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Hannover „Christoph 4“ absolvierte 2018 insgesamt 1480 Einsätze
Nachrichten Hannover „Christoph 4“ absolvierte 2018 insgesamt 1480 Einsätze
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00:20 01.02.2019
Bundespolizei-Pilot Dietmar Naumann (v. l.), Johanniter-Notfallsanitäter Volker Hubrich und MHH-Notarzt Christian Macke vor „Christoph 4“. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Der RettungshubschrauberChristoph 4“ aus Hannover ist einer der vielbeschäftigtsten in Deutschland. Der Helikopter musste im vergangenen Jahr 1480 Mal zu Notfällen aufbrechen – 2017 waren es noch 1433 Starts. Damit belegt er im bundesweiten Vergleich Platz drei, nur die Standorte Kempten im Allgäu und Hamburg haben mehr. Die Zahlen gab das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) am Dienstag an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bekannt. Dort ist „Christoph 4“ seit 1972 stationiert, die drittälteste Basis Deutschlands. Bundesweit absolvierten die Luftretter 15.485 Einsätze.

Mit am häufigsten musste der Rettungshubschrauber 2018 auf den Autobahnen 2 und 7 landen. „Dort haben Lkw-Unfälle massiv zugenommen“, sagte Volker Hubrich von den Johannitern und Notfallsanitäter an Bord. Das belegt auch die Statistik: 2018 starben allein auf der A 2 insgesamt 15 Menschen, im Vorjahr waren es noch vier. Darüber hinaus mussten die Luftretter im Sommer einen drastischen Anstieg an Ertrinkungsunfällen feststellen – allein im Raum Hannover starben fünf Menschen. „Das war vielleicht durch das sehr gute Wetter bedingt und ist hoffentlich kein Trend“, so Hubrich. Seit November hat „Christoph 4“ ein mechanisches Reanimationsgerät an Bord, um unter anderem bei Badeunfällen die Überlebenschancen zu erhöhen.

Startbereit zwischen Sonnenauf- und -untergang

Angesichts der fast 1500 Einsätze im Raum Hannover sprach BBK-Präsident Christoph Unger am Dienstag von einer „beeindruckenden Zahl, hinter der auch immer Schicksale stecken“. Die orangefarbenen Rettungshubschrauber sind täglich zwischen Sonnenauf- und -untergang im Einsatz, derzeit bedeutet das von etwa 8 bis 17 Uhr. Christoph Niedersachsen“ von der DRF Luftrettung in Langenhagen ist der einzige Rettungshubschrauber im Bundesland mit Nachtsichtgeräten. Die BBK-Standorte werden von einem Zusammenschluss verschiedenster Organisationen betrieben. In Hannover etwa stellt die Bundespolizei die Piloten, die Johanniter den Notfallsanitäter und die MHH den Notarzt. Das BBK beschafft und verwaltet die deutschlandweit 18 Maschinen. „Luftrettung ist Teamarbeit“, sagte Unger daher.

Christoph 4“ agiert in einem Radius von rund 30 Kilometern, in Einzelfällen fliegt er auch noch weiter. „Im Sommer mussten wir fast bis nach Emden“, sagte der Ärztliche Leiter Dr. Christian Macke am Dienstag – 180 Kilometer in 45 Minuten. Dort gab es einen schweren Verkehrsunfall mit mehreren Verletzten „und wir waren der einzige freie Rettungshubschrauber in ganz Norddeutschland“. Ohnehin gebe es kaum einen Ort, an dem der Helikopter noch nicht landen musste. Darunter waren ein Deich, eine Lichtung im Wald oder die Kante eines Steinbruchs. Bundespolizei-Pilot Dietmar Naumann: „Teils müssen wir mitten in der Pampa runter.“

Rekord sind 17 Einsätze am Tag

Die Maßgabe bei jedem Alarm ist, dass „Christoph 4“ binnen zwei Minuten in der Luft ist. Nach einem Einsatz dauert es im besten Fall bloß zehn Minuten, bis der orangefarbene Helikopter wieder startklar ist. Jeweils 45 Prozent der Einsätze machen Unfälle und internistische Notfälle wie Herzinfarkte aus, weitere zehn sind Einsätze mit verletzten Kindern. Vor allem im Sommer komme es laut Hubrich vor, dass sie im Schnitt sieben Mal am Tag ausrücken müssen. Der Rekord liege bei 17 Flügen, sei aber schon einige Jahre her. Die schönsten Momente sind laut Notarzt Macke, wenn einst Schwerstverletzte oder fast schon Totgeglaubte sich später völlig genesen bei den Luftrettern bedanken. „Dann weißt du wieder, warum du diesen Job machst.“

Von Peer Hellerling

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