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Hannover Versuchte Kindesentführung: Ermittlungen dauern weiter an
Nachrichten Hannover Versuchte Kindesentführung: Ermittlungen dauern weiter an
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17:59 15.02.2019
Laut Polizei fanden auch am Freitag weitere Befragungen statt – bislang ohne Ergebnis. Quelle: dpa
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Hannover

Auch einen Tag nach Bekanntwerden einer versuchten Kindesentführung nahe einer Kita in Hannover dauern die Ermittlungen der Polizei weiter an. Noch immer versuchen die Beamten zu klären, was am Nachmittag des 7. Februar in Linden-Nord wirklich geschah. Auf HAZ-Anfrage teilte ein Behördensprecher am Freitagnachmittag mit, dass weiterhin Vernehmungen laufen, es allerdings bislang keinen neuen Sachstand gebe. Es ist damit nach wie vor offen, wer der jungen Mutter womöglich das Kind wegnehmen wollte und warum.

Seit Mittwochabend wird der Fall sowohl in Hannover als auch im Internet heftig diskutiert. In einer Facebook-Gruppe war ein Beitrag mit einer Warnung aufgetaucht, wonach ein Unbekannter versucht haben soll, mindestens zwei Kinder zu entführen. Der Post wurde dutzendfach kommentiert und geteilt, auch die Polizei erfuhr so schließlich von dem Verdacht. Nach Angaben der Ermittler stellt sich der Fall derzeit so dar, dass ein etwa 50-jähriger, korpulenter Mann mit grauen, zotteligen Haaren versucht haben soll, einer 24-jährigen Mutter die Kinderkarre samt dreijährigem Sohn zu entreißen. Nachdem er scheiterte, soll der Mann in einen silbernen VW gestiegen und geflohen sein. Hinweise werden unter Telefon (0511) 109 39 20 erbeten.

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Gerüchte auf Facebook und Whatsapp

Meldungen auf Facebook und bei Whatsapp, die bereits von vier Entführungsversuchen in Linden-Nord berichten, bestreitet die Polizei vehement. Diese seien lediglich Gerüchte, es gebe nur den einen jetzt bekanntgewordenen Fall. Auch der Ursprung des an mehreren Stellen im Stadtteil aufgetauchten Warnschreibens ist bis jetzt nicht geklärt – ebenso wenig, warum es erst eine Woche nach dem Übergriff aufgehängt wurde. Die Polizei hatte ihrerseits am Donnerstag sowohl auf Facebook als auch auf Twitter zur Besonnenheit gemahnt. „Streut keine Gerüchte in den sozialen Netzwerken, sondern meldet euch bei Beobachtungen bei einer Polizeidienststelle oder wählt im Notfall 110“, schrieben die Ermittler.

Kinderwagen bloß ruppig angefasst?

Doch selbst am offiziell bestätigten Verdachtsfall bestehen Zweifel. Nach HAZ-Informationen soll die betroffene Mutter bereits am Morgen nach der Tat der Awo-Kita an der Herbartstraße, bei der ihr Kind betreut wird, einen andere Version geschildert haben. Demnach habe ein möglicherweise verwirrter Mann die Karre bloß etwas ruppiger angefasst. Welche Variante des Vorfalls die richtige ist, müssen nun die Ermittlungen zeigen. Die Polizei jedenfalls hat nach Bekanntwerden des möglichen Entführungsversuchs ihre Streifenwagenbesatzungen im Stadtteil sensibilisiert. Sie sollen Ausschau nach dem möglichen Täter halten.

Lesen Sie mehr: Was wir über den Entführungsversuch wissen und was wir nicht wissen.

Von Peer Hellerling

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