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Hannover Hagida will nächsten Freitag auf die Straße
Nachrichten Hannover Hagida will nächsten Freitag auf die Straße
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20:54 29.01.2015
Von Jörn Kießler
Hagida-Demonstranten bei ihrem zweiten Spaziergang in Hannover. Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Die kommende Hagida-Demonstration findet nicht an einem Montag, sondern am Freitag nächster Woche statt. An diesem Montag lassen die „Hannoveraner gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ihren mündlich angekündigten Aufmarsch ausfallen. Da die Hagida-Kundgebung am nächsten Freitag die bisher einzige bei der Polizei angezeigte Demonstration ist, hoffen die Veranstalter möglicherweise, ihre Veranstaltung ohne Einschränkungen abhalten zu können. Damit reagieren die Organisatoren anscheinend auf mehrere linke Gruppierungen, die bereits für alle Montage in den kommenden Wochen an zentralen Plätzen der Stadt Kundgebungen angemeldet hatten.

Der Zeitpunkt, wann eine Demonstration angezeigt wird, hat nach Auskunft der Polizeidirektion Hannover jedoch keine Auswirkungen auf die Durchführung der Veranstaltungen. Vielmehr soll in den kommenden Tagen in Kooperationsgesprächen mit dem Anmelder der Hagida-Demo geklärt werden, in welcher Form der sogenannte Spaziergang durchgeführt werden kann. „Der Anmelder möchte genau wie am vergangenen Montag zunächst eine stationäre Kundgebung auf dem Opernplatz abhalten und danach über Windmühlenstraße und Osterstraße zum Platz der Weltausstellung ziehen“, sagte Polizeisprecher Holger Hilgenberg.

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Währenddessen laufen die Vorbereitungen für die ersten Gegendemos. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Datums für den Hagida-Spaziergang machten linke Gruppierungen  im Internet mobil. „Ob Montag oder Freitag ist egal: Gemeinsam Hagida stoppen!“, heißt es im Internet. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) will bis Freitag wieder eine Gegenveranstaltung unter dem Motto „Bunt statt braun“ auf die Beine stellen. „Wie das genau ablaufen soll, wollen wir am Mittwoch klären“, sagt Jasmin Arbabian-Vogel von der Initiative „Licht aus für Rassisten“, die auch zuvor schon eng mit dem DGB zusammenarbeitete.

Ihre Initiative sei hingegen mit der Planung eines Dialogforums beschäftigt. Gemeinsam mit dem Deutsch Türkischen Netzwerk, der Genossenschaft Fairkauf, die soziale Kaufhäuser in Hannover und Umland betreibt, und dem Rat der Religionen sollen dort Bürger die Möglichkeit haben, über den Islam zu diskutieren. „Dazu sind ausdrücklich alle Interessierten eingeladen, die sich informieren wollen, aber auch ihre Bedenken dort äußern können“, sagt Arbabian-Vogel. Wann und wo die Veranstaltung stattfinden soll, steht bisher noch nicht fest. „Wir werden es wahrscheinlich aber erst nach der nächsten Hagida-Kundgebung schaffen“, so Arbabian-Vogel.

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