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Hannover Carolin Kebekus erhält Juliane-Bartel-Medienpreis
Nachrichten Hannover Carolin Kebekus erhält Juliane-Bartel-Medienpreis
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22:48 26.11.2019
Preise für Medienmacher: Beim NDR in Hannover wurde am Dienstag der Juliane-Bartel-Medienpreis verliehen. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Ein Pinsel streicht an der Wand entlang, rote Farbe tropft herunter. Tampons und Binden prasseln auf den Boden. Die Komikerin Carolin Kebekus – sie reitet auf einem Tampon – singt: „Die Regel ist keine Ausnahme.“ Der Song stammt aus der ARD-Sendung Pussy Terror TV – die Satirikerin Carolin Kebekus mit dem Team um Claudius Pläging hat dafür am Dienstag in Hannover den Juliane-Bartel-Medienpreis in der Kategorie Fernsehen erhalten.

Mit dem Preis zeichnen das Land Niedersachsen, der NDR und die Landesmedienanstalt Autorinnen und Autoren aus, die in ihren Fernseh-, Hörfunk- und Online-Beiträgen die Gleichstellung von Männern und Frauen thematisieren und dabei gängige Rollenklischees hinterfragen. Kebekus selbst war bei der Preisverleihung im Landesfunkhaus in Hannover nicht anwesend, weil sie zeitgleich einen anderen Auftritt hatte. Den Preis nahm Co-Autor Claudius Pläging entgegen.

Zu Gast war aber Elke Büdenbender – die Ehefrau des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherrin der Initiative „Klischeefrei“, mit der sie sich für eine geschlechtersensible Berufs- und Studienwahl einsetzt.

Verleihung des Juliane-Bartel-Medienpreises (von links): Elke Büdenbender, Sozialministerin Carola Reimann und Andrea Lütke (Leiterin des NDR-Landesfunkhauses). Quelle: Christian Behrens

Nicht nur Geschichten beschreiben, sondern schreiben

Die Jury begründete die Entscheidung für Kebekus damit, dass deren Sendung so anders sei, als alles, was man bisher in diesem Genre gesehen habe. „Carolin Kebekus beschreibt nicht nur Geschichte, sie schreibt Geschichten“, findet Jurymitglied Ilke Eßmüller. Da könne einem manchmal auch das Lachen im Halse stecken bleiben. Doch wo endet der Humor in Fragen von Rollenkonflikten? Sozialministerin Carola Reimann hat da eine Antwort: „Man kann es manchmal nur mit Humor ertragen.“

Bricht nach Meinung der Jury eine Lanze für alle Frauen: Komikerin Carolin Kebekus, die bei der Preisverleihung allerdings nicht anwesend war. Quelle: Oliver Berg/dpa

Elke Büdenbender hingegen sieht dort Grenzen, wo das Leiden der Frauen im Mittelpunkt steht. Etwa wie es ein nominierter Beitrag in der Kategorie Online über Genitalverstümmelung zeige. „Dann bin ich nicht humorvoll, sondern humorfrei.“

Der Preis ist nach der Journalistin Juliane Bartel (1945-1998) benannt, die sowohl als Hörfunk- und Fernsehmoderatorin arbeitete. Ihr Durchbruch beim Fernsehen gelang ihr mit der Talkshow „3 nach 9“. Zuvor hatte sie bereits die ZDF-Sendung „Spielraum“ moderiert. Der Preis wird in fünf Kategorien aus den Bereichen Hörfunk, Online und Fernsehen verliehen und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

In der Kategorie Hörfunk wurden die Sendungen „Schwangerschaftsabbruch – Ein Tabu und seine Folgen“ von Gaby Mayr für den Deutschlandfunk und die rbb-Sendung „Kopftuchlos in Teheran“ von Weronika Bohusz ausgezeichnet. Der Preis für die beste Reportage im Fernsehen ging an „Bauhausfrauen“ von Susanne Radelhof für die ARD. Die beste Reportage unter zehn Minuten Länge ist „Mit Witz gegen den Schönheitswahn – Frauen wehren sich“ von Nils Altland und Lisa Hagen.

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