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Hannover Streit um Café Waldkauz zwischen Pächter und Verpächter eskaliert
Nachrichten Hannover Streit um Café Waldkauz zwischen Pächter und Verpächter eskaliert
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16:47 06.09.2019
Keine rustikale Küche mit „Eichsfelder Bierpfeffer nach Oma Berta" mehr: Der Waldkauz in Marienwerder ist zurzeit geschlossen. Quelle: Foto: Alexander Körner
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Marienwerder

Seit mehr als einem Monat ist der Waldkauz geschlossen. Haben sich die Pächter verkalkuliert, oder hat der Verpächter selbst zum Aus des Restaurants in Marienwerder beigetragen? Über diese Frage streiten aktuell beide Parteien. An der Speisekarte im Außenbereich des Lokals hing noch bis vor Kurzem ein Zettel mit Vorwürfen gegen den Verpächter Michael Hundertmark. „Pächter/in als Sklaven, falsche Behauptungen“ hieß es unter anderem auf dem handgeschriebenen Schriftstück, von dem mittlerweile nur noch ein paar Papierfetzen geblieben sind. Wer den Aushang dort hinterließ, ist unklar.

Betriebsführung der vorigen Pächter nicht länger toleriert

Bereits seit über einem Monat sind die Türen des Cafés und Restaurants verschlossen. Auch im Biergarten tummeln sich keine Gäste. „Die Pächter haben lange Zeit die Buchführung vernachlässigt – das hat mir auch die Steuerberaterin so gespiegelt“, wehrt sich Hundertmark gegen die Beschuldigungen. „Irgendwann kommen eben das Finanzamt und die Versicherungen. Dann wird eine Maschinerie eingeleitet, und entweder man legt das Geld direkt auf den Tisch oder wird am Ende überrollt.“ In einem weiteren Aushang, den Hundertmark selbst an der Tür des Waldkauz anbrachte, steht deshalb, dass die Betriebsführung der vorigen Pächter nicht länger toleriert werden konnte.

Waldkauz folgte auf De Luxe

2014 löste das Café Waldkauz an der Garbsener Landstraße das China-Restaurant De Luxe ab und hat seitdem Fans der traditionellen deutschen Küche angelockt. Zeitweise führte Michael Hundertmark dort selbst die Gastronomie. „Zu dieser Zeit habe ich gesunde Umsätze gemacht“, erinnert er sich. „Dafür bin ich aber auch früh morgens hingefahren und spät abends erst zurück. Die Pächter sind dagegen oft erst gegen halb zwölf gekommen.“

Grund des Streits: Verkauf des Lokals

Eine gänzlich andere Sicht auf die Schließung des Waldkauz vertritt dagegen Sedat Uckac, der noch bis vor einem Monat gemeinsam mit seiner Ehefrau das Lokal führte. Aus seiner Sicht sind die Dinge komplizierter. Ins Rollen gekommen sei der Streit, als Michael Hundertmark den Waldkauz verkauft habe – dem Käufer aber verschwiegen habe, dass er Uckac eine Pachtminderung zugestanden habe. Laut ehemaligem Pächter musste Hundertmark den Waldkauz zurückkaufen, als der neue Besitzer von der Minderung erfuhr.

Während des laufenden Betriebs Schlösser ausgetauscht

Als es dann zwischen Hundertmark und den Pächtern zum Streit kam, habe Hundertmark während des laufenden Betriebes die Schlösser ausgetauscht. „Das alles hat dem Laden geschadet, wir kamen zeitweise nicht mehr ins Lokal rein und haben während dieser Tage hohe Verluste gemacht“, erklärt Uckac. „Ich habe dann eine einstweilige Verfügung gegen Hundertmark erwirkt.“ Geholfen habe das aber nicht.

„Die Schlösser habe ich austauschen lassen, damit nicht noch Möbel entwendet werden können“, begründet dagegen Hundertmark sein Verhalten. „Klar ist aber, dass zum wiederholten Mal Insolvenz angemeldet wurde und selbst die Mitarbeiter am Ende nicht mehr bezahlt wurden – deshalb musste der Waldkauz schließen.“

Gespräche laufen

Versöhnen werden sich Hundertmark und die ehemaligen Pächter wohl nicht mehr. Geschlossen allerdings bleibt das Lokal in Marienwerder nicht mehr lange, meint Hundertmark. „Gespräche mit potenziellen neuen Pächtern sind bereits im Gang.“ Dass Sedat Uckac und seine Frau den Waldkauz künftig nicht mehr führen werden, bedauert Uckac nicht. „Wir haben den Waldkauz gerne geführt, waren mit den Gästen per Du und hatten viel Freude an der Arbeit“, sagt Uckac. „Doch meine Frau hat sehr unter den Streitereien gelitten, und nun wollen wir zur Ruhe kommen.“

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Von Nina Hoffmann

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