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Hannover Fitnessstudio erlaubt nun doch Kopftuch beim Training
Nachrichten Hannover Fitnessstudio erlaubt nun doch Kopftuch beim Training
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00:15 02.04.2019
Zomaijah Ahmadi darf bei Fitnessloft nun überraschend doch mit Sportkopftuch trainieren. Quelle: Moritz Frankenberg/privat
Hannover

Die Fitnessstudiokette Fitnessloft erlaubt einer 36-jährigen Muslima aus Hannover nun doch, ein Kopftuch beim Training zu tragen. Wochenlang hatte Zomaijah Ahmadi dafür gestritten, sie sah sich diskriminiert und in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt. In der Laatzener Filiale musste die junge Frau die Trainingsfläche verlassen, weil sie ihren Hidschab nicht ablegen wollte. Fitnessloft wiederum begründete das Verbot damit, dass laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen alle Kopfbedeckungen wegen des erhöhten Verletzungsrisikos verboten sind. „Die jetzige Wende kam deshalb völlig überraschend“, sagt Ahmadi nun erfreut.

Vor Kurzem habe es laut Ahmadi ein klärendes Gespräch in den Räumen der Antidiskriminierungsstelle der Landesbeauftragten Doris Schröder-Köpf (SPD) gegeben. Auch sie hatte die 36-Jährige eingeschaltet. Zum Treffen waren laut Ahmadi ein Regions- sowie ein Expansionsleiter von Fitnessloft nach Hannover gekommen. „Wir haben uns alle sehr angenehm unterhalten“, erinnert sich Ahmadi. Der türkischstämmige Expansionsleiter habe demnach selbst eine Mutter, die mit Kopftuch im Fitnessstudio trainiere. Bei dem Treffen wurde vereinbart, dass die 36-Jährige mit einem sogenannten Sporthidschab trainieren darf – eine besonders eng anliegende Variante des klassischen Kopftuchs.

Fitnessloft erlaubt Sporthidschab

„Ich bin sehr zufrieden, dass sich die Angelegenheit ohne Rechtsstreit zum Guten gewendet hat“, sagt Zomaijah Ahmadi. „Zum Glück ist der Trubel jetzt vorbei.“ Die gebürtige Deutsche mit afghanischen Wurzeln hatte ihr Erlebnis bei Fitnessloft im Februar öffentlich gemacht. „Mir ging es nicht nur um mich“, sagt sie, „ich wollte auch die Position von vielen Frauen vertreten, die sich vielleicht nicht trauen, das Problem anzusprechen.“ Nach ihren Angaben habe Fitnessloft zudem angekündigt, Sporthidschabs bundesweit zu gestatten – auch wenn das generelle Verbot von Kopfbedeckungen bestehen bleiben soll. Andere Fitnessstudios im Raum Hannover haben kein solches Tabu.

Gründe für Umdenken unklar

Was zum Umdenken geführt hat, ist unklar. Bei einem ähnlich gelagerten Fall im Juli 2018 aus Düsseldorf blieb das Unternehmen bei seiner harten Linie. Die Kette aus Braunschweig reagierte bislang nicht auf Anrufe und eine schriftliche Anfrage der HAZ. Noch im Februar hatte Fitnessloft aber schriftlich mitgeteilt, auch jetzt bei seinen rigiden Vorgaben bleiben zu wollen. Man sei demnach versucht, „alle vermeidbaren Verletzungsrisiken zu minimieren“. Daher habe man jede Form von Kopfbedeckungen untersagt, „die für das eigene Training nicht essentiell ist“. Selbst einen Sporthidschab, wie er sogar bei den Olympischen Spielen getragen werden darf, akzeptierte die Kette im Februar noch nicht.

Von Peer Hellerling

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