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Hannover Der Verein Balance hilft psychisch Kranken seit 30 Jahren
Nachrichten Hannover Der Verein Balance hilft psychisch Kranken seit 30 Jahren
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19:00 08.07.2019
Tagesstättenleiter Michael Krone (links) und Geschäftsführer Eberhard Eisold feiern mit Balance Geburtstag. Im Hintergrund spielt die Band hArt Times Rockklassiker. Die Band ist ein Projekt der Kontaktstelle Gruppe Soziale Selbsthilfe und besteht aus Sozialpädagogen und einstigen Psychiatriepatienten. Quelle: Foto: Marcel Schwarzenberger
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Badenstedt

Die Stauden blühen im kleinen Garten des Vereins Balance auf dem Gelände der früheren Fuchswerke. Mitarbeiter Ivan Laufer versorgt am Grill wartende Menschen mit frisch Gegartem. In den angrenzenden Atelierräumen des Vereins sitzen Besucher, in Gespräche vertieft. Michael Krone schaut zufrieden auf das Publikum, das an diesem Tag zum großen Auftakt des Vereinsjubiläums erschienen ist – seit exakt drei Jahrzehnten gibt es Balance. Und die Badenstedter Tagesstätte ist die Balance-Schaltzentrale in Hannovers Südwesten. „Für unsere Teilnehmer ist es ein Ort, wo man hingehen kann“, sagt Vorstandsmitglied Krone. Der Satz klingt schlicht – in ihm steckt eine tiefe Bedeutung. Angebote wie die von Balance bieten Menschen mit psychischen Erkrankungen Wege in ein neues Leben.

Bedarf an Therapien stieg

In dem Maße, wie Burn-out, Depressionen und viele andere, oft chronische Erkrankungen der Seele erkannt und anerkannt wurden, stieg auch der Bedarf an Therapien. In den 1980er-Jahren war das Instrumentarium der Fachleute arg überschaubar: Medikamente, Kliniken und Heimaufenthalte zählten zu den wichtigsten Therapieformen. Wer stationäre Hilfe nicht dringend brauchte oder wollte, war oft sich selbst überlassen. Vereine wie Balance schufen ein Netzwerk, das auch mit zwischenmenschlichen Angeboten arbeitet. In Neustadt am Rübenberge nahm der Verein 1989 seine Arbeit auf und eröffnete bald darauf unter anderem Niedersachsens erste Kontaktstelle. Es war und ist ein offenes Angebot für Betroffene. Raus in das Leben und in den Kontakt mit anderen Menschen: Genau das ist es, was manche erst wieder lernen müssen.

Tagesstätte fing klein an

Tagesstätten sind eine weitere Möglichkeit, um psychisch belasteten Menschen die Rückkehr in ein geregeltes Leben zu erleichtern. Heute listet der Sozialpsychiatrische Dienst für die Region Hannover insgesamt elf Träger auf. Balance ist mit drei Einrichtungen dabei: in Garbsen-Berenbostel, an der Brühlstraße und in Badenstedt, wo es fast 40 Plätze gibt. Die Anfänge lagen einst in einer Zweizimmerwohnung im benachbarten Empelde. Der Bedarf wuchs, der Verein baute weiter aus und zog schließlich 2006 in die Fuchswerke um. Dort hat sich im vorigen Jahr auch das Badenstedter Balance-Team vom Ambulant Betreuten Wohnen (ABW) niedergelassen.

Bis Ahlem, Limmer, Ricklingen sowie ins Calenberger Land erstreckt sich der Einzugsbereich, in dem das Team Klienten daheim betreut. Michael Krone und seine sechs Mitarbeiter bieten jede Woche von Montag bis Freitag ein Programm in Badenstedt an. Wer nicht in der Lage ist, den Nahverkehr zu nutzen, wird vom Fahrdienst abgeholt. Wer morgens wenig Kraft für soziale Kontakte aufbringt, kann das eigens geschaffene Nachmittagsprogramm in Anspruch nehmen.

Diese Flexibilität machen die Tagesstätte und die dort arbeitenden Sozialpädagogen und Ergotherapeuten bei vielen Betroffenen beliebt. „Wir wollen außerhalb von Klinikstationen ein lebenswürdiges Dasein ermöglichen“, fasst Balance-Geschäftsführer Eberhard Eisold zusammen. Die festen Tagesstrukturen sollen dabei helfen.

Entstanden ist zwar ein geschützter Raum, doch eine isolierte Parallelwelt wollen Krone und sein Team nicht schaffen. Mehrmals im Jahr gibt es das Balance-Café, das Angehörigen und Badenstedtern offensteht. Und immer wieder ermöglicht der Verein neue Projekte, um die Menschen mit der Außenwelt in Kontakt zu bringen. Demnächst starten zwei angehende Sozialarbeiterinnen der Hochschule Hannover einen therapeutischen Bogenworkshop. Auf einem Bogenschießplatz mitten in der Natur und über mehrere Monate hinweg. Gut möglich, dass mancher Teilnehmer Feuer fängt und sich später einem Verein anschließt.

Von Marcel Schwarzenberger

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