehrmannsfest.de. 

Von Juliane Kaune

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