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Hannover Bahlsen backt fürs Weihnachtsgeschäft
Nachrichten Hannover Bahlsen backt fürs Weihnachtsgeschäft
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18:50 23.08.2018
Millionen Herzen: Im Bahlsen-Werk Barsinghausen werden stündlich rund 125 000 Akora-Lebkuchen hergestellt. Quelle: Rainer-Droese
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Hannover

Es ist ein heißer Tag am Deisterrand, eigentlich ein Wetter für Freibad oder Eisdiele. Doch über Barsinghausen liegt ein leiser Hauch von Winterstimmung. „Seit Wochen schon duftet es bei uns nach Weihnachten“, sagt Petra Polley, die in der Nähe des Bahlsen-Werks wohnt. Spekulatius, Lebkuchen, Zimt: Rein olfaktorisch steht Barsinghausen mitten im Hochsommer schon knietief im Advent. Die Weihnachtsproduktion in der Keksbäckerei läuft auf Hochtouren.

Insgesamt produziert Bahlsen in diesem Jahr 7413 Tonnen Weihnachtsgebäck, ein Drittel davon in Barsinghausen – etwa 926 Lkw-Ladungen voll. „Würden wir all unsere Spekulatius-Kekse aneinander legen, kämen wir auf eine Strecke von 6000 Kilometern“, sagt Marketingleiter Dieter Lutz, „das entspricht einer Entfernung von Hannover bis kurz vor New York.“ Die Nachfrage sei in den vergangenen Jahren stets gestiegen. „Zu Weihnachten wollen die Leute Tradition – gerade in unruhigen Zeiten gibt es ein Bedürfnis nach Beständigkeit.“

Vor sechs Jahren hatte sich Bahlsen noch von der Weihnachtsbäckerei verabschieden wollen, hatte dies aber nach empörten Kundenprotesten wieder zurückgenommen.

2,1 Millionen Herzen am Tag

Während das Thermometer draußen auf 28 Grad klettert, rollen drinnen im Werk „Akora“-Herzen über das Fließband. Rund 125 000 Stück pro Stunde, 2,1 Millionen Herzen am Tag. „Wenn sie abgekühlt sind, werden sie hier mit Marmelade geimpft und dann mit Schokolade überzogen“, sagt Werksleiter Karl Reichstein. Danach werden die Herzen gewogen und in Tüten abgefüllt. Damit nichts wegschmilzt, liegt die Temperatur im Verpackungsraum nie über 20 Grad. „Das war in den vergangenen Wochen ein sehr beliebter Arbeitsplatz“, sagt Reichwein. Er beißt in eines der Lebkuchenherzen. „Jetzt sind sie noch hart“, sagt er. „Es dauert etwa zwei Wochen, bis die Marmeladenfüllung den Teig durchzieht.“

Seit 1959 produziert Bahlsen in Barsinghausen, damals war das Stammhaus in der List für die Produktion zu klein geworden. Traditionell beginnt die Weihnachtsbäckerei hier im Juni, damit Zimtsterne und Marzipanstollen Anfang September an den Handel ausgeliefert werden können. Rund um das Werk herrscht dann eine bizarre Mischung aus Hitzeflirren und Weihnachtsduft. Bis Heiligabend sind zwar noch vier Monate hin, aber Christbäume fangen ja auch nicht erst im November an zu wachsen. „Die Produkte lösen schon ab September bei vielen Kunden große Vorfreude auf Weihnachten aus, und spätestens ab Oktober steigt die Nachfrage sprunghaft an“, sagt Marketingleiter Lutz.

Kunden wollen es klassisch

Der Pro-Kopf-Verbrauch an „Saisongebäck“, wie man hier sagt, liegt in Deutschland jährlich bei etwa einem Kilo, doch Bahlsen exportiert auch nach Österreich, Nordamerika und Asien. Besonders beliebt sind Lebkuchen, die bei Bahlsen 40 Prozent des Weihnachtsumsatzes ausmachen, gefolgt von Spekulatius (21 Prozent) und Stollen (20 Prozent). „Weihnachten ist ein emotionales Fest, Generationen kommen zusammen – und für viele gehört Lebkuchen einfach dazu“, sagt Lutz.

Die Kunden wollten vor allem klassisches Naschwerk; Bahlsen setzt daher auf Tradition statt auf Trends. Dennoch gibt es auch in dieser Saison ein paar Neuigkeiten: Das Unternehmen bringt in diesem Jahr einen Schoko-Spekulatius auf den Markt. Und es wird eine Weihnachtsdosen-Edition im Nostalgie-Look geben: Das Motiv „Bunter Teller“ ziert die Büchse, die mit Akora, Contessa und Zimtsternen gefüllt ist. Unterm Weihnachtsbaum soll die Dose für Heimeligkeit sorgen. „Die Hitzewelle wird vorübergehen“, sagt Marketingleiter Lutz. Man muss kein Prophet sein, um zu ahnen, dass er recht hat. Weihnachten wird kommen. Und nach dem Fest ist vor dem Fest.

Bahlsen-Werk wächst – dank Pick-up

Rund 520 Mitarbeiter sind im Bahlsen-Werk Barsinghausen beschäftigt. Es ist einer von drei Standorten des Unternehmens in Deutschland – und dieser wächst. Das ist vor allem dem Riegel Pick-up zu verdanken; einem von rund 300 Artikeln, die hier produziert werden. Rund 171 Millionen Pick-ups wurden 2017 in Barsinghausen hergestellt. Weniger als im zweiten Produktionsstandort Berlin, wo es 260 Millionen Riegel waren. Doch Pick-ups werden immer beliebter. Daher investiert Bahlsen 15 Millionen Euro in eine neue Pick-up-Produktionsanlage in Barsinghausen. Mitte 2019 soll diese in Betrieb gehen. Dadurch würden voraussichtlich 20 neue Arbeitsplätze geschaffen, sagt Werksleiter Karl Reichstein. be

Von lni/RND

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