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Hannover Polizei ächzt unter Last der Pegida-Einsätze
Nachrichten Hannover Polizei ächzt unter Last der Pegida-Einsätze
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00:15 28.01.2015
Vor zwei Wochen war die Polizei in Hannover von 2500 überwiegend linken Gegendemonstranten überrascht worden, die mit einer Blockade der Georgstraße verhinderten, dass die Hagida-Aktivisten ihren geplanten Spaziergang durch die Innenstadt antreten konnten. Quelle: von Ditfurth
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Hannover

Nach Ausschreitungen bei der ersten Auflage hat die Polizei angekündigt, mithilfe von Straßensperren den geplanten Protestmarsch der Hagida-Anhänger zu ermöglichen. Der Großeinsatz, den die Behörde dafür erneut bewerkstelligen muss, bringt die niedersächsische Polizei an ihre Grenzen. „Die Beamten kommen mittlerweile aus ihren Stiefeln gar nicht mehr heraus“, sagt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Dietmar Schilff. „In diesem Zusammenhang muss man die Frage stellen, wie sinnvoll es ist, dass niedersächsische Polizisten auch zu Einsätzen in anderen Bundesländern herangezogen werden.“

Tatsächlich ist die Bereitschaftspolizei nicht nur bei den Kundgebungen der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ in Braunschweig und Hannover im Einsatz. „Auch für die Demos in Dresden wurden viele Beamte abkommandiert“, sagt Schilff, der vor allem das Verhalten einiger weniger Demonstranten aus den Lagern der Pegida-Anhänger und ihrer Gegner kritisiert. Die Meinungsfreiheit sei ein wichtiges Gut, und jeder Bürger habe das Recht, für eine Sache einzustehen und dafür auf die Straße zu gehen. „Das sollte dann aber bitte friedlich ablaufen“, sagt Schilff.

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Blockade der Georgstraße

Vor zwei Wochen war die Polizei in Hannover von 2500 überwiegend linken Gegendemonstranten überrascht worden, die mit einer Blockade der Georgstraße verhinderten, dass die Hagida-Aktivisten ihren geplanten Spaziergang durch die Innenstadt antreten konnten. Die rund 200 Teilnehmer brachen daraufhin die Veranstaltung ab. Als sich die Gruppe auflöste, kam es immer wieder zu kleinen Scharmützeln zwischen Mitgliedern der linksautonomen Szene.

„Vor allem diese gewaltbereiten Personen bereiten uns Probleme und sorgen dafür, dass die Zahl der Überstunden bei der Polizei immer weiter anwächst“, sagt Schilff. „Die Beamten müssen auch noch ihren täglichen Job erledigen.“ Dieser sei derzeit auch deswegen sehr zeitintensiv, weil in den vergangenen Jahren die Anzahl der Einbrüche stark zugenommen und es seit Anfang des Jahres auch überdurchschnittlich viele Unfälle im Straßenverkehr gegeben habe.

Der Polizeigewerkschafter ruft alle Teilnehmer auf, sich friedlich zu verhalten. Mit dieser Bitte habe man sich auch an den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) gewandt, in dem die GdP auch Mitglied ist und der vor zwei Wochen ebenfalls an der Kundgebung gegen Hagida teilnahm. Ob der Aufruf von Erfolg gekrönt sein wird, ist zweifelhaft. Auch für heute hat die linksautonome Szene angekündigt, die Hagida-Veranstaltung vor der Oper erneut stören zu wollen.

Hagida demonstriert ab 19 Uhr: Noch bevor die Islamgegner ihren „Spaziergang“ vom Opernplatz über die Mühlenstraße zum Platz der Weltausstellung starten, machen die Gegner der Truppe mobil. Das Bündnis „Bunt statt Braun“ hält ab 18 Uhr eine religionsübergreifende Andacht in der Marktkirche. Für die gleiche Zeit haben die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) und die Grünen jeweils vier stationäre Kundgebungen rund um die Oper angemeldet.

Mathias Klein 28.01.2015
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