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Hannover Ausstellung bittet zu Tischgesprächen mit Luther
Nachrichten Hannover Ausstellung bittet zu Tischgesprächen mit Luther
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14:35 14.02.2019
„Eine Ausstellung für alle Sinne“: Marion Wrede zeigt die Luther-Schau in der Marktkirche. Quelle: Moritz Frankenberg
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Hannover

Was für eine Frage: „Bin ich gut genug?“ In Zeiten von Leistungsdenken und Selbstoptimierung kann solcherlei Unsicherheit schon am Selbstbewusstsein nagen. Die Frage steht auf einer Texttafel in der Ausstellung „Tischgespräche mit Martin Luther“, die jetzt in der Marktkirche zu sehen ist. Und daneben steht eine mögliche Antwort von Luther höchstselbst: „Ich glaube, dass mich Gott erschaffen hat“, heißt es im Kleinen Katechismus von 1529. Das kann ein verzagtes Gemüt schon aufrichten.

An zehn Stationen verhandelt die Ausstellung mit spielerischer Leichtigkeit große Themen wie Schuld und Vergebung, Glaube und Freiheit. „Es ist eine Ausstellung, die alle Sinne anspricht“, sagt Marion Wrede. Die Kirchenpädagogin hat die ursprünglich vom Kirchenkreis Neustadt-Wunstorf konzipierte Wanderausstellung nach Hannover geholt. Besucher dürfen Luther-Kekse essen, eine Luther-Rose puzzeln und Luthers Abendsegen auf Postkarten mit nach Hause nehmen.

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Ausstellung zum Mitmachen

An zehn Stationen gibt es jeweils eine Leitfrage: Bei „Kann ich mir ins Gesicht sehen?“ liegen Spiegel aus; dazu prangt auf einer Wand der Luther-Spruch „Das Gericht ist nichts anderes, als dass sich ein Mensch selber erkenne.“ An einer Station zum Thema Schuld dürfen Besucher Steine an einem Holzkreuz ablegen, an Hörstationen gibt es Bibelgeschichten oder einen Protestsong von Konstantin Wecker. Und zur Frage „Was glaube ich?“ kann jeder mit Wörtern auf einer Magnetwand sein eigenes Credo komponieren.

Mit Luthers historischen Tischgesprächen hat die ausgesprochen originelle Mitmachausstellung wenig zu tun, dafür umso mehr mit Selbstreflexion und Gewissenserforschung. Und an der Station „Wofür trete ich ein?“ dürfen Besucher mit Hammer und Nagel eigene Thesen an eine Tür nageln. Auch das hat in der evangelischen Kirche ja eine gewisse Tradition.

Die Ausstellung ist bis zum 27. Februar jeweils von 10 bis 18 Uhr zu sehen. Führungen für Schulklassen und Konfirmandengruppen nach Absprache unter (05 11) 98 43 70 65.

Von Simon Benne