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Hannover Türkischer Hochzeitskorso auf A2 löst Polizeieinsatz aus
Nachrichten Hannover Türkischer Hochzeitskorso auf A2 löst Polizeieinsatz aus
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14:50 28.04.2019
Trotz sofortiger Fahndung konnten die vier Fahrzeuge vor der Polizei entkommen. Quelle: Roland Weihrauch
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Hannover

Mit Warnblinkern feiernd über die Autobahn: Ein türkischer Hochzeitskorso auf der A 2 zwischen Wunstorf-Kolenfeld und Hannover-Herrenhausen hat am Sonnabend den Verkehr Richtung Berlin massiv behindert und gefährdet. „Die vier Wagen sind mit etwa 80 Stundenkilometern nebeneinander auf allen drei Fahrstreifen unterwegs gewesen“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe. Nach seinen Angaben hatte mindestens ein Wagen eine türkische Flagge im Fenster. Mit ihren Manövern hätten die Unbekannten alle anderen Autos abgebremst und am Überholen gehindert. Die Ermittler suchen dringend Zeugen des Vorfalls.

Eine 57-jährige Jaguar-Fahrerin hatte die Beamten am Sonnabend gegen 14.10 Uhr alarmiert und vom türkischen Hochzeitskorso berichtet. Ihren Angaben zufolge fuhren ein gelber und ein weißer Mercedes, ein Land Rover und ein weiterer weißer Wagen auf der Autobahn Richtung Berlin, die 57-Jährige musste deshalb bei Kolenfeld abbremsen. Mit eingeschaltetem Warnblinker hätten sich die vier Fahrzeuge der Hochzeitsgesellschaft über alle Fahrspuren verteilt. Erst an der Anschlussstelle Hannover-Herrenhausen seien die Autos auf die Bundesstraße 6 Richtung Innenstadt abgebogen.

Polizei sucht Zeugen

„Trotz eingeleiteter Fahndungsmaßnahmen konnten die Fahrzeuge nicht mehr lokalisiert werden“, sagt Schiewe. Es sei lediglich bekannt, dass zwei der gesuchten Wagen Hamelner Kennzeichen hatten. Derzeit würden die Halterangaben überprüft, ein Ergebnis liege laut Schiewe aber noch nicht vor. Die Autobahnpolizei ermittelt wegen Nötigung und bittet um Zeugenhinweise. Die Beamten sind erreichbar unter Telefon (0511) 109 89 30.

„Bewusst provokantes Verhalten“

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Hochzeitskorso am 13. April bei Burgdorf. Dort hatten Kurden auf der Bundesstraße 3 zwischen Ramlingen und Schillerslage ebenfalls eine Eheschließung auf illegale Weise gefeiert und sogar Schüsse aus den Fahrzeugen abgegeben. 20 Fahrzeuge sollen an dem Korso beteiligt gewesen sein, neun davon konnten letztlich in Hannover gestoppt werden. Alexander Zimbehl, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), bezeichnet Hochzeitskorsos als „bewusst provokantes strafbares Verhalten“. Die Gruppen wollen nicht feiern, sondern ihre Macht demonstrieren. „Es geht den Leuten darum, Grenzen zu überschreiten und Regeln nicht einzuhalten“, sagt Zimbehl.

Länder wollen gegen Hochzeitskorsos vorgehen

Deshalb unterstützt der Gewerkschafter den Vorstoß der Länder, härter gegen die Feiernden vorgehen zu wollen. „Den Menschen muss klar sein, dass unsere Gesetze und Authoritäten anzuerkennen sind“, sagt Zimbehl. Allein die Polizei in Nordrhein-Westfalen musste am Osterwochenende zu 38 ausgearteten Hochzeitskorsos ausrücken. Das niedersächsische Innenministerium beispielsweise will den Umgang mit den Autokorsos „zeitnah in den Gremien der Polizei der Länder und des Bundes thematisieren“, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Laut Zimbehl müssen diese Vergehen grundsätzlich als Straftaten gewertet werden. „Das ist jedes Mal mindestens Nötigung und gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr“, sagt er. Bei Schüssen kämen noch Verstöße gegen das Waffengesetz dazu. „Dieses Verhalten ist lebensgefährlich.“ Gleichzeitig appelliert Zimbehl an Unbeteiligte, illegale Hochzeitskorsos möglichst früh der Polizei zu melden, „damit die Beamten schnell handeln können“.

Von Peer Hellerling

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