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Nachrichten Hannover Hannover hat 22 neue Stolpersteine
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11:26 12.07.2019
Steine des Erinnerns: der Künstler Gunter Demnig. Quelle: Kutter
Hannover

Es hieß, er sei an einem „Furunkel am Rücken“ gestorben. So teilte es die Anstaltsleitung seiner Mutter mit. In Wirklichkeit jedoch wurde Wolfgang Frommhold 1942 ein Opfer der Krankenmorde des NS-Regimes. Im Gehweg vor dem Haus in der Kirchröder Straße 18, wo seine Familie einst lebte, gibt es jetzt einen Stolperstein für den Mann, der nur 32 Jahre alt wurde.

Zum 14. Mal ist der Künstler Gunter Demnig am Donnerstag nach Hannover gekommen, um jene Denkmäler im Miniaturformat zu verlegen, die im Pflaster an NS-Opfer erinnern. An zwölf Orten verlegte er insgesamt 22 Steine – und jeder von diesen erinnert an ein individuelles Schicksal. „Wir möchten dort an die Menschen erinnern, wo sie ihren letzten frei gewählten Wohnsitz hatten“, sagt Karljosef Kreter vom städtischen Team Erinnerungskultur.

Insgesamt gibt es in Hannover nun 423 Stolpersteine. Die meisten erinnern an ermordete Juden, andere ehren politische Opfer des Regimes. Bereits im vergangenen Oktober war in der Kirchröder Straße ein Stein für Martin Frommhold verlegt worden. Der liberale Politiker hatte sich nach massiven Attacken der Nazis 1933 das Leben genommen.

Der Stolperstein für seinen Sohn Wolfgang liegt jetzt neben dem von Martin Frommhold. Wolfgang hatte schon als Kind unter Anfällen gelitten, seine Entwicklung verlief auffällig. Als er 13 Jahre alt war, gaben seine Eltern ihn in eine Anstalt in Rotenburg. Von dort aus wurde er mit etwa 40 weiteren Männern 1941 in die Heilanstalt Sorau verlegt. Dort ließ man die kranken Menschen verhungern oder ermordete sie mit Luminal-Spritzen. Von den 40 Rotenburgern überlebte vermutlich kein einziger.

Von Simon Benne

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