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Hannover Historiker erforscht alte Radrennbahn
Nachrichten Hannover Historiker erforscht alte Radrennbahn
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00:19 05.01.2019
Dort stand die Mühlenschänke: Lorenz Kurz an der Stadtbahnhaltestelle Ostfeldstraße. Quelle: Benne
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Anderten

Nichts erinnert mehr an die bewegte Vergangenheit dieses Ortes. „Hier stand die Mühlenschänke“, sagt Lorenz Kurz und zeigt auf den schmucklosen Parkplatz an der Stadtbahnhaltestelle. Dann deutet er auf die nahen Reihenhäuser in der Ostfeldstraße: „Und dort war die Kurve der Radrennbahn“, sagt er.

Der passionierte Hobbyhistoriker hat ein ein fast vergessenes Stück Geschichte erforscht. In seiner jetzt veröffentlichten Broschüre „Anderten damals“ hat der 79-Jährige die Historie der Mühlenschänke und der Radrennbahn beschrieben, deren Rennen einst bis zu 6000 Besucher anzogen.

Im Jahr 1898 ließ Heinrich Volker, der umtriebige Wirt der schmucken Mühlenschänke, die 333,3 Meter lange Radrennbahn auf eigene Faust in der Nachbarschaft seines Lokals erbauen. Die rund 50 Meter lange überdachte Tribüne erstreckte sich entlang dem heutigen Bonatzweg.

Lob von Hermann Löns

Radfahren wurde Ende des 19. Jahrhunderts Volkssport; Städter machten gerne sonntägliche Touren über Land – und Lokale wie die Mühlenschänke richteten sich auf die Ausflügler ein. Auch Hermann Löns, selbst passionierter Radler, kehrte hier ein: „Das Local ist versichert gegen Raddiebstähle, Pedalpumpen giebt es hier, Flickmaterial und stets ein lustiges Wort“, schrieb er. In seiner Reportage zitierte der Schriftsteller auch den Werbeslogan des Wirts: „Man stärkt sich und die Kniegelenke am besten in der Mühlenschenke.“

Heinrich Volker war eine illustre Gestalt; der gelernte Windmüller trat auch als Unterhalter auf, verfasste Lieder und Gedichte – und achtete auf seinen Umsatz. Seine Rennbahn sah er durchaus als Instrument, das Geschäft anzukurbeln. So organisierte er Rennen allein für Hannovers Schuster, Hannovers Schlachter oder Hannovers Schneider, um die Handwerker auf die Rennbahn und in sein Lokal zu locken.

„Um die Jahrhundertwende starteten hier aber auch international bekannte Fahrer“, sagt Lorenz Kurz. Bei der Eröffnung der Rennbahn am 16. Oktober 1898 gingen damalige Radsportgrößen wie Paul Albert und Willy Arend ins Rennen; trotz Regenwetters kamen rund 5000 Schaulustige. Besonders beliebt waren auch sogenannte Schrittmacher-Rennen, bei denen Radfahrer im Windschatten eines Motorrades fuhren.

Nach dem Tode Heinrich Volkers im Jahr 1905 ging es mit der Rennbahn bergab. Bis um 1910 wurden zwar noch Rennen gefahren. „Doch das Interesse ließ nach“, sagt Lorenz Kurz. Außerdem war ein Flügel der Gaststätte abgebrannt; auf späten Fotos sieht die Mühlenschänke bereits ziemlich heruntergekommen aus. Eine Zeit lang waren hier eine Heftpflasterfabrik und die Buchholzer Stottererheilanstalt untergebracht. Was von der Mühlenschänke noch stand, wurde am 16. Juni 1944 durch Bomben zerstört. Die Rennbahn war zu dieser Zeit längst Geschichte.

Die Broschüre „Anderten damals“ gibt es für 7,50 Euro im Kiosk Safak in der Freidingstraße oder unter (0511) 9523073.

Von Simon Benne

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