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Hannover Erneut schwerer Abbiegeunfall am Industrieweg in Hannover
Nachrichten Hannover Erneut schwerer Abbiegeunfall am Industrieweg in Hannover
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13:34 12.07.2019
Vor einem Jahr starb an der Kreuzung von Vahrenwalder Straße und Industrieweg ein Elfjähriger, als er von einem abbiegenden 40-Tonner überrollt wurde. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Ein Radfahrer ist am Donnerstag an der Kreuzung von Vahrenwalder Straße und Industrieweg bei einem Unfall schwer verletzt worden. Ein abbiegender Autofahrer wollte den 40-Jährigen passieren lassen. Der Radfahrer stürzte allerdings bei dem Versuch, im Bogen um den Wagen herumzufahren. Vor etwa einem Jahr starb genau an der Stelle ein elfjähriger Junge, der von einem abbiegenden Lkw-Fahrer übersehen worden war. Nun hat die Stadt überraschend mitgeteilt, die Ampelschaltung doch ändern zu wollen.

Seit dem tödlichen Unfall erinnert an der Kreuzung ein weißes Fahrrad an den elfjährigen Jungen. Quelle: Clemens Heidrich

Der jetzige Unfall ereignete sich am Donnerstag gegen 17 Uhr. Nach Angaben der Polizei wollte der 22-jährige Opel-Fahrer von der Autobahn kommend nach rechts in den Industrieweg abbiegen. Da er den neben ihm fahrenden Radler bemerkt hatte, stoppte er seinen Zafira wie vorgeschrieben. „Der Radler umfuhr den Wagen und kam dann mutmaßlich aufgrund seiner Geschwindigkeit zu Fall“, sagt Polizeisprecher Mirco Nowak. Eine Berührung der beiden Fahrzeuge habe es wohl nicht gegeben. Der 40-Jährige kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.

Im April 2018 starb hier ein Elfjähriger

Der Unfall weckt Erinnerungen an den tödlichen Unfall im April 2018, bei dem ein elfjähriger Junge vor den Augen seiner Mutter von einem abbiegenden Lastwagen überrollt worden war. Der Fernfahrer hatte im Nachhinein angegeben, das Kind nicht gesehen zu haben. Der Rumäne wurde im vergangenen August vom Amtsgericht Hannover zu einer einjährigen Bewährungsstrafe wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Stadt schafft getrennte Ampelphasen

Infolge des tödlichen Unfalls entwickelte sich eine heftige Debatte darum, ob die viel befahrene Kreuzung entschärft werden muss. Die Unfallkommission und der ADFC sprachen sich für getrennte Ampelschaltungen von Radfahrern und abbiegenden Kraftfahrzeugen aus. Hatte die Stadt diese Forderung 2018 noch abgelehnt, hat sie nun ihre Meinung geändert. Die Verwaltung werde die Rechtsabbieger-Phasen von Autoverkehr und Radfahrern aus Richtung Langenhagen trennen, „sodass diese beiden Verkehrsströme nicht mehr gleichzeitig Grün haben“, teilt Sprecherin Michaela Steigerwald auf HAZ-Anfrage mit.

Diese Entscheidung kommt überraschend. Noch im Sommer 2018 verwies die Stadt darauf, alle gesetzlichen Richtlinien an der Unfallkreuzung einzuhalten. Zu dem Ergebnis kam ein seitens der Verwaltung beauftragter Gutachter. Die großen Kreuzungen an der Vahrenwalder Straße wurden lediglich mit neuen, auffällig rot markierten Fahrradfurten ausgestattet – jedoch „unabhängig vom Unfall“, wie die Stadt damals betonte.

Entscheidung „im Sinne des Radverkehrs“

Doch woher kommt das jetzige Umdenken? Der Gutachter sei damals von deutlich mehr Verkehr durch eine neue Firmenansiedlung am Industrieweg ausgegangen, weshalb laut Stadt durch die Umgestaltung der Kreuzung lange Staus befürchtet wurden. „Das hat sich so aber nicht eingestellt“, sagt Steigerwald. Deshalb sei die Lage neu bewertet und eine Entscheidung „im Sinne des Radverkehrs“ getroffen worden. Die getrennten Grünphasen sollen im August oder September eingerichtet werden.

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