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Hannover OB-Wahl: Wer liegt beim Kampf ums Rathaus vorn?
Nachrichten Hannover OB-Wahl: Wer liegt beim Kampf ums Rathaus vorn?
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18:29 03.11.2019
Gehen in die Stichwahl: Eckhard Scholz (links) und Belit Onay. Quelle: Thomas/Montage
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Hannover

Stefan Schostok ist zurückgetreten, Marc Hansmann schaffte es nicht in die finale Abstimmung: Nach dem ersten Durchgang der Oberbürgermeisterwahl ist klar, dass Hannover nicht mehr von einem Sozialdemokraten geführt wird. Die Wähler haben am 10. November die Wahl zwischen Belit Onay, dem 38 Jahre alten Landtagsabgeordneten, und dem CDU-Kandidaten Eckhard Scholz, 55, früher Chef von VW Nutzfahrzeuge in Stöcken.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der HAZ hat nun ergeben: Eine Woche vor der Wahl hat Belit Onay die besten Aussichten, in den nächsten acht Jahren Hannovers Rathaus zu führen. 56 Prozent der Wähler würden sich derzeit für den Grünen entscheiden. Er liegt damit deutlich vor seinem Konkurrenten Scholz. Forsa ermittelte für den christdemokratischen Bewerber 44 Prozent Zustimmung.

Das Institut gibt seine Fehlerquote mit drei Prozentpunkten an, die prognostizierten Ergebnisse können sich also noch verändern. Dennoch dürfte das Ergebnis den Grünen in der Woche vor der Stichwahl Aufwind geben.

SPD-Anhänger stimmen für Onay

Für den Landtagspolitiker spricht, dass 72 Prozent der Hansmann-Wähler erklärten, in der Stichwahl für den Grünen stimmen zu wollen. Nur 28 Prozent neigen zu Eckhard Scholz. Wer im ersten Wahlgang für Onay oder Scholz stimmte, wird dagegen mit großer Wahrscheinlichkeit seine Meinung in der Stichwahl nicht ändern.

Weitere Zahlen von Forsa: Unter Anhängern der Linken tendieren 88 Prozent zu Onay. 93 Prozent der FDP-Sympathisanten wollen für Scholz stimmen, wie auch alle von Forsa befragten AfD-Anhänger.

So würde der Rat der Stadt aussehen

Dass womöglich zum ersten Mal ein Grüner die Landeshauptstadt regieren könnte, entspricht der aktuellen Stärke der Parteien in Hannover. Würde nicht nur der Stadtchef, sondern auch ein neuer Rat gewählt, lägen die Grünen mit 30 Prozent vorn – zwei Prozentpunkte mehr als in der Forsa-Befragung Anfang Oktober.

SPD nur noch drittstärkste Kraft

Die CDU käme auf 27 Prozent, was einen Zuwachs von drei Prozentpunkten bedeutet. Und wie ihr Kandidat Marc Hansmann würde auch die SPD weiter an Unterstützung verlieren. Wäre am nächsten Sonntag Ratswahl, erreichten die Sozialdemokraten nur noch 20 Prozent – minus vier Punkte im Vergleich zum Monatsbeginn. Die in Hannover traditionell starke SPD wäre nur noch drittstärkste Kraft in der Stadt. Im Rat wären neue Koalitionen möglich.

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