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Nachrichten Hannover Hannover muss auf Gedenktafel für Stauffenberg verzichten
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10:49 23.09.2019
„Ein Trauerspiel“: Historiker Wolfgang Leonhardt vor dem Haus am Lister Kirchweg, in dem Stauffenberg einst lebte. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Als junger Offizier diente er in Hannover, später ging er durch sein Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 in die Geschichte ein. Doch an dem Haus im Lister Kirchweg 37, in dem Claus Schenk Graf von Stauffenberg einst lebte, wird auch künftig keine Gedenktafel an den 1944 hingerichteten Widerstandskämpfer erinnern. Nach Informationen der HAZ sind die Hauseigentümer gegen die Installation einer sogenannten Stadttafel.

„Es ist ein Trauerspiel“, sagt Wolfgang Leonhardt vom Arbeitskreis Stadtteilgeschichte List, der sich seit Jahren für eine Gedenktafel einsetzt. Viele deutsche Städte würdigten Stauffenberg, doch ausgerechnet die potenzielle Kulturhauptstadt Hannover zeige sich geschichtsvergessen. Stauffenberg hatte in dem Haus am Lister Kirchweg von 1934 an zwei Jahre lang mit seiner Familie gewohnt. Die Pferdeställe der Kavallerieschule, an der Stauffenberg damals Dienst tat, waren im späteren Acanto untergebracht, in die Reithalle zog später das Cavallo ein.

Suche nach anderem Standort?

In einem Schreiben von Stadträtin Konstanze Beckedorf, das der HAZ vorliegt, heißt es, die Hauseigentümer sähen weder an der Fassade noch auf dem Grundstück einen geeigneten Platz, um eine Stadttafel in der Größe von 52 mal 78 Zentimetern anzubringen. Daher lasse sich die Installation dort nicht realisieren. „Eine Entscheidung über einen alternativen Standort bedarf einer neuen historischen Betrachtung durch unsere Historiker“, heißt es in dem Brief.

Er lebte einst am Lister Kirchweg: Claus Schenk Graf von Stauffenberg. Quelle: dpa

Auch die Angehörigen Stauffenbergs haben die Diskussion verfolgt. „Ich persönlich würde mich freuen, wenn eine Gedenktafel angebracht würde“, sagt Berthold Schenk Graf von Stauffenberg. Der 85-jährige, der bei Stuttgart wohnt, ist das älteste von vier noch lebenden Kindern des Hitler-Attentäters. Er selbst hat als kleiner Junge mit seinen Eltern in dem Haus am Lister Kirchweg gewohnt und dieses zuletzt Anfang der Siebzigerjahre besucht. In die Debatte um die Tafel wolle er sich aber nicht einmischen: „Über öffentliche Ehrungen meines Vaters muss politisch entschieden werden“, sagt er.

Der Bezirksrat hatte das Vorhaben unterstützt, doch gegen den Willen der Hausbesitzer ist das Projekt nicht zu realisieren. Historiker Leonhardt hält es für verständlich, dass diese mit der Installation einer großformatigen Stadttafel nicht einverstanden sind. Er schlägt als Kompromiss vor, ein kleineres Infoschild über dem Eingang anzubringen. Die Suche nach einem alternativen Standort hält er nicht für sinnvoll – zumal diese langwierig ausfallen könnte: „Eine Aussage über den zeitlichen Rahmen ist zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht möglich“, heißt es im Schreiben der Stadt. „Bevor da eine Entscheidung fällt“, fürchtet Leonhardt, „wird der Berliner Flughafen eröffnet.“

Von Simon Benne

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