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Hannover Hündin wird von Stadtbahn mitgeschleift und schwer verletzt
Nachrichten Hannover Hündin wird von Stadtbahn mitgeschleift und schwer verletzt
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00:20 27.05.2019
Die siebenjährige Tammy wurde bei dem Unfall schwer verletzt. Quelle: privat
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Hannover

Der Schreck sitzt immer noch tief bei Michaela H. und ihrer 15-jährigen Tochter Anna Lena: Am Donnerstagvormittag wurde ihr Golden Retriever Tammy von einer Stadtbahn knapp 100 Meter mitgeschleift. „Sie erlitt Verletzungen an ihrem rechten Vorderlauf, am Maul und an den Pfoten“, sagt die 52-Jährige. Anna Lena hatte ihre Mutter gemeinsam mit einer Freundin im Siloah-Krankenhaus besucht, auf dem Rückweg passierte dann der Unfall. Die Freundin hatte ihren eigenen Jack-Russell-Terrier und Emma an der Leine, den zweiten Golden Retriever von Familie H.Anna Lena war mit Tammy unterwegs.

Als die Teenager zwischen 10.40 und 11 Uhr in die Stadtbahn einstiegen, war zunächst noch alles in Ordnung. Anna Lena und Tammy waren auf gleicher Höhe, doch plötzlich sei das Warnsignal der sich schließenden Türen angesprungen. „Daraufhin machte Tammy einen Satz nach hinten“, sagt Michaela H., „meine Tochter war in der Bahn und der Hund draußen.“ Die Leine steckte in der Tür fest, sie war zu dünn für die Sicherheitssensoren. Anfangs konnte die Hündin noch mit der anfahrenden Bahn Schritt halten, doch der Zug wurde zunehmend schneller. H.: „Meine Tochter hat geschrien und versucht, die Tür aufzuziehen.“

Notbremse zeigt keine Wirkung

Tammy stürzte die Treppe des Hochbahnsteigs herunter und wurde mitgeschleift, irgendwann riss die Leine. Laut H. zog die 15-Jährige mehrfach die Notbremse, Mitreisende trommelten sogar gegen die Fahrerkabine. „Doch die Bahn fuhr noch bis zum Fischerhof weiter“, sagt die 52-Jährige. Anna Lena und ihre Freundin seien dann sofort herausgeeilt und zurückgelaufen, Tammy saß blutüberströmt neben den Gleisen. Als Michaela H. kurz darauf eintraf, kümmerte sich bereits die Tierrettung um den Hund. In der Tierärztlichen Hochschule wurde der Golden Retriever am Freitag operiert.

Auf Facebook schrieb die 52-Jährige noch am Donnerstagabend über den schrecklichen Vorfall, binnen 24 Stunden wurde der Beitrag mehr als 1100-mal geteilt und hundertfach kommentiert. Das Ziel der meisten Kommentatoren: der angeblich rücksichtslose Bahnfahrer. Doch H. stellt klar: „Mir liegt es absolut fern, ihm etwas Böses zu wollen.“ Womöglich habe er nicht einmal mitbekommen, dass Tammy mitgeschleift wurde – und danach konnte der Fahrer wahrscheinlich nicht einfach auf offener Strecke stoppen. „Überall, wo Lebewesen aufeinander treffen, können Unfälle passieren“, sagt die 52-Jährige. Allerdings ist sie irritiert, dass die Notbremse keine Wirkung hatte.

Üstra bedauert den Unfall

„Wir bedauern den Vorfall zutiefst“, sagt Üstra-Sprecherin Katja Raddatz. Die Videoaufnahmen der Haltestelle seien gesichert worden, Anfang kommender Woche soll der Stadtbahnfahrer angehört werden. Raddatz vermutet, dass die Notbremse eventuell mehr als zehn Sekunden nach Abfahrt betätigt wurde. „Davor hätte die Bahn wirklich gestoppt.“ Danach erhalte der Fahrer bloß ein Signal und entscheide selbst, wie er mit dem Notfall umgeht. Gleichzeitig appelliert Raddatz angesichts des Unfalls an alle Hundebesitzer, stets zuerst das Tier einsteigen zu lassen.

Die beiden Golden Retriever der Familie H: Die siebenjährige Tammy (rechts) und Emma. Quelle: privat

Laut Michaela H. soll Tammy keine bleibenden Schäden davontragen. „Es wird aber eine langwierige Heilung“, sagt die 52-Jährige. Sie erwägt angesichts der wohl mehrere Tausend Euro teuren Behandlung, Schadensersatz von der Üstra zu fordern. Ob das Erfolg hat, weiß sie nicht. H.: „Die Hauptsache ist, dass Tammy lebt.“ Das Unternehmen hat bereits angekündigt, mit der Familie in Kontakt treten zu wollen.

Von Peer Hellerling

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