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Hannover Pflegekasse schreibt an Verstorbenen
Nachrichten Hannover Pflegekasse schreibt an Verstorbenen
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06:00 10.05.2019
"Sinn für schwarzen Humor": Gertrud Timmermann. Quelle: Simon Benne
Hannover

Es ist ein makaberer Vorgang: Stefan Timmermann (Name geändert) litt an Krebs, im vergangenen Monat erlag der 66-Jährige seiner Krankheit. Am Tag nach seiner Beerdigung jedoch bekam der Verstorbene Post von der Pflegekasse. Seine Angehörigen hatten die DAK längst über seinen Tod informiert. Dennoch schickte diese nun ein Schreiben, dass an den Toten selbst adressiert war. Darin kondolierte die DAK dem Verstorbenen zu seinem eigenen Ableben: „Sehr geehrter Herr Timmermann“, heißt es in dem Schreiben, „zum Tode von Stefan Timmermann sprechen wir Ihnen unsere Anteilnahme aus.“

DAK entschuldigt sich

„Mein Mann hatte einen ausgeprägten Sinn für schwarzen Humor, vermutlich hätte er mit mir herzlich darüber gelacht“, sagt seine Witwe Gertrud Timmermann. Auch sie heißt in Wirklichkeit anders, möchte ihren Namen jedoch nicht in der Zeitung lesen. Bereits im März hatte sie einen Antrag auf Festlegung eines Pflegesatzes bei der DAK gestellt, mit dem Hinweis, dass ihr schwer kranker Mann Palliativpatient sei und daher besondere Eile geboten erscheine. „Seitdem tat sich nichts“, sagt die 63-Jährige, die in der Region Hannover lebt – bis dann nach der Beerdigung ihres Mannes der makabere Brief kam.

Der DAK ist der Vorfall offenkundig peinlich. Ihr Sprecher Rainer Lange bedauert den Fehler gegenüber der HAZ: „Hier ist etwas passiert, was nicht geschehen soll“, sagt er. Man habe die Witwe in aller Form um Entschuldigung gebeten.

Immerhin wird dem verstorbenen Stefan Timmermann in dem Schreiben mitgeteilt, dass er Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 2072,30 Euro hat. Gegen diese Entscheidung könne er binnen eines Monats auch Widerspruch einlegen, heißt es in dem Brief. „Dass mein verstorbener Mann Widerspruch einlegt, ist ja nicht sehr wahrscheinlich“, sagt seine Witwe sarkastisch. „Ich müsste schon versuchen, den Brief in den Himmel zu faxen, doch ich weiß nicht, ob er dort ankommt.“

Von Simon Benne

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