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Hannover Leitstellen-Debakel: Ein alarmierender Mangel an Führungskraft
Nachrichten Hannover Leitstellen-Debakel: Ein alarmierender Mangel an Führungskraft
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00:15 02.04.2019
Immer noch nicht fertig: Die Regionsleitstelle am Weidendamm. Quelle: Katrin Kutter
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Hannover

Es gab in den letzten Monaten und Jahren nicht viele gute Nachrichten in Bezug auf die neue Regionsleitstelle der Feuerwehr am Weidendamm. Halten wir also fest, dass sich jetzt eine positive Wendung andeutet: Sollten sich Stadt und Baufirma auf einen Vergleich einigen, könnte das Debakel um das neue Herz und Hirn des Rettungswesens in der Region Hannover vielleicht tatsächlich in absehbarer Zeit ein Ende finden. Doch damit wären die positiven Aspekte der Geschichte schon wieder erschöpft. Es ändert nichts daran, dass der Bau dieser Leitstelle ein Debakel geworden ist. Und wie man jetzt weiß: ein teures noch dazu.

Denn es spricht Bände, dass die Stadt tatsächlich erwägt, einem Vergleich zuzustimmen, bei dem sie knapp 18 Millionen Euro draufzahlen müsste. Rechnet man noch die 4,8 Millionen Euro dazu, die man zwischenzeitlich in die Aufrüstung der reichlich betagten Feuerwache in der Calenberger Neustadt stecken musste, um den Ausfall der Weidendamm-Leitstelle zu kompensieren, kommt man auf knapp 23 Millionen Euro Verlust. Geld, das einfach weg ist und für das die Stadt keinen Gegenwert erhält.

Verhandlungen nur hinter verschlossenen Türen

Das ist, auch für eine Großstadt wie Hannover, eine erhebliche Summe, die an anderer Stelle fehlen wird. Zum Vergleich: In Kirch­rode wird derzeit die Feuerwache 3 neu gebaut – für 25 Millionen Euro. Und das Sanierungsprogramm, mit dem die Stadt aktuell 66 Toilettenanlagen in rund 30 Schulen sanieren und ausbauen will, verschlingt ebenfalls 23 Millionen Euro. Anders gesagt: Mit der Summe, die die Stadt nun als Streitkosten für die Leitstelle verbuchen muss, hätte sie das dringend benötigte Sanierungsprogramm für die Schultoiletten verdoppeln können.

Welche Verantwortung Baufirma und Stadt jeweils an der massiven Verzögerung und damit an dem Schaden tragen, bleibt derweil unklar. Probleme wurden nie öffentlich gemacht, Verhandlungen immer nur hinter verschlossenen Türen geführt. Die Öffentlichkeit darf für den Verlust zahlen, informiert wurde sie bislang nicht. Eine für den 31. Oktober 2017 zugesagte Eröffnung der Leitstelle findet auch 17 Monate später noch nicht statt und man erwartet im Rathaus offenbar, dass das keiner Erklärung bedarf. Und im Grunde ist auch nie hinreichend begründet worden, warum Polizei und Feuerwehr sich nicht auf eine gemeinsame Leitstelle am Weidendamm einigen konnten, wie es einst geplant war.

Niemand im Rathaus übernimmt Verantwortung

Zu einem Krisenmanagement, sollte es so etwas gegeben haben, hätte gehört, dass man sowohl den Rat als auch die Öffentlichkeit nicht einfach im Dunkeln lässt. So hingegen trägt leider auch die Geschichte der Leitstelle wieder zu dem Eindruck bei, dass es im SPD-geführten Rathaus an kluger Führung mangelt. Niemand aus der politischen Spitze übernimmt Verantwortung und stellt sich dem Problem – es wird der Fachebene überlassen, sich an der unangenehmen Geschichte abzuarbeiten.

Es ist Zeit, dass sich das ändert – denn noch ist der Bau der Leitstelle gesichert. Wann die Schaltzentrale für Feuerwehr und Rettungswagen nun endlich ihren Betrieb aufnehmen wird, steht immer noch nicht fest.

Von Heiko Randermann

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