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Hannover Fichteschule lernt von der Gemüseackerdemie
Nachrichten Hannover Fichteschule lernt von der Gemüseackerdemie
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11:15 23.05.2019
Erst pflanzen, dann ernten und essen: Grundschülerinnen Erva (v. li, 7), Laura (9) und Esila (8) bepflanzen ihren Schulgarten an der Fichteschule. Quelle: Katrin Kutter
Hainholz

 Laura (9) möchte später selbst einen Garten haben und ihr eigenes Gemüse großziehen. Wie das geht, hat sie jetzt bei einer gemeinsamen Aktion der Gemüseackerdemie und der AOK Niedersachsen gelernt. Im Schulgarten der Fichteschule haben die Schüler Gemüsebeete angelegt und Kartoffeln, Rote Beete, Mangold, Radieschen, Palmkohl und Kohlrabi angepflanzt. Umgegraben hatten sie die Beete schon vor den Osterferien. „Gurken und Möhren, aber auch Salat mag ich gerne“, sagt Laura. Die siebenjährige Erva findet auch, dass Gurken am besten schmecken. Die Familie der achtjährigen Esila hat einen Schrebergarten. Eigenes Obst und Gemüse anzupflanzen und später zu ernten, findet sie toll.

Gemüse wächst nicht im Supermarkt

Behutsam nimmt Laura die Kohlrabipflanze in die Hand, um sie in das Erdloch zu setzen, das sie zuvor mit ihrer kleinen Schaufel ausgehoben hat. „Du musst sehr vorsichtig sein, die Pflanze kann beschädigt werden“, sagt Marlena Wache vom Verein Gemüseackerdemie. Die Neunjährige füllt Wasser in das kleine Loch, lässt es versickern und drückt dann den Kohlrabi hinein.

„Die Kartoffel ist für Kinder eine besonders faszinierende Pflanze“, sagt Wache, „wenn sie sehen, dass aus einer kleinen Pflanze so viele Kartoffeln entstehen.“ Genau dieses Gefühl, etwas Selbstgepflanztes in den Händen zu halten und später dann zu essen, vielleicht sogar schon auf dem Gemüsebeet, ist das Ziel der Gemüseackerdemie. Es geht um Wertschätzung für Natur und Lebensmittel. Gemüse wächst eben nicht im Supermarkt.

Gesundes Essen will gelernt sein

Es geht aber auch um das Bewusstsein für eine gesunde Ernährungsweise. „Das Projekt fördert die Kindergesundheit und Bildungsqualität gleichermaßen“, sagt AOK-Regionaldirektorin Brigitte Scharf. Die Fichteschule ist eine von insgesamt 20 Schulen landesweit, die an der Aktion beteiligt sind. Im vergangenen Jahr hatte schon die Integrierte Gesamtschule Vahrenheide/Sahlkamp begonnen, ihr eigenes Gemüse anzubauen.

Für Schulsozialarbeiter Maik Lampe geht es nicht nur um Natur und Ernährung, sondern auch um Zusammenhalt. Die Gartenarbeit machen Kinder aus dem Ganztag zusammen mit Schülern, die in den Hort der Arbeiterwohlfahrt Kita Voltmerstraße gegenüber gehen: „Das hat auch viele positive Effekte für die soziale Kompetenz.“ Den Garten nutzen Schule und Kita sowieso schon gemeinsam. Kita-Leiter Markus Stünkel sagt: „Der Anbau von Gemüse ist eine Erfahrung, die Stadtkinder wahrscheinlich sonst nicht machen würden.“

Nur Biopflanzen, kein Dünger

In sechs Kleingruppen werden die Beete bepflanzt unter Anleitung von Experten der Gemüseackerdemie. „Wir arbeiten komplett ohne Dünger und alle Pflanzen kommen aus biologischer Anzucht“, betont Wache. Jedes Kind kann seine Fragen loswerden. Laura, Erva und Esila wollen ihren Eltern und Geschwistern erzählen, was sie gelernt haben und vielleicht zuhause selbst einen Gemüseacker anlegen. Ob Regenwurm oder anderes Krabbeltier, Hemmungen vor Tieren haben die jungen Gartenfreunde überhaupt nicht. Auch keine, sich die Hände schmutzig zu machen und in der Erde zu wühlen oder Wurzeln herauszureißen. Handarbeit ist eben Handarbeit.

Schulleiterin Ute Hannemann freut sich, dass die Kinder mit viel Begeisterung, Faszination und Engagement am ersten Pflanztag dabei sind. „Das ist nicht nur ein wunderschönes, sondern sicherlich auch ein nachhaltiges Angebot, einen eigenen Acker anzulegen, zu bearbeiten und zu pflegen. Die Kinder lernen dadurch nicht nur die verschiedenen Gemüsearten kennen, sondern auch, was es bedeutet, Verantwortung für etwas zu übernehmen.“

Ein Ganzjahresprojekt

Von nun an kümmern sich die Kinder selbst um ihre Beete. In ein paar Wochen sollen Tomaten, Zucchini und Kürbisse gepflanzt werden. Die Beete sind ein Ganzjahresprojekt. Wenn das Wetter zu schlecht sei, könne man ja auch ein paar Theoriestunden drinnen abhalten, sagt Sozialarbeiter Lampe.

Von Saskia Döhner

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