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Hannover Wadenbeinbruch bei Fußballspiel: 25-Jähriger muss für Foul 4800 Euro Strafe zahlen
Nachrichten Hannover Wadenbeinbruch bei Fußballspiel: 25-Jähriger muss für Foul 4800 Euro Strafe zahlen
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09:00 29.11.2019
Ein 25-Jähriger wurde nun auch in zweiter Instanz wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt, weil er einen Gegenspieler grob gefoult haben soll. Verteidiger Sven Schünemann will Revision einlegen. Quelle: Alina Stillahn
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Hannover

Auch wenn es bei Fußballspielen zu Verletzungen kommen kann: Ein rechtsfreier Raum ist der Rasen nicht – zumindest bei grob regelwidrigem Spiel. Diese Grenze sah nun auch die sechste kleine Strafkammer des Landgerichts Hannover im Fall eines 25-Jährigen überschritten. Weil er einen Gegenspieler in einem Kreisklassespiel so grob gefoult haben soll, dass dessen Wadenbein brach, verurteilte die Kammer unter Vorsitz von Richterin Jana Bader den Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung im minder schweren Fall in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 40 Euro, insgesamt also 4800 Euro.

Damit fiel das Urteil noch schärfer aus als das des Amtsgerichts, das eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen verhängt hatte.

Gericht bleibt über Forderung der Staatsanwaltschaft

Die Kammer ging dabei davon aus, dass der Angeklagte seinen Gegenspieler zum Ende eines eigentlich schon entschiedenen Spiels von hinten links mit gestrecktem Bein umgegrätscht habe. „Wer so reingeht, der nimmt in dieser Situation in Kauf, dass er den anderen verletzt“, begründete Bader ihre Entscheidung – selbst wenn der Angeklagte noch eine Chance hatte, den Ball zu erreichen. Somit habe der Angeklagte vorsätzlich gehandelt. Damit blieb das Gericht weit über der Forderung der Staatsanwaltschaft, die lediglich eine Verurteilung wegen fahrlässiger Körperverletzung beantragt hatte.

Verletzter macht Schadensersatz geltend

Könnte dieses Urteil also Signalwirkung haben? Davor warnte zumindest Verteidiger Sven Schünemann in seinem Plädoyer: „Überlegen Sie mal, wenn jedes Foulspiel entsprechend geahndet werden würde.“ Doch Richterin Bader beruhigte: Sie wolle noch einmal betonen, dass natürlich nicht jede Einwirkung bei einem Fußballspiel – auch nicht jede Grätsche – eine gefährliche Körperverletzung darstelle.

Doch Schünemann will nun Revision einlegen. Die Krux an dem Fall: Damit die Haftpflichtversicherung des Angeklagten zahle, dürfe er nicht wegen Vorsatzes verurteilt werden. Denn der verletzte Spieler mache außergerichtlich Schadensersatz geltend – in Höhe von etwa 12.000 Euro.

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Von Alina Stillahn

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