Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Hannover Hagida distanziert sich von Neonazis
Nachrichten Hannover Hagida distanziert sich von Neonazis
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:36 28.01.2015
Von Tobias Morchner
In der ersten Hagida-Reihe: Der Neonazi Patrick I. (rechts im Bild). Quelle: Philipp von Ditfurth
Anzeige
Hannover

Einem Teil der Hagida-Bewegung ist die Teilnahme der Neonazis offenbar nicht recht. Bereits auf dem Opernplatz war die Gruppe mit „Nazis raus“-Rufen begrüßt worden. Im Internet distanzierten sich die Organisatoren am Dienstag von der Gruppe: Neonazis hätten „Kaperungsabsichten“ und zerstörten den guten Ruf von Pegida. Bei nächsten Mal soll „schärfer und mit gesteigerter Ordnerzahl“ durchgegriffen werden.

Dem Ruf der Hagida-Organisatoren sind erneut zahlreiche Angehörige rechtspopulistischer und rechtsradikaler Gruppen gefolgt. Mitglieder der NPD und der AfD fanden sich ebenso auf dem Opernplatz ein wie Sympathisanten der rechtsradikalen German Defence League, der „Identitären Bewegung“ und der „Hannoveraner“.

Anzeige

Olaf Schulz, Anmelder beider Hagida-Demos, fehlte überraschend. Dafür mischte sich erneut eine Gruppe von rund 60 Neonazis und Hooligans unter die Islamgegner. Sie hatten sich am Hauptbahnhof getroffen und waren dann von der Polizei geschlossen zum Opernplatz gebracht worden. Bei ihrer Ankunft kippte dort die Stimmung. Die zum Teil vermummten und angetrunkenen Schläger pöbelten gegen linke Gegendemonstranten und Polizisten.

Als der Hagida-Protestzug am Opernplatz startete, setzte sich die Gruppe an die Spitze des Zuges. Einer von ihnen, der Neonazi Patrick I., marschierte in der ersten Reihe und trug das Transparent. Aus der Hagida-Demo wurden rechtsradikale Parolen wie „Hier marschiert der nationale Widerstand“ oder „Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen“ gerufen. Als die Veranstaltung der Anti-Islam-Bewegung bereits beendet war, blieben die Neonazis in der Osterstraße und versuchten, Teilnehmer der Gegendemo zu provozieren, bevor sie sich zurückzogen.

Auf ihrem Heimweg versuchten die Neonazis in der Windmühlenstraße, eine Gruppe von Journalisten zu attackieren. Die Polizei konnte durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindern.

Andreas Schinkel 28.01.2015
28.01.2015
Tobias Morchner 30.01.2015