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Hannover Tote von Ahlem: Kannte das Opfer den Mörder?
Nachrichten Hannover Tote von Ahlem: Kannte das Opfer den Mörder?
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07:00 14.09.2019
Vor der erneuten Spurensicherung klingelt ein Polizeibeamter beim Nachbarn, um sich den Schlüssel für das Haus und die Wohnung mit dem Fundort der Leiche geben zu lassen. Quelle: Ingo Rodriguez
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Hannover

Zwei Tage nach dem Fund einer Frauenleiche in der Dachgeschosswohnung eines Zweifamilienhauses an der Mönckebergallee in Ahlem hält sich die Polizei weiterhin bedeckt. Um die Umstände der Tat zu klären, haben die Ermittler eine Mordkommission gebildet. Neue Erkenntnisse über den Mordfall werden jedoch auf Nachfrage nicht mitgeteilt. „Aufgrund der noch laufenden Ermittlungen und wegen des erheblichen Verdachts auf einen Mordfall“, heißt es seitens der Polizei als Begründung. Die rechtsmedizinischen Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen. Zur möglichen Identität der Leiche und zur Todesursache gebe es noch keine gesicherten Erkenntnisse. Auch haben sich laut Polizei noch keine Zeugen wegen des Gewaltverbrechens bei den Ermittlern gemeldet.

Keine Angaben zum Fundort rund um die Leiche

Nach einer ersten rechtsmedizinischen Untersuchung vom Mittwochabend ist laut Polizei inzwischen sicher, dass die tote Person eine Frau ist. Ob es sich aber um die seit August vermisste 61-jährige Mieterin der Dachgeschosswohnung handelt, steht noch nicht fest. Um möglichst keine Spuren zu vernichten, war die Leiche von der Feuerwehr durch das geöffnete Dach des Hauses geborgen worden. Ob aus der Wohnung oder dem Haus Wertgegenstände gestohlen wurden und ob die Wohnung möglicherweise verwüstet wurde, darüber will die Polizei ebenso wenig Auskunft geben wie zu dem „nicht offen einsehbaren Verschlag“, in dem die Leiche entdeckt worden war.

Keine Einbruchsspuren an der Haustür

Indizien sprechen aber dafür, dass Täter und Opfer sich kannten. Immerhin waren an dem Zweifamilienhaus am Tag nach dem Leichenfund keine Einbruchsspuren zu erkennen. Um weitere Spuren zu sichern, hatten sich Ermittler am Donnerstagmittag vom Bewohner des Nachbarhauses den Schlüssel geben lassen. Der Nachbar bewahrt den Hausschlüssel nach eigenen Angaben immer dann auf, wenn – so wie es derzeit offenbar ist – die Eigentümerin des Zweifamilienhauses im Urlaub sei. Die vermisste und möglicherweise ermordete Mieterin der Dachgeschosswohnung wiederum kenne er nur flüchtig. Sie wohne schließlich noch nicht lange dort und sei aus Kirchrode nach Ahlem gezogen. Die Witwe des verstorbenen Eigentümers wohne im Erdgeschoss und sei oft im Urlaub. „Man hilft sich unter Nachbarn und nimmt den Schlüssel des anderen“, sagt der Mann.

An einen Mordfall erinnert inzwischen vor der Tür des Zweifamilienhauses nichts mehr. Quelle: Ingo Rodriguez

Die vermisste 61-Jährige kennt offenbar niemand in der Nachbarschaft besonders gut. Sie habe sich immer gut zurecht gemacht und in ihren Blumenkleidchen viel jünger ausgesehen, sagt eine Anwohnerin der Sackgasseneinfahrt mit sieben umliegenden Häusern. Möglicherweise habe sie ja jemanden mit zu sich nach Hause genommen, sagt sie und zuckt mit den Schultern. Auch der Nachbar hatte am Morgen nach dem Leichenfund gesagt. „Vielleicht war es eine Beziehungstat. Man weiß es nicht.“

In der Sackgasseneinfahrt an der Mönckebergallee sind viele Anwohner nach dem Mordfall verängstigt. Quelle: Ingo Rodriguez

Zu Gerüchten, wonach die vermisste 61-Jährige ehrenamtlich für ein Willkommensnetzwerk Deutschkurse anbietet, kann die Nachbarin nichts sagen. Sie sei nur durch die Ungewissheit des Mordfalls verängstigt und gehe zurzeit niemals zu Fuß allein nach Hause – auch, weil ihr in jüngerer Vergangenheit durch das Fenster ihrer Wohnung in der Sackgasse vor dem betroffenen Zweifamilienhaus im Dunkel regelmäßig rauchende Gestalten aufgefallen seien. „An Spekulationen über mögliche Verdächtige beteiligen wir uns nicht“, sagt ein Polizeisprecher.

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Von Ingo Rodriguez und Tobias Morchner

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