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Hannover Konzert erinnert an NS-Opfer
Nachrichten Hannover Konzert erinnert an NS-Opfer
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19:23 26.01.2019
Zeichen der Erinnerung: Andor Izsák dirigiert den Synagogalchor in der Marktkirche. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Hannover

Es sind kraftvolle Klänge – und zugleich Töne von zarter Poesie. „Gott ist mit mir, ich fürchte mich nicht“ heißt es im hebräischen Adon olom des jüdischen Komponisten Salomon Sulzer. Der Europäische Synagogalchor intoniert das ebenso melancholisch wie zuversichtlich anmutende Stück in der Marktkirche vor rund 300 Besuchern. Ein passender Auftakt bei diesem Gedenkkonzert für die Opfer des Nationalsozialismus. Unweigerlich erinnern die Klänge an die Schrecken des Holocaust, doch zugleich werden diese „in die Hoffnungsfarben des jüdischen Glaubens getaucht“, wie Stadtsuperintendent Hans-Martin Heinemann in seiner Begrüßung sagt.

Seit Jahren organisiert Andor Izsák, geboren 1944 im Ghetto von Budapest, Konzerte in der Marktkirche zum Holocaust-Gedenktag. Der Musikprofessor hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, die alte Musik der Synagogen vor dem Vergessen zu bewahren. In diesem Jahr muss er erstmals im Sitzen dirigieren – die Bandscheibe. Dennoch lässt er es sich nicht nehmen, neben Organist Alexander Ivanov auch selbst auf der Orgel zu improvisieren.

Propst Martin Tenge spricht ein kurzes Gebet im Gedenken an die NS-Opfer; Sopranistin Elena Hall und Bass Philipp Peters intonieren Psalmvertonungen von Louis Lewandowski. Die Musiker lassen jene Kultur wieder aufleben, mit der jüdische Künstler einst Europa bereicherten. So erinnern sie auch daran, dass diese Opfer nicht ausschließlich Opfer waren. Es ist ein unpathetisches, aber feierliches Konzert. Ein Abend der leisen Töne – bei dem der Schlussapplaus am Ende umso kräftiger ausfiel.

Von Simon Benne

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