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Hannover Freie Evangelische Schule besteht seit 30 Jahren
Nachrichten Hannover Freie Evangelische Schule besteht seit 30 Jahren
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14:53 14.09.2019
„Wir sind keine Eliteeinrichtung“: Jörg Gabriel leitet die Freie Evangelische Schule. Quelle: Frank Wilde
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Bothfeld

„Freie Bekenntnisschulen haben Zukunft, auch wenn die Kirchen immer mehr Mitglieder verlieren und die Gottesdienste zusehends schlechter besucht werden.“ Die Geburtstagsgrüße, die Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) zum 30-jährigen Bestehen der Freien Evangelischen Schule (Fesh) in Bothfeld mitgebracht hat, sind nach vorn gerichtet. Freie Schulen machten die Bildungslandschaft vielfältiger, sagt Tonne, sie seien eine pädagogische Alternative zum öffentlichen System. Als der Minister die Aula betritt, hat gerade die schuleigene Trommelgruppe ihren Auftritt. „Sonst schreite ich nicht so frohen Mutes weiter, wenn ich Trommeln und Trillerpfeifen höre“, sagt der Minister.

Eine Schule von Klasse eins bis 13

Was vor 30 Jahren mit neun Erstklässlern und drei Lehrkräften begann, ist inzwischen auf 520 Schüler von der ersten bis zur zehnten und seit 2015 auch weiter bis zur 13. Klasse angewachsen. Pro Jahrgang gibt es zwei Klassen, in der Oberstufe sind es dann maximal 25 Schüler. Zwei Abiturjahrgänge hat die Fesh bereits erfolgreich zur Hochschulreife geführt. Die Grundschule ist inzwischen offene Ganztagsschule und bietet neuerdings auch ein Betreuungsprogramm in den Ferien an.

Die Fesh ist die einzige Kooperative Gesamtschule (KGS) in Hannover, die ihre Schüler allerdings nicht nach Schulzweigen getrennt unterrichtet, sondern größtenteils im Klassenverband. Nur in Deutsch, Mathematik, Englisch und den Naturwissenschaften findet der Unterricht auf unterschiedlichen Leistungsniveaus statt. „So können wir ganz individuell auf die Schüler eingehen“, sagt Schulleiter Jörg Gabriel. Es könne durchaus ein Kind in Deutsch auf Gymnasialniveau unterrichtet werden, während es in den Naturwissenschaften nur Realschulniveau erreiche. Die Fesh ist also so eine Art integriert-kooperative Gesamtschule.

„Feste Größe im Stadtteil“

Nach Jahren der Wanderschaft durch Stadtteile wie Bemerode, Mittelfeld, Stöcken und durch Langenhagen ist die Fesh seit 1999 in Bothfeld auf dem Gelände der ehemaligen Prinz-Albrecht-Kaserne untergebracht. Bezirksbürgermeister Harry Grunenberg (SPD) nennt die Schule „eine feste Größe im Stadtteil“. In der fünften Klasse stammten rund 50 Prozent der Kinder, die an der Fesh angemeldet werden, aus dem Viertel, der Rest von anderswo, sogar aus Celle, dem Kreis Schaumburg und Hildesheim.

Christliche Eltern geben den Gründungsanstoß

Die Gründungsinitiative sei von christlichen Eltern aus unterschiedlichen Kirchengemeinden ausgegangen, berichtet Martin Köther, Vorstandsvorsitzender des Fesh-Trägervereins. Dazu seien Lehrer gekommen, die für die christliche Idee brannten. Auch in Zeiten des Lehrermangels habe Gottes Hand immer die richtigen Pädagogen an die Schule geführt, sagt Köther. Auch der Blick auf die Kinder sei christlich, man sehe jedes Kind einzeln mit seinen Stärken und Schwächen. Die Fesh sei schon inklusiv gewesen, als es den Begriff noch gar nicht gab. Am Anfang des Schultages steht der obligatorische Morgenkreis, Beten und Besinnung sind feste Bestandteile im Unterricht.

Freie Schulen fordern mehr Finanzhilfe vom Land

Gabriel legt Wert darauf, dass die Schule keine Eliteeinrichtung nur für Reiche sei: „Wir lehnen kein Kind ab, nur weil die Eltern das Schulgeld nicht zahlen können.“ So gebe es Patenschaften für Schüler aus ärmeren Familien, das Schulgeld sei ohnehin gestaffelt, je nach Einkommen der Eltern – von 50 bis maximal 490 Euro pro Monat. Damit dies auch so bleibe, müsse das Land dringend die Finanzhilfe für die freien Schulen reformieren, mahnt auch Heike Thies von der Arbeitsgemeinschaft Freier Schulen an. Das hatten jüngst auchEltern der Freien Waldorfschule Bothfeld bei einem Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) gefordert.

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