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Hannover Sozialer Wohnungsbau für das Bumke-Gelände gefordert
Nachrichten Hannover Sozialer Wohnungsbau für das Bumke-Gelände gefordert
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13:31 12.07.2019
Rund 50 Bürger verlassen das Forum, bevor auch nur ein inhaltliches Wort über mögliche Bebauungen des Bumke-Grundstücks am Engelbosteler Damm gefallen ist. Quelle: Foto: Katrin Kutter
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Nordstadt

Es geht um die Zukunft des Geländes des Elektro- und Sanitärgroßhandels Bumke am Engelbosteler Damm. Und dabei wollen viele mitreden. „Zukunft E-Damm 5+9“ haben die Initiatoren das Verfahren genannt, mit dem sich Bürger an den Planungen zur Zukunft des Areals beteiligen können. Bei der zweiten Veranstaltung Ende Juni in der Christuskirche, bei der Bürger, Initiativen, Stadt und Bauherr samt Architekten zu Wort kommen, sind weniger Besucher erschienen als im März – diese allerdings mit genauen Vorstellungen. Und die Gruppe derjenigen, die mit klaren Worten die Ernsthaftigkeit des Beteiligungsverfahrens anzweifeln, ist gewachsen. Nach einigen Wortbeiträgen verlässt eine Gruppe von rund 50 Bürgern die Kirche, bevor auch nur ein inhaltliches Wort über mögliche Bebauungen des Grundstücks gefallen ist.

Einladung zur Mitbestimmung

Helmut Kummer, Geschäftsführer von Theo Gerlach Wohnungsbau, betont, dass die Veranstaltung eine Chance sei, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Firma hatte das 8200 Quadratmeter große Areal Ende 2017 vom Elektro-, Heizungs- und Sanitärgroßhandel Hermann Albert Bumke gekauft, einem hannoverschen Traditionsunternehmen, das wegen der beengten Verhältnisse und nicht mehr zeitgemäßen Gewerbebauten spätestens im kommenden Jahr umziehen will. Dann soll am E-Damm neuer Wohnraum entstehen. Baudezernent Uwe Bodemann bekräftigt, dass der Rat der Stadt zwar das letzte Wort habe, allerdings zuvor auch ein paar inhaltliche Ansprüche der Bürger erfahren und diskutieren möchte. „Sie können hier Ihre Forderungen formulieren, das ist eine Einladung zur Mitbestimmung.“

Die InitiativeBumke selber machen“ hat dazu ein paar klare Ansagen – vor allem an die Stadt: „Wir haben aber ganz andere Vorstellungen als der Investor – das betrifft sowohl das Beteiligungsverfahren als auch die bisherigen Ideen für die Bebauung“, erklärt Birgit Ohlendorf. Die Initiative kritisiert, dass die Bürger an einem Beteiligungsverfahren teilnehmen sollen, bei dem ihren Meinungen zwar angehört werden, es aber keine Zusagen darüber gibt, dass diese auch tatsächlich Beachtung finden werden. Die Initiative fordert unter anderem die Aufnahme der Gemeinnützigkeit des gesamten entstehenden Wohnraums in den städtebaulichen Vertrag. Die Mieten sollen dauerhaft günstig sein.

Architekt erteilt quasi Absage

Außerdem solle es eine offene Prüfung möglicher Umnutzungen bereits bestehender Gebäude mit dem Ziel der Kostenreduzierung geben. Diesem Ansinnen hat Sven Mertens, Architekt der Gruppe ONP, allerdings gewissermaßen bereits eine Ansage erteilt. „Aus Gründen des Brandschutzes, der Lichtverhältnisse, der Barrierefreiheit sowie der Bauweise mit unterschiedlichen Geschosshöhen ist ein Umbau zu Wohnraum im Bestand nicht zuletzt wirtschaftlich schwer darstellbar“, erklärte er bei der Veranstaltung. Alles spreche für Abriss.

Dass auf dem Bumke-Gelände nachhaltig gebaut werden soll und neben bezahlbarem Wohnraum auch gemeinnützige Flächen entstehen sollen, eint Planer, Investor und Anlieger. Konkrete Pläne indes liegen noch in weiter Ferne. „Wir entwerfen hier nur Szenarien, etwa, wie dicht oder wie hoch das Areal bebaut werden könnte“, so Mertens. Oder ob wirklich für jede Wohnung ein PKW-Stellplatz vorgehalten werden soll und ob das dann in einer Tiefgarage geschieht. Auch der Prozentsatz an Sozialwohnungen ist nicht in Stein gemeißelt. Grundsätzlich sollen 30 Prozent bei einem neuen Wohnprojekt errichtet werden. „Es könnten in der Nordstadt aber auch 50 Prozent werden“, sagt Baudezernent Bodemann. All das solle der Beteiligungsprozess begleiten. „Wir wollen Anregungen in räumliche Konzepte umwandeln“, erklärt Moderator Klaus Overmeyer von Urban Catalyst, der auch schon den Beteiligungsprozess anlässlich der Steintorbebauung geleitet hat.

Eigentümer hat Vetorecht

Bis Ende Oktober soll ein tragfähiges Konzept als Grundlage für die Bebauungsplanung und den Vertrag zwischen Stadt und Eigentümer vorliegen. In Arbeitskreisen gestalten Anlieger, Vertreter aus Politik, Stadt sowie des Eigentümers und Experten mögliche Szenarien, auch die InitiativeBumke selber machen“ ist vertreten. Sie haben hier die Gelegenheit, Ihren Input zu geben, schlussendlich entscheidet allerdings der Rat“, betont Bodemann. Und der Eigentümer hat ein Vetorecht.

Von Susanna Bauch

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