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Hannover Wie der Honigkuchen für „Hänsel und Gretel“ in die Oper kommt
Nachrichten Hannover Wie der Honigkuchen für „Hänsel und Gretel“ in die Oper kommt
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20:04 02.12.2019
Das Rezept ist geheim: Jasmin Schulz fängt bereits im Sommer mit der Fertigung der Honigkuchen für die Oper an. Quelle: Navid Bookani
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Hannover

„Das war Anfang der 60er“, erinnert sich Friedrich Bartels, Inhaber der Holländischen Kakao-Stube. Sechs Jahre sei er da alt gewesen als er die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ gesehen habe. „Wir waren damals nachmittags drin“, berichtet er. Das sei keine Oper wie alle anderen gewesen, wo alle nur still und gebannt der Musik lauschten. Dort habe es immer viel Geschrei gegeben. Der Höhepunkt: Als das Haus der Hexe auseinandergeflog, das sei am spannendsten für ihn gewesen.

Genau wie „Hänsel und Gretel“ hat auch die Kakao-Stube eine lange Tradition

Wie Bartels verbinden Generationen von Hannoveranern die Kinderoper „Hänsel und Gretel“ mit einer langen vorweihnachtlichen Tradition. Doch Bartels ist weit über seine Kindheit hinaus dem Stück verbunden geblieben. Die Holländische Kakao-Stube produziert auch die Lebkuchen, die am Hexenhäuschen hängen und von Hänsel und Gretel während der Vorstellung gegessen werden.

Wie lange er schon den Lebkuchen liefert, weiß Bartels gar nicht mehr. „Das läuft schon so lange, dass sich keiner mehr erinnern kann, wie lange das läuft“, sagt er lachend. Doch auf eine Sache legt er Wert: Eigentlich handele es sich bei den Platten um Honigkuchen, sie seien nämlich ausschließlich mit Honig gesüßt.

Am Hexenhäuschen in der Kinderoper „Hänsel und Gretel“ hängen echte Honigkuchen. Quelle: Thomas M. Jauk (Archiv)

Im Juni gibt es schon einen Vorgeschmack auf Weihnachten

Konditorin Jasmin Schulz hingegen weiß ganz genau, wann sie jedes Jahr mit der Herstellung der Honigkuchen beginnt. Bereits im Sommer bekommt sie einen besonderen Vorgeschmack auf Weihnachten. Die Konditorin rührt nämlich bereits Ende Juni den Teig mit Gewürzen und Honig an. Doch warum beginnt Weihnachten in der Holländischen Kakao-Stube bereits im Sommer? „Der Teig muss lange liegen, damit er schön fest wird“, erklärt Schulz. So könne sie ihn dann besser ausrollen. Dass sie den Honigkuchen für die Oper backt, ist für Schulz etwas Besonderes. „Man fühlt sich schon geehrt.“

Honigkuchen ist Weihnachtszeit

Bunte Farben und Formen: Die Honigkuchen von der Holländische Kakao-Stube. Quelle: Navid Bookani

Vier Platten Honigkuchen brauche es für jede Vorstellung in der Oper, erklärt Opernsprecherin Christiane Hein. Zwei davon würden während der Vorstellung aufgegessen. Und die Übrigen? Die bekommt laut Hein der Kinderchor. Das Rezept selbst will Inhaber Bartels nicht verraten: „Das ist noch von meinem Großvater Anfang des letzten Jahrhunderts.“

Doch auch für die Oper werde der gleiche Teig verwendet, wie für die kleinen Lebkuchen, die in der Holländischen Kakao-Stube verkauft werden. Die hängten sich viele noch an die Weihnachtsbäume oder an Geschenke, weiß Bartels. Was er selbst mit den Honigkuchen verbindet? „Honigkuchen ist für mich Weihnachtszeit“, sagt er.

Die nächsten „Hänsel und Gretel“-Vorstellungen

Wer einmal den Honigkuchen in der Holländischen Kakao-Stube kosten möchte, kann das montags bis freitags von 9 bis 19.30 Uhr tun. Am Sonnabend hat die Kakao-Stube von 9 bis 18.30 Uhr geöffnet.

„Hänsel und Gretel“ wird am Mittwoch, 4. Dezember, um 11 Uhr das nächste Mal im Opernhaus zu sehen sein. Bei der Vorstellung am selben Tag um 18 Uhr heißt es dann: „Singalong“. Dort können alle Zuschauer in den Gesang des Ensembles einstimmen.

Weiter geht es am Montag, 16., und am Dienstag, 17. Dezember, jeweils um 11 Uhr. Am selben Tag wird es dann noch eine Abendvorstellung um 18 Uhr geben. Am Mittwoch, 18. Dezember, beginnt die Vorstellung bereits um 10 Uhr. Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember, wird es ein Jubiläum geben: Der Kinderchor der Staatsoper Hannover feiert sein 50-jähriges Bestehen mit einer Vorstellung um 16 Uhr.

Wer das alles verpasst oder noch nicht genug von der Oper hat, hat am ersten Weihnachtstag, Mittwoch, 25. Dezember, um 18.30 Uhr das letzte Mal die Chance, die Oper zu sehen.

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Von Alina Stillahn

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