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Hannover Straße In der Rehre: Umbau startet mit Verspätung
Nachrichten Hannover Straße In der Rehre: Umbau startet mit Verspätung
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10:00 12.07.2019
Oberricklingen/Wettbergen

Jetzt im Juli soll der Umbau der Wettberger Straße In der Rehre langsam in Schwung kommen – gut einen Monat später als geplant. Mehrere Anwohner äußerten sich in der jüngsten Sitzung des Bezirksrats Ricklingen verärgert darüber. „Man bereitet sich ja auch auf geplante Sperrungen vor“, kritisierte ein Besucher. Mit den Bauarbeiten einher gehen auch Umleitungen sowie Pläne für weniger Schleichverkehr im benachbarten Oberricklingen. Letztere sind nach wie vor umstritten.

Vor allem Anlieger der Straße Am Grünen Hagen fürchten eine Zunahme des Schleichverkehrs, wenn die Wettberger Trasse umgebaut wird. Dort finde man das geplante Taschensystem nicht übel, betonte ein Anwohner. Wie berichtet will die Stadt im gesamten Quartier mehrere Barrieren und ein neues System an Einbahnstraßen während der Bauphase einrichten. Damit will sie Durchreisende zwingen, die offiziellen Umleitungen über die Bundesstraßen 217 und 65/6/3 zu nutzen. Die Sperrungen sind an den Kreuzungen der Straße Am Sauerwinkel mit Am Wullwinkel sowie Am Grünen Hagen und an den Kreuzungsbereichen der Bartold-Knaust-Straße mit Menzel- sowie Schnabelstraße vorgesehen. Dagegen protestieren wiederum andere Anwohnerinitiativen. Sie befürchten ein Verkehrschaos.

Ein Schild an der B3 in Hemmingen-Westerfeld weist auf die Stadtbahnverlängerung hin. Quelle: Andreas Zimmer

CDU und AfD verlangten, dass die Stadt auf das Taschensystem verzichtet; die Christdemokraten schlugen vor, dass stattdessen lediglich die Verbindung zwischen Bergfeldstraße und Am Grünen Hagen gekappt wird. Auch der SPD ist das Taschensystem suspekt. Sie schlug vor, dass per Ausschilderung ebenfalls die Verbindung über die Bergfeldstraße für den Durchgangsverkehr erschwert wird. Die Stadt wiederum bezweifelt den Erfolg dieser Vorschläge. Der Bezirksrat konnte sich auf keinen Beschluss einigen und verschob die Entscheidung. Über die Pläne der Stadt sowie die Ideen der Fraktionen soll noch einmal gründlich nachgedacht werden.

Viele Bauarbeiten gleichzeitig

Gut ein Jahr lang erneuert die Stadt die Straße In der Rehre in mehreren Bauabschnitten. In dieser Zeit bleibt jeweils ein Bauabschnitt der Trasse für den Verkehr voll gesperrt. Prekär wird die Lage für Autofahrer auch deshalb, weil gleichzeitig die Bauarbeiten für die neue B-3-Umgehung für Hemmingen sowie die neue Stadtbahntrasse – ebenfalls nach Hemmingen – entlang der Göttinger Chaussee stattfinden. Im Frühjahr 2020 soll die B-3-Ortsumgehung zwischen Ricklingen und dem Ortsausgang Arnum für den Verkehr freigegeben werden, der Bau der Stadtbahntrasse soll bis Ende 2023 dauern.

Hinzu kommen weitere Behinderungen wie jüngst die Sanierung des Hochbahnsteiges Am Sauerwinkel, wofür auch eine Abbiegerspur in die Springer Straße gesperrt war. Und ab Herbst will die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau am Landwehrkreisel eine zusätzliche Fahrspur einbauen. Einen konkreten Starttermin gibt es dafür noch nicht. Klar ist aber, dass die damit verbundenen Verkehrsbehinderungen zeitlich auch mit den Sperrungen an der Straße In der Rehre zusammenfallen. Damit wird die Umleitungsstrecke über die Bundesstraßen unattraktiv für Autofahrer. Sie werden sich Ausweichrouten suchen – auch über Oberricklingen, wenn sie nicht daran gehindert werden.

Kommentar: Eine komplexe Verkehrsidee

Straßensperrungen sind eine komplexe Sache, weil der Verkehr, der nicht mehr auf den gewohnten Routen rollen kann, sich auf andere Strecken verlagert. Die Sperrungspläne, die die Stadt jetzt für Oberricklingen vorgelegt hat, sind besonders komplex. Einerseits ist es eine gute Idee, durch eine Taschenlösung die Verbindungen im Viertel so zu kappen, dass es für auswärtige Autofahrer unattraktiv wird, sich wegen der Großbaustelle In der Rehre Schleichwege zu suchen. Andererseits weiß niemand, ob sich eben jene Autofahrer tatsächlich an die Vorgaben halten werden. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sie versuchen, statt der weiträumigen Umleitungen die kürzesten Stecken durchs Quartier zu nehmen – und dann im Taschenlabyrinth hin- und herkurven. Dass Anlieger das nicht wollen, ist verständlich. Eine einfache Lösung gibt es nicht. Auch der Bezirksrat hat weiter Beratungsbedarf. Das Problem sollte noch einmal ausführlich mit allen Verantwortlichen und Betroffenen diskutiert werden. Es ist zu komplex, um es übers Knie zu brechen.

Von Juliane Kaune

Von Marcel Schwarzenberger

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