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Hannover 1,2 Millionen Euro für neue Heimat
Nachrichten Hannover 1,2 Millionen Euro für neue Heimat
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16:16 08.01.2018
Bauen mit am Haus der Religionen: Wolfgang Reinbold, Hamideh Mohagheghi, Dirk Felsmann und Martin Tenge.  Quelle: Frank Wilde
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Hannover

 So ein Haus, sagt Propst Martin Tenge, falle nicht vom Himmel, ein Geschenk des Himmels sei es aber doch. Der Katholik spricht auf einer Pressekonferenz in der entwidmeten evangelischen Athanasiuskirche in Hannovers Südstadt, neben ihm hört die Muslima Hamideh Mohagheghi zu. Es ist an diesem Morgen eine interreligiöse Veranstaltung, was in der Natur der Sache liegt: Das Haus der Religionen, das einzige seiner Art in Deutschland, wird umgebaut, und es soll größer und schöner werden. „Mehr Strahlkraft“ wünscht sich Wolfgang Reinbold, Vorsitzender des Hauses, wenn etwa Anfang 2020 alles fertig ist. 

Wesentlicher Teil ist der Umbau des früheren Gottesdienstraumes. Es wird ein Saal für Diskussionen und Vorträge entstehen, dazu kommt Platz für eine multimediale Dauerausstellung. Für Schüler ist ein Gruppenraum geplant sowie ein Raum für Gespräche. Über dem künftigen Saal bauen die Eigentümer acht Mietwohnungen. Das hat im Nebeneffekt den Vorteil, dass die abweisende Steinarchitektur der 1962 gebauten früheren Kirche durch großflächige Glasfronten ersetzt wird. Das Haus der Religionen bekommt einen eigenständigen Eingang, ebenfalls aus Glas, damit es von außen als selbstständige Institution zu erkennen ist. Insgesamt wächst man auf wohl 800 Quadratmeter und damit um ein vielfaches. Fünf Mitarbeiter, darunter Religionswissenschaftler, sollen Besucher informieren. 

„Der Umbau ist eine große Herausforderung“, sagt Hauseigentümer und Projektentwickler Dirk Felsmann. Weil der Bebauungsplan bislang nur eine kirchliche Nutzung zulasse,  spreche man derzeit jedes Detail mit dem Baudezernat ab, „von der Farbe der Türklinken bis zur Fassade“. Felsmann, dessen Söhne in der Athanasiuskirche getauft worden sind, gab zudem ein ungewöhnliches Versprechen. Sollte der Etat von 1,2 Millionen Euro überzogen werden, würden die Eigentümer den Rest übernehmen, der Umbau sei deshalb „ein Fass mit Boden“.

Noch hat Vorsitzender Felsmann erst 800.000 Euro zusammen. Das Geld stammt von der evangelischen Kirche, dem Bistum Hildesheim, Klosterkammer, der Region Hannover, Spenden und weiteren Religionsgemeinschaften. „Die kleinen Gemeinden können mit den christlichen Kirchen natürlich nicht konkurrieren“, sagt Hamideh Mohagheghi, man wolle aber zum Beispiel bei Freitagsgebeten in Moscheen um Spenden werben. Private Förderer des Hauses können symbolischen Raum kaufen, ein Quadratmeter kostet 400 Euro (auch zu halben und viertel Teilen erhältlich), eine Mitgliedschaft im Förderverein kostet ab 60 Euro im Jahr. 

Das Haus der Religionen wirkt, bei Licht besehen, derzeit in sehr überschaubaren Verhältnissen. Einen kleinen Saal für Veranstaltungen teilt man sich mit anderen Einrichtungen im Kirchengebäude, es gibt noch ein Büro, eine Ausstellung findet nur auf dem Flur Platz. Kommen Studenten für ein Praktikum, haben sie keinen festen Arbeitsplatz. Schüler sitzen mitunter im Treppenhaus. Zu improvisiert, sagt Reinbold: „Wir leben seit 30, 40 Jahren in einer multikulturellen Gesellschaft, Religion ist extrem wichtig, und deshalb brauchen wir eine professionelle Bildungseinrichtung für alle, die mit Religion zu tun haben.“ So sieht es auch Propst Tenge: „Integrationsdebatten klammern Religion oft aus. Aber sie ist ein real existierender Faktor des Menschseins.“

Von Gunnar Menkens

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