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Hannover Polizei rechtfertigt Überwachung von 96-Anhängern
Nachrichten Hannover Polizei rechtfertigt Überwachung von 96-Anhängern
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00:17 31.12.2017
Die Polizei Hannover hat die Abhöraktion gegen mehrere 96-Anhänger im April bestätigt und gerechtfertigt.  Quelle: dpa
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Hannover

Die Polizei Hannover hat die Abhöraktion gegen mehrere 96-Anhänger vor dem brisanten Derby gegen Eintracht Braunschweig im April bestätigt. Die Fanhilfe Hannover hatte am 2. Weihnachtstag mitgeteilt, mindestens neun Mitglieder aus der Fanszene seien im Vorfeld des Risikospiels von Ermittlern verdeckt oberserviert und die Privattelefone abgehört worden. „Die Anzahl der Personen mit Bezug zum Verein Hannover 96, die von diesen Maßnahmen der Gefahrenabwehr betroffen waren, liegt im einstelligen Bereich“, sagt nun Polizeisprecher André Puiu gegenüber der HAZ. Eine konkrete Zahl nennt er nicht. Die Maßnahme habe im Zusammenhang mit der Fußballpartie gestanden.

Hintergrund soll demnach gewesen sein, dass die Obervierten „mit großer Wahrscheinlichkeit“ als Mitglieder der hannoverschen Ultras-Szene „in die konkrete Planung beziehungsweise Verabredung einer Auseinandersetzung mit gegnerischen Fans kurz vor oder unmittelbar nach der Bundesligabegegnung“ involviert seien. Das geht aus einem anonymisierten Polizeischreiben an einen Betroffenen hervor, das die Fanhilfe auf ihrer Webseite veröffentlicht hat.  Sie kritisiert die Maßnahme als völlig überzogen. Aus der Überwachung seien weder Ermittlungsverfahren hervorgegangen noch irgendwelche Schlägereien verhindert worden.

Polizei: „Verhältnismäßigkeit der Maßnahme bestätigt“

Behördensprecher Puiu bestätigt die Abhöraktion, widerspricht aber der Darstellung der Fanhilfe, es habe sich um einen „massiven Eingriff in die Grundrechte und die Privatsphäre“ gehandelt. Die Personen seien laut Puiu „nach sorgfältiger und individueller Prüfung“ ausgewählt worden. Das zuständige Amtsgericht Hannover habe zudem „nach richterlicher Prüfung die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme bestätigt und die Überwachung angeordnet“. Dennoch hat die Fanhilfe bereits angekündigt, „mit allen zur Verfügung stehenden juristischen Mitteln“ gegen die Abhöraktion vorzugehen.

Das Derbyrückspiel zwischen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig am Karsonnabend war als Risikopartie eingestuft worden. Am Spieltag zeigte die Polizei verstärkt Präsenz in der Stadt, bis auf kleine Zwischenfälle verlief die Begegnung allerdings friedlich. Vor dem Anpfiff hatten rund 180 Braunschweig-Anhänger versucht, das Stadion zu stürmen. Vor dem Hinspiel im November 2016 nahm die Polizei allerdings etwa 170 Hannover-Anhänger in Hildesheim fest, die sich dort wenige Tage vor der Partie mit Eintracht-Rowdys zu einer Schlägerei treffen wollten. Im Oktober dieses Jahres verhängte der Deutsche Fußball-Bund daraufhin Stadionverbote gegen 177 Hannover-Anhänger.

Erneut Abhöraktionen möglich

Die Polizei schließt zudem nicht aus, dass es erneut zu Abhöraktionen und Observierungen gegen 96-Chaoten kommen könnte.  „Die Polizeidirektion wird auch zukünftig individuelle Gefahrenprognosen erstellen“, sagt Behördensprecher Puiu. Daher werde man auch „im Rahmen der Verhältnismäßigkeit alle in Betracht kommenden gefahrenabwehrrechtlichen Maßnahmen prüfen“.

Von Peer Hellerling

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