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Hannover Finanzamt bleibt vorerst geschlossen
Nachrichten Hannover Finanzamt bleibt vorerst geschlossen
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00:16 11.01.2018
Das Finanzamt Hannover-Land I in Ricklingen bleibt nach den Funden von mehreren Brandsätzen bis auf Weiteres für die Öffentlichkeit geschlossen. Quelle: Peer Hellerling
Hannover

 Das Finanzamt Hannover-Land I in Ricklingen bleibt nach den Funden von inzwischen drei Brandsätzen bis auf Weiteres geschlossen. Seit Montagmorgen weisen Zettel am Eingang darauf hin, dass das Amt an der Göttinger Chaussee für die Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Der Betrieb im Finanzamt geht jedoch weiter. „Das Finanzamt bleibt voraussichtlich bis einschließlich Mittwoch für den Publikumsverkehr geschlossen“, sagt Christian Franke, Sprecher des übergeordneten Landesamtes für Steuern. Ausnahmen bestehen jedoch für bereits abgemachte Termine. „Diese gelten weiterhin.“

Grund für die Maßnahme seien die derzeitigen Ermittlungen der Polizei. So sollen die Abläufe innerhalb des Finanzamtes laut Franke möglichst wenig beeinträchtigt werden. „Es wird so auch nicht zu Verzögerungen kommen“, sagt er. Abgesehen vom Ausschluss der Öffentlichkeit werde an der Göttinger Chaussee wie gewohnt gearbeitet. Alle rund 260 Mitarbeiter des Finanzamtes Hannover-Land I seien regulär im Dienst. Einzige Änderung: Die Polizei fährt derzeit vermehrt Streife am Finanzamt – sowohl zivil als auch uniformiert.

Drei Funde innerhalb eines Monats

Im Finanzamt in Ricklingen waren seit Anfang Dezember laut Polizei „drei potenziell funktionsfähige“ Brandsätze entdeckt worden, die letzten beiden am vergangenen Freitag und Sonnabend. Wer hinter den Taten steckt, ist nach wie vor offen. Der erste Fund war bereits am 4. Dezember, damals sei die Öffentlichkeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht informiert worden. Das Landeskriminalamt untersucht inzwischen alle drei Brandsätze. „Die Ermittlungen dauern weiter an“, sagt Behördensprecherin Martina Stern.

Die drei Funde waren am Montag das vorherrschende Thema im Finanzamt und bei den Hannoveranern. Vormittags wurden zum Beispiel alle Mitarbeiter über die aktuellen Geschehnisse informiert. Wie Landesamtsprecher Franke bestätigt, seien auch die anderen Finanzämter in Kenntnis gesetzt worden. „Eine erhöhte Gefährdungslage gibt es aber nicht“, sagt er. Nichtsdestotrotz erging der Hinweis, noch mehr als sonst auf verdächtige Gegenstände zu achten. Weitere Sicherheitsvorkehrungen würden vom Ermittlungsergebnis der Polizei abhängig gemacht.

„Man äußert seinen Unmut doch nicht mit einem Brandsatz“

Die Besucher des Finanzamtes rätseln unterdessen, wer für die Brandsätze verantwortlich ist. Ein Bekennerschreiben gibt es nach Polizeiangaben bislang nicht. „Das ist einfach verrückt“, sagt Ewa Kucmann. Es sei zwar nachvollziehbar, dass jemand ein Problem mit dem Finanzamt habe. „Aber man äußert seinen Unmut doch nicht mit Brandsätzen“, sagt die 49-Jährige. Tom Krüger schließt einen terroristischen Hintergrund aus. „Es wird wohl ein unzufriedener Steuerzahler sein“, sagt der 53-Jährige.

Horst Schmid vermutet vielmehr einen Verdächtigen, der sich im Ricklinger Finanzamt auskennt oder womöglich dort arbeitet. „Anhand der Fundstellen muss es sich um einen Insider handeln“, sagt der 76-Jährige. Denn: Alle Gegenstände wurden im Inneren des Finanzamtes entdeckt. Den zweiten Brandsatz hatte ein Mitarbeiter am Freitag in einem Aktenraum bemerkt. Zu den genauen Fundorten der anderen Brandsätze schweigt die Polizei allerdings – um nicht zu viel Täterwissen preiszugeben.

Von Peer Hellerling

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