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Hannover Disco im Kuppelsaal: Diese Party füllt eine Lücke in Hannover
Nachrichten Hannover Disco im Kuppelsaal: Diese Party füllt eine Lücke in Hannover
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00:16 15.05.2019
Sexy Go-go-Girls heizen den rund 3000 Besuchern im Kuppelsaal zu House-Beats ein. Quelle: Samantha Franson
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Hannover

Wenn eine Discoparty fast 2600 Eintrittskarten im Vorverkauf absetzt, dann muss sie besonders sein. Mit der Premiere der Partyreihe Glitterbox im altehrwürdigen Kuppelsaal haben die Veranstalter offenbar einen Nerv getroffen. In exklusiv-bombastischem Ambiente feierte ein zufriedenes Publikum am Sonnabend zu House-Beats von Star DJs wie Mousse T. (“Horny“) oder den Shapeshifters (“Lola's Theme“).

Mit der Großparty Glitterbox hat die Hannover Veranstaltungs GmbH (HVG), die auch das Maschseefest und den Feuerwerkswettbewerb organisiert, ein international erprobtes Partyformat in die Stadt geholt, das offenbar den Nerv seines Publikums trifft. „Disco lebt, in neuem Gewand“, sagt Besucher Andreas Nilson, der sich mit Freunden seit Wochen auf den Abend gefreut hat. Beim Blick auf die volle Tanzfläche fühlt er sich an alte Zeiten erinnert, als er noch selbst als House-DJ aufgelegt hat.

„Wir wollen mit der Reihe den Kuppelsaal entstauben und zu Hannovers gutem Image beitragen“, erklärt HVG-Geschäftsführer Hans Christian Nolte die Idee hinter der Glitterbox. Der Plan ist offenbar aufgegangen. Eine Fortsetzung am 26. Oktober ist schon fest eingeplant.

Disco-Revival?

Der Erfolg der aufwendigen Party in der außergewöhnlichen „Off-Location“ war dabei auch für die Organisatoren nicht gesetzt. „Es ist ein hohes Risiko“, sagt Nolte, der vom gut gebuchten VIP-Rang über die tanzende Menge blickt. Dekoriert mit Nebelfontänen, sexy Go-go-Tänzerinnen und dem nostalgisch-vielversprechenden Licht eines gigantischen Mobiles aus Discokugeln, gelingt die Verwandlung des historischen Saals zum Club. So eine Metamorphose kostet natürlich. 32 Euro kostet eine Karte an der Abendkasse, 10 Euro der Gin-Tonic. Junges Partyvolk vom Raschplatz oder Steintor tummelt sich deshalb kaum im Zooviertel. Das Publikum ist eine Mischung aus „Groove Garden“ (Maschseefest) und Alt-Hannovera-Zelt (Schützenfest), gespickt mit lokaler Prominenz aus der Wirtschaft, Gastronomie und Szenegängern.

Am DJ-Pult klappt das Studio-54-Feeling, das Publikum könnte sich beim nächsten Mal etwas mehr an das Motto „Glitter“ halten. Quelle: Samantha Franson

Mitarbeiter der Volksbank haben einen Tisch gemietet, hier gibt es auch Häppchen. Die 71-jährige Adviye Gündoğdu, die Mutter von Mousse T., sieht sich den Auftritt ihres Sohnes gemeinsam mit dessen Freundin, der Moderatorin Khadra Sufi, an. „Wenn er im Palo Palo oder überhaupt in Hannover auftritt, bin ich immer gerne dabei“, sagt Gündoğdu. Etwas abseits der Tanzfläche nippt der Berliner Künstler und Edeka-Werbefigur Friedrich Liechtenstein (“Supergeil“) lässig am Gin. Auch Fernsehmoderator Hinnerk Baumgarten ist da und die Tochter des Springreit-Olympiasiegers Gerd Wiltfang, Franziska, hat sich passend ein gold-glitzerndes Abendkleid besorgt. Beim Glitterfaktor ist allerdings Luft nach oben. Nur ein Bruchteil der Besucher hielt sich an das Motto. Für die echte Studio-54-Atmosphäre braucht es an dieser Stelle mehr.

„Supergeil“: Der Künstler und Edeka-Werbepartner Friedrich Liechtenstein gönnt sich seinen Gin-Tonic im VIP-Bereich. Quelle: Samantha Franson.

Mehr Glitter bitte!

Der Erfolg der Glitterbox steht im Kontrast zu einem anhaltenden Nachtleben-Trend. Denn mit der klassischen Disco verhält es sich vielerorts wie mit der Eckkneipe, sie ist bedroht – Clubsterben wird dieser Prozess genannt. Für den gibt es viele Gründe. Strenge Auflagen für Partymacher, verstaubte Partyreihen und ein verändertes Ausgehverhalten gehören dazu. Alternde Szenelokale im Steintorviertel und kaum neue Attraktionen machen den Gang in die Tanzschuppen auch in Hannover, besonders für ältere Semester, wenig attraktiv. Die Glitterbox macht deutlich, dass es eine Nachfrage nach guten Discopartys immer noch gibt. Das Publikum möchte allerdings etwas geboten bekommen.

Von Mario Moers

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