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Hannover Künstler Lüpertz weist Kritik zurück
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12:37 19.09.2018
Der Künstler und der Mäzen: Markus Lüpertz (l.) mit Altkanzler Gerhard Schröder im Jahr 2013 in der hannoverschen Kestnergesellschaft. Foto: Peter Steffen/dpa Quelle: dpa
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Hannover

Er ist ein Malerstar. Ein an Beifall gewöhnter Exzentriker. Und er ist einer der renommiertesten Künstler Deutschlands. Dass es in Hannover nun Widerstand gegen ein Werk von seiner Hand gibt, erfüllt Markus Lüpertz mit Unverständnis. Der Plan, ein von ihm entworfenes Buntglasfenster in der Marktkirche zu installieren, liegt derzeit auf Eis – zum Ärger des Künstlers. „Ich will die Kirche ja nicht umbauen, ihre Architektur wird durch das Fenster überhaupt nicht verändert“, erklärte er jetzt gegenüber der HAZ: „Ich verändere nicht einmal die Maße des Fensters – und die schmucklosen Glasscheiben aus der Nachkriegszeit sind ja wohl kaum schutzwürdig.“

Unter anderem hat sich Georg Bissen, Stiefsohn des Nachkriegsarchitekten Dieter Oesterlen, gegen Lüpertz’ Entwurf eines Buntglasfensters ausgesprochen. Da Bissen auch Urheberrechtserbe Oesterlens ist, könnte er die Realisierung des sogenannten Reformationsfensters, das neben einer Luther-Figur auch fünf große Fliegen zeigt, möglicherweise verhindern. „Es wäre absurd, wenn man der Kirche den Einbau eines Glasfensters verbieten würde“, sagt Lüpertz. Architekt Oesterlen sei ein kunstsinniger Mann gewesen: „Mein Fenster zu verhindern, wäre sicherlich nicht in seinem Sinne gewesen.“

Anders als von Denkmalschützern befürchtet, würde das Buntglasfenster, das Altkanzler Gerhard Schröder der Marktkirche schenken möchte, den Raum auch nicht verdunkeln: „Der Entwurf ist hell, die Luther-Figur ist ganz in Weiß gehalten“, versichert Lüpertz. Er sei damit einverstanden, dass Vertreter der kirchlichen Denkmalpflege bei der Produktion der Glasscheiben dabei sind.

Kirchen müssten Orte vitalen Lebens sein und am kulturellen Geschehen teilnehmen, sagt der Künstler, der selbst zum Katholizismus konvertiert ist: „Da kann es nicht bunt und fröhlich genug sein.“ Dass Kritiker seinem Fenster den spirituellen Tiefgang absprechen, kann er nicht nachvollziehen: „Es ist Hybris, anderen sagen zu wollen, wie man andächtig ist.“ Auch den Einwand, es hätte in der Gemeinde eine Urabstimmung über die Fenstergestaltung geben müssen, weist er zurück: „In der Kunst gibt es keine Demokratie.“

Von Simon Benne

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