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Hannover Die kleine Raupe Nimmersatt kommt ins Museum
Nachrichten Hannover Die kleine Raupe Nimmersatt kommt ins Museum
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00:17 20.05.2019
Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow (r.) mit Christa Bareis – seiner kleinen Schwester hat Eric Carle die Raupe Nimmersatt gewidmet. Quelle: www.fotowilde.de
Hannover

Der Kittel des Meisters hängt in einer Vitrine, davor sind Farben und Pinsel aus seiner Werkstatt ausgebreitet. Der Illustrator Eric Carle sei „einer der ganz großen Kinderbuchklassiker“, schwärmt Gisela Vetter-Liebenow, die Direktorin des Wilhelm-Busch-Museums. Am 25. Juni wird Carle, der heute in den Florida Keys lebt, 90 Jahre alt. Aber was ist das schon gegen den runden Geburtstag seines berühmtesten Geschöpfes – der kleinen Raupe Nimmersatt.

Vor 50 Jahren erschien die Geschichte um die gefräßige Raupe als eines der ersten interaktiven Mitmachbücher. Seither fand sie 50 Millionen Käufer. Wie Max und Moritz wird sie von Generation zu Generation weitergegeben; insgesamt verkauften sich die etwa 70 Bücher von Carle weltweit rund 150 Millionen Mal. Im Wilhelm-Busch-Museum ist jetzt europaweit die einzige Geburtstagsausstellung für die berühmteste Raupe der Welt zu sehen. Die familientaugliche Schau bietet einen Querschnitt durch Carles Schaffen – und es gibt bereits jetzt einen regelrechten Run auf die museumspädagogischen Angebote zur Ausstellung.

Ein Kosmos voll Getier

Die meisten Originale sind zum ersten Mal in Deutschland zu sehen. Sie stammen aus dem Eric Carle Museum of Picture Book Art in Massachusetts. Leihgebühr und Transport haben die Ausstellung zu einer der aufwendigsten in der Geschichte des Museums gemacht – und zu einer der teuersten. Das Projekt kostet rund 200 000 Euro, möglich wurde es nur durch eine konzertierte Aktion mehrere Sponsoren wie die Stiftung Niedersachsen und die Sparkassen Stiftung.

Eric Carle wurde 1929 in Syracuse, New York, als Sohn deutscher Auswanderer geboren. Diese kehrten 1935 aus familiären Gründen nach Stuttgart zurück, Carle musste als Hitler-Junge am Westwall Schützengräben ausheben. Das Heimweh zog ihn 1952 wieder in die USA, wo er als Illustrator Karriere machte. Die Ausstellung zeigt, wie er dünnes Seidenpapier bemalt, zerschneidet und in einer filigranen Kollagetechnik zu farbenfrohen Bildern kombiniert.

Die so entstandenen Werke sind durchdrungen von tiefer Liebe zur Natur, zum Wachsen und Werden, und von einem Blick für die Wunder im Kleinen. Gewidmet hat Carle das Raupen-Buch seiner kleinen Schwester. Christa Bareis ist 21 Jahre jünger als er, lebt bei Stuttgart und ließ es sich nicht nehmen, zur Ausstellungseröffnung nach Hannover zu kommen: „Unser Vater hat uns immer in die Natur mitgenommen, wir haben Würmer und Ameisen ausgegraben, und er hat uns alles erklärt“, sagte sie. Vielleicht wimmelt es deshalb so von Getier in Eric Carles Kosmos: Da sind Krokodile und Bären, Löwen und Affen, Tiger und Käfer. Und natürlich ist da die Raupe, die als Schmetterling ganz groß rauskommt.

Die Ausstellung beginnt mit einem großen Familienfest: Am Sonntag, 19. Mai, gibt es im Wilhelm-Busch-Museum im Georgengarten von 11 bis 18 Uhr Bastelaktionen und Kurzführungen. Die Schau ist bis zum 8. September zu sehen.

Von Simon Benne

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