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Hannover Steuern, Fachkräfte, Standortqualität: Das sagen die OB-Kandidaten zu Wirtschaftsthemen in Hannover
Nachrichten Hannover Steuern, Fachkräfte, Standortqualität: Das sagen die OB-Kandidaten zu Wirtschaftsthemen in Hannover
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11:51 27.09.2019
Marc Hansmann (SPD, von links), Eckhard Scholz (CDU) und Belit Onay (Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: Moritz Frankenberg
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Manuel Behrens

Wie stellen sich die aussichtsreichsten Oberbürgermeisterkandidaten von SPD, CDU und Grünen die wirtschaftliche Entwicklung Hannovers vor? Diese Frage sollten Marc Hansmann (SPD), Eckhard Scholz (CDU) und Belit Onay (Grüne) am Dienstag vor rund 180 hannoverschen Unternehmern und Firmenchefs im Haus der Industrie- und Handelskammer beantworten. Bei der Podiumsdiskussion vor der Oberbürgermeisterwahl (Sonntag, 27. Oktober) standen die Themen Steuern, Standortentwicklung, Fachkräftemangel aber auch Verkehr auf dem Themenzettel.

Anheben oder senken? Das sagen die Kandidaten zur Gewerbesteuer

Die künftige Entwicklung der Gewerbesteuer unter dem neuen Oberbürgermeister dürfte den Unternehmern und Firmenchefs besonders interessiert haben: Müssen sie mit höheren Abgaben rechen? Hansmann, Scholz und Onay waren sich in diesem Punkt einig. Eine Anhebung plant keiner der Kandidaten. „Zumindest nicht in meiner ersten Amtszeit“, schob Ex-Stadtkämmerer Hansmann nach. „Die Belastung für die Industrie ist derzeit hoch genug, deswegen wird es keinen höheren Steuersatz geben“, sagte CDU-Kandidat Scholz. Das sah auch Belit Onay so: „Wir müssen investieren, etwa in Wohnungen – aber ich bin gegen eine Steuererhöhung.“

Standortentwicklung: Wie kann Hannover neue Gewerbeflächen schaffen? Und wo?

Dass in und um Hannover neue Gewerbeflächen entstehen sollen – auch in diesem Punkt waren sich die OB-Kandidaten einig. Wie dieses Vorhaben umgesetzt werden soll, dabei gingen die Meinungen auseinander. Ex-VW-Nutzfahrzeuge-Chef Eckhard Scholz setzt bei diesem Vorhaben auf Geschwindigkeit: „Die Abhandlung von Bauanträge in Hannover ist eine Katastrophe.“ Flächen müssten schneller ausgewiesen und vermittelt werden. Grünen-Politiker Onay setzte dem Tempo den Aspekt der Nachhaltigkeit entgegen.

Am 27. Oktober wird in Hannover ein neuer Oberbürgermeister gewählt. Quelle: Moritz Frankenberg

Als möglichen Standort führte Marc Hansmann den Umbau des Lindener Hafens an: „Ein großer Teil der Fläche liegt brach.“ Ansässige Unternehmen sollen umgesiedelt werden, und Platz für neue Betriebe machen. Der Vorstand von Enercity plant außerdem Wohnraum rund um den Kanal zu schaffen. „Wir müssen bauen, bauen, bauen“, so Hansmann. Als umstrittener aber möglicher Standort kam auch die A2-nahe Schwarze Heide in Stöcken zur Sprache. Während sich Scholz und Hansmann klar für die Ansiedlung von Unternehmen aussprachen, entgegnete Onay: „Dieses Gebiet ist wichtig für die Frischluftzufuhr in die Stadt. Die Schwarze Heide zu bebauen, wäre sehr unattraktiv.“

Wie lockt man dringend benötigte Fachkräfte nach Hannover?

Das Image von Hannover muss aufpoliert werden, um dringend benötigte Fachkräfte in die Stadt zu locken – mit dieser These von Eckhard Scholz waren auch seine Konkurrent einverstanden. Und so entwickelten die drei Kandidaten quasi gemeinsam und auf der Bühne eine Idee, wie das funktionieren könnte. Scholz plädierte dafür die hohe Lebensqualität zu (noch) bezahlbaren Wohnpreisen als Aushängeschild zu präsentieren. Onay sagte, dass Hannover kein „aalglattes“ Image brauche: „Wir sind nicht arm, aber trotzdem sexy.“ Hansmann beteuerte erneut, dass mehr Zuzug nur dann möglich sei, wenn der entsprechende Wohnraum entsteht.

Doch die Zuwanderung könne nicht der einzige Weg sein, so Hansmann. „Hannover ist ein großer Universitätsstandort. Wir müssen dafür sorgen, dass die ausgebildeten Fachkräfte der Stadt auch nach dem Studium erhalten bleiben.“

Verkehr: Wie viel Auto darf’s denn sein?

Die Zukunft des Verkehrs spielt in den Wahlprogrammen aller drei Kandidaten eine zentrale Rolle: Onay will bis 2030 eine autofreie Innenstadt schaffen. Scholz stellt sich gegen Verbote und will stattdessen den öffentlichen Nahverkehr stärken. „Ich will nicht, dass die Stadt autofrei, aber autoärmer wird“, sagt hingegen Hansmann. Den Unternehmern sagen sie: Dass es Fahrverbote für Zulieferer, Handwerker oder Paketdienste in der Fußgängerzone geben wird, das halten alle drei für unrealistisch. Firmen sollen weiterhin mit ihren Wagen in die City gelangen können.

Die OB-Wahl findet am Sonntag, 27. Oktober, statt. Sollte keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erringen, gehen die beiden Bewerber mit den meisten Stimmen in eine Stichwahl. Dann müssen die Hannoveraner am 10. November noch einmal an die Urnen.

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