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Hannover 300 Ronnenberger protestieren am Schiffgraben
Nachrichten Hannover 300 Ronnenberger protestieren am Schiffgraben
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06:00 26.04.2019
Die Ronnenberger demonstrieren gegen den Bauschutt auf der Kalihalde vor dem Menke-Firmensitz am hannoverschen Schiffgraben. Quelle: Christian Behrens
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Hannover/Ronnenberg

Es war laut aber friedlich: Rund 300 Einwohner von Ronnenberg haben am Donnerstagnachmittag vor dem Firmensitz der Wegener-Gruppe am Schiffgraben angeführt von der Bürgerinitiative (BI) „Bauschuttdeponie – Nein Danke!“ demonstriert. Mit Trillerpfeiffen, Trommeln und Tröten machten sie dabei einen ohrenbetäubenden Lärm. Auf Plakaten machten sie deutlich, dass nicht mit einem Projekt einverstanden sind, das die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg direkt vor ihrer Haustür vorbereitet. Die Bürger der Stadt im Südwesten der Region erhalten dabei inzwischen viel Unterstützung aus der Politik.

Angaben zu dem Projekt gehen weit auseinander

Die Firma Menke Umwelt Service Ronnenberg hat vor gut einem halben Jahr die Planungen intensiviert, die Reste der teilweise abgetragenen Kalihalde in Ronnenberg mit Bauschutt zu ummanteln, um sie später zu begrünen. Das Unternehmen ist eine speziell für dieses Projekt gegründete GmbH und eine Tochter der Wegener-Gruppe. Über die zu erwartenden Belastungen der Anwohner gehen die Angaben des Vorhabenträgers Menke und der BI teilweise weit auseinander. Viele Ronnenberger sehen in den Plänen den Betrieb einer Bauschuttdeponie unter anderen Vorwänden. Menke-Geschäftsführer Stefan Entrup bezeichnet die Ummantelung als Bauvorhaben mit Umweltschutzcharakter.

Die Ronnenberger wiesen, bekleidet mit Staubmasken, Schutzanzügen und vielen Plakaten, auf die von ihnen befürchteten Gefahren hin. Die zu erwartenden Bedingungen seien unerträglich, sagte der BI-Sprecher Marc Bierhance. Gastrednerin Kerstin Liebelt, Landtagsabgeordnete der SPD, ergänzte: „Es ist wichtig, dass wir alle Möglichkeiten nutzen, den Wahnsinn, der da geplant ist, zu stoppen.“

20 Jahre lang Staub, Lärm und Schadstoffe befürchtet

Grundlage des Protestes ist die Annahme, dass die Arbeiten mehr als 20 Jahre lang dauern und dabei fortlaufend Belastungen durch Lärm, Staub und Schadstoffe auftreten. Anders als bei vergleichbaren Halden, beispielsweise in Sehnde oder in Wathlingen im Kreis Celle, liegt die Halde in Ronnenberg zum Teil in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung. Der Rat der Stadt Ronnenberg hat zum Jahreswechsel einstimmig eine Resolution verfasst, in der die Firma zur Aufgabe ihrer Pläne aufgefordert wird. Einen ähnlichen Inhalt hat ein gemeinsamer Antrag von SPD, CDU und Grünen in der Regionsversammlung, der am 30. April im Fachausschuss der Region beschlossen werden soll.

Indes hat die Firma Menke die Demonstration vor der eigenen Haustür zum Anlass genommen, die eigene Öffentlichkeitsarbeit zu überdenken. Mithilfe einer Agentur will das Unternehmen versuchen, den Dialog mit den Menschen in Ronnenberg wieder aufzunehmen, erklärte Stefan Entrup abseits der Demonstration.

Von Uwe Kranz

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