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Hannover Falscher Staubsaugervertreter muss drei Jahre in Haft
Nachrichten Hannover Falscher Staubsaugervertreter muss drei Jahre in Haft
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00:21 17.02.2019
Der falsche Staubsaugervertreter vor Gericht: Detlev G. (68, links) mit seinem Verteidiger Hans -Jochen Siecken. Quelle: Moers
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Hannover

Weil er sich als Staubsaugervertreter eines renommierten Herstellers ausgab, und unzählige Rentner in der Region Hannover um ihr Erspartes brachte, muss ein 68-jähriger Mann nun drei Jahre in Haft. Am Donnerstag musste sich Detlev G. wegen gewerbsmäßigen Betrugs und Diebstahls vor dem Amtsgericht in Hannover verantworten. Als Grund für seine Taten gab er Altersarmut an – nach eigenen Angaben erhält er lediglich 80 Euro Rente.

Erfolgreiche Masche

Unter dem Vorwand, die vorhandenen Staubsauger zu Warten und Ersatzteile zu besorgen, erschlich er sich in 24 Fällen das Vertrauen von anderen Senioren. Der Gesamtschaden: Rund 5500 Euro. Einmal in der Wohnung, kassierte er für vermeintlich benötigte Ersatzteile Bargeld in Vorkasse, stahl außerdem Geldbörsen und Schmuck. Zwischen 22 und 100 Euro verlangte der falsche Vertreter für neue Saugbürsten, Filter und Schläuche. Geliefert hat er diese nie. Die Masche funktionierte. An manchen Tagen unternahm G. gleich mehrere „erfolgreiche“ Hausbesuche. Den Namen der Opfer nach zu urteilen, klingelte er gezielt bei älteren Menschen, mit vermeintlich typisch deutschen Familiennamen. Ein Umstand, der Amtsrichterin Monika Pinski auf die Palme brachte. „Ich möchte in einer Welt leben, in der ich auch mal jemanden in die Wohnung lassen kann, ohne das was passiert“, sagte sie. Die Vorstellung, „das 70-Jährige rumlaufen und die Leute betuppen“, sei schlimm, so Pinski.

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Ausrede Altersarmut

Dass G. nicht allein aus der Altersarmut heraus handelte, zeigt sein Vorstrafenregister. Insgesamt 35 Jahre saß der gebürtige Remscheider hinter Gittern, meist verurteilt wegen Betrugs oder Diebstahl. Auf die schiefe Bahn geraten, sei er nach einer Scheidung. Damals wurde er das erste Mal verurteilt, wegen Trunkenheit im Verkehr. „Nach der Trennung hat er nie wieder Fuß gefasst“, sagt sein Verteidiger Hans-Jochen Siecken. Er vergleicht G. mit dem Protagonisten der Fünfzigerjahre Gauner-Komödie „Im Kittchen ist kein Zimmer frei“. „Er ist einer, der in Freiheit nichts mit sich anzufangen weiß und lieber im Knast sitzt, als obdachlos zu sein“, so Siecken. Tatsächlich war G. nicht lange frei, als er in Hannover Staubsauger-Betrug beging. Statt sich eine Unterkunft und zu suchen, wohnte er in einem Hotel. Seinen Siebzigsten Geburtstag wird er nun im Gefängnis verbringen. Was sich vom Leben noch erwartet? „Wenn ich rauskomme, will ich betreutes Wohnen machen“, sagt er.

Von Mario Moers

14.02.2019
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