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Hannover Bischöfe plädieren für Schutz des Sonntags
Nachrichten Hannover Bischöfe plädieren für Schutz des Sonntags
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10:00 23.10.2019
Plädoyers für Freiräume: Die Bischöfe Ralf Meister (l.) und Heiner Wilmer in der Kreuzkirche. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Das war doch mal eine geballte Ladung theologischer Expertise: In ökumenischer Eintracht kamen der evangelische Landesbischof Ralf Meister und sein katholischer Kollege Heiner Wilmer in der Kreuzkirche zusammen, um beim Hanns-Lilje-Forum über „Zeit für Freiräume“ zu sprechen. Unter dieses Motto hat Meister das Jahr 2019 in seiner Landeskirche gestellt – und in der Kreuzkirche schlug er erst einmal einen Bogen zum jüdischen Sabbat. „Seit der Erfindung des Ruhetags hat dieser Tag es immer schwer gehabt“, sagte er – also schon relativ lange. Bereits in der Bibel werde seine Existenz auffallend ausführlich begründet.

Ein voller Terminkalender verhilft heute zu hohem Sozialprestige. Es gebe einen „Erschöpfungsstolz“, konstatierte Meister. Verdichtung und Aktionismus prägten den Alltag der schnelllebigen Welt. Dabei brauche der Mensch Zeit zum Atemholen. Eine „von Gott angeregte Auszeit“ könne da neue Freiräume eröffnen: „Wir brauchen Zeiten, die uns selbst ein anderes Maß geben, in denen wir leben, als wäre schon eine andere Welt.“

Spiritualität des Humors

In der Lebenswirklichkeit überlasteter Pastoren bleibt für solche Freiräume oft wenig Platz. Doch Widerspruch aus der katholischen Ecke erntete Meister nicht. „Ich halte die Stille für einen Schlüssel, um die innere Balance zu halten“, sagte Wilmer. „Einmal im Jahr ziehe ich mich für eine Woche in ein Kloster nach Frankreich zurück“, erzählte er. „Totale Einsamkeit, viel Stille, viel Natur.“ Er plädierte zudem für eine Spiritualität des Humors: „Indem ich über mich selbst lache, komme ich in eine innere Distanz zu meinem eigenen Leben, die mich entspannt, gelassen macht und beflügelt.“

Der Sonntag – ein „zweckfreier Raum“

Unisono plädierten die Bischöfe für den Schutz des Sonntags: Dieser „zweckfreie Raum“ habe viele kulturelle Errungenschaften erst möglich gemacht, sagte Wilmer. Und er erzählte von seinem Antrittsbesuch beim „Bruder Meister“ im vergangenen Jahr. Dabei stellte der Bauernsohn Wilmer erfreut fest, dass der evangelische Landesbischof Hühner hält. „Wir haben uns also nicht über die Rechtfertigungslehre unterhalten, sondern über Hühner.“ Auch Theologen dürfen ihre Dienstpflichten also mal ruhen lassen.

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