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Hannover Ortsumgehung Hemmingen wird nun doch erst 2020 freigegeben
Nachrichten Hannover Ortsumgehung Hemmingen wird nun doch erst 2020 freigegeben
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17:52 29.07.2019
Streckenweise sind auf der neuen Ortsumgehung schon erste Asphaltschichten aufgetragen. Quelle: Ingo Rodriguez
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Hannover

Schlechte Nachricht für staugeplagte Pendler: Die rund siebeneinhalb Kilometer lange Strecke um die Ortschaften Hemmingen-Westerfeld und Arnum herum soll nun doch erst in etwa einem halben Jahr freigegeben werden – und nicht, wie ursprünglich geplant, bereits in zwei Monaten. Das hat jetzt die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr auf Nachfrage mitgeteilt. „Es haben sich einige Ausführungspläne verändert und mehrere Dinge summiert, deshalb braucht die Baufirma etwas länger als ursprünglich geplant“, sagt der Leiter des Geschäftsbereichs Hannover, Friedhelm Fischer.

Schon streckenweise asphaltiert

Fast fünf Jahre nach dem ersten Spatenstich im Herbst 2014 nennt Fischer jetzt zusätzliche Arbeiten am Entwässerungssystem im Straßenunterbau als einen Grund für die Verzögerung. Für viele Außenstehende und Pendler ist das beim Anblick einiger Umgehungsbereiche entlang der Umleitungsstrecken überraschend: Streckenweise ist schon Hunderte Meter weit Asphalt zu sehen. Auch die Schilder entlang der Umleitungen – unter anderem kurz hinter dem Landwehrkreisel in Hannover-Ricklingen – kündigen weiterhin die Freigabe der neuen Umgehungsstraße für September 2019 an. Demnach sollte ursprünglich schon in wenigen Wochen das Fernziel des Großprojekts erreicht sein: die Hemminger Ortsdurchfahrt vom Durchgangsverkehr der Bundesstraße 3 zu entlasten.

Unmittelbar hinter dem Landwehrkreisel wird auf einem Schild noch der inzwischen nicht mehr haltbare Freigabetermin verkündet. Quelle: Ingo Rodriguez

„Die schon asphaltierten Zonen bestehen bislang nur aus einem Mineralgemisch als Untergrund und einer bituminösen Tragschicht“, erläutert Behördenleiter Fischer. An diesen Standorten müssten aber noch – etwa zwölf Zentimeter dick – eine Binderschicht und die oberste Asphaltdecke aufgetragen werden. Im Süden bei Arnum bestehe der Streckenverlauf derzeit sogar noch aus Sanduntergrund. Südlich von Arnum soll die Umgehungsstraße künftig wieder auf die bisherige B 3 zurück führen.

Freigabe ist nun für die erste Jahreshälfte 2020 geplant

„Ende des ersten oder Mitte des zweiten Quartals 2020 soll die Strecke freigegeben werden. Etwa im Dezember wissen wir das genauer“, sagt Fischer. Es sind demnach nicht die noch ausstehenden Asphaltierungsarbeiten, die für die meiste Verzögerung sorgen. „Es fehlt nach dem Fahrbahnbau noch die gesamte Ausstattung der Strecke: Schutzplanken, Beschilderung, Fahrbahnmarkierungen“, sagt der Behördenleiter. Vor allem die Fahrbahnmarkierungen seien kurz nach dem Aufbringen sehr witterungsempfindlich. „Vor dem Winter schaffen wir das nicht mehr, sondern erst im nächsten Frühjahr“, sagt Fischer.

Derzeit werden Zufahrt und Anschlussstück errichtet

Eher abgeschlossen sind die Bauarbeiten für eine neue Brücke über dem Mühlenholzweg – etwa 200 Meter vom Landwehrkreisel entfernt. „Diese Brücke wird in diesem Jahr fertig“, sagt Fischer. Das Bauwerk soll als Zufahrt zum Beginn der Umgehungsstrecke dienen. Die Ortsumgehung beginnt wenige Meter weiter auf einer bereits fertigen Brücke über der Göttinger Chaussee. Darunter soll später auch die Stadtbahn von Ricklingen weiter bis nach Hemmingen führen. Und unter dieser Brücke wird derzeit auch noch der B-3-Verkehr zur alten Ortsdurchfahrt in Hemmingen geführt – lange Ampelphasen inbegriffen.

Hinter dem Landwehrkreisel wird der Verkehr vor dem Beginn der neuen Ortsumgehung derzeit noch unter einer neuen Brücke nach Hemmingen auf die alte Ortsdurchfahrt geleitet. Quelle: Ingo Rodriguez

Insgesamt wurden für die siebeneinhalb Kilometer lange Umgehungsstraße laut Fischer 13 neue Brücken gebaut. Das sei zwar bei ersten Kostenschätzungen berücksichtigt worden. Trotzdem seien die Gesamtkosten für das Großprojekt von den ursprünglich geplanten 55 Millionen auf inzwischen 70 Millionen Euro gestiegen. „Das sind pro Streckenkilometer etwa 10 Millionen Euro – inklusive Grunderwerb und Flurbereinigung“, sagt Fischer.

Derzeit wird vor dem Beginn der neuen Ortsumgehung noch eine neue Brücke als Zufahrt zur Umgehungsstraße gebaut. Quelle: Ingo Rodriguez

Mehr Geld und Zeit muss die Straßenbaubehörde auch für ein weiteres Großprojekt einplanen, das in unmittelbarem Zusammenhang mit der neuen Ortsumgehung steht: Um den zusätzlich erwarteten Verkehr in der Nord-Süd-Achse besser aufzunehmen, sollte ursprünglich bereits in diesem Herbst der Landwehrkreisel für rund 500.000 Euro um eine Fahrspur nach innen erweitert werden. Für den Ausbau soll die bisherige Fläche der Grüninsel als Erweiterung genutzt werden. „Es gibt aber einen Verdacht auf alte Kampfmittel im Erdreich“, sagt Fischer. Vor dem Umbau müsse deshalb eine beauftragte Firma die Fläche auf möglicherweise verschüttete Munitionsreste oder Weltkriegsblindgänger untersuchen. „Wir haben den Ausbau des Kreisels wegen der Kampfmittelsondierung in das nächste Jahr verschoben“, sagt Fischer.

Die Grüninsel des Landwehrkreisels soll wegen des Verdachts auf alte Munitionsreste oder Weltkriegsblindgänger im Erdreich vor dem Ausbau genau untersucht werden. Quelle: Screenshot: Google Maps

Von Ingo Rodriguez

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