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Hannover Tote 93-Jährige obduziert: Polizei geht von Verbrechen aus
Nachrichten Hannover Tote 93-Jährige obduziert: Polizei geht von Verbrechen aus
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17:31 13.05.2019
Trotz Spurensuche am Fundort und Obduktion der Leiche kann die Polizei auch am Montag noch immer nicht sagen, ob die 93-Jährige einem Verbrechen zum Opfer fiel. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

Gisela W. ist offenbar das Opfer eines Verbrechens geworden. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montagnachmittag mitteilten, ermitteln sie nun wegen eines Tötungsdelikts. Die Nichte der 93-Jährigen hatte die Leiche am Sonntagmorgen in der Wohnung an der Kestnerstraße (Südstadt) entdeckt. Auch wenn die Todesursache laut Obduktion zwar durchaus natürlich erscheine, habe man sich zu dem Schritt entschlossen. „Die Frau starb an Herzversagen“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. „Doch das kann letztlich alles bedeuten.“ Es gebe zudem weitere Punkte, die laut Kriminalpolizei für ein Verbrechen sprechen. Detaillierter wird Klinge mit Blick auf die laufenden Ermittlungen aber nicht. „Da wir noch nichts genauer wissen, wollen wir nichts ausschließen“, sagt er.

Tote wurde in der Küche entdeckt

Laut Klinge lag die 93-Jährige tot in der Küche auf dem Fußboden, die Gesamtsituation habe bei den Ermittlern Fragen aufgeworfen. „Es deutet alles ein bisschen darauf hin, dass es kein natürlicher Tod war“, sagt der Oberstaatsanwalt. Aus diesem Grund wurden noch am Sonntag Spurensicherung und Gerichtsmedizin zum Fundort gerufen. Gleichzeitig befragte die Kriminalpolizei sowohl die 61-jährige Nichte als auch die übrigen Bewohner des Mehrfamilienhauses. Da seitens der Gerichtsmedizin zunächst vor Ort kein endgültiges Urteil über die Todesumstände gefällt werden konnte, wurde die Leiche von Gisela W. noch am Sonntagabend obduziert.

Die Polizei sucht Zeugen, die Gisela W. zuletzt lebend gesehen haben. Quelle: Polizei

Eine Mieterin beschrieb die 93-Jährige am Sonntag gegenüber der HAZ als „liebe, alte Dame“, die schwerhörig war, alleine lebte und seit mehr als einem Jahrzehnt an der Kestnerstraße wohnte. Die Polizei bittet nun um Zeugenhinweise, wer Gisela W. zuletzt lebend gesehen hat. Bekannt ist nach Angaben der Ermittler bislang bloß, dass die 93-Jährige am vergangenen Dienstag in einem Supermarkt an der Marienstraße einkaufen war. Dabei trug die 1,56 Meter große Seniorin einen auffälligen beige-braunen Wollmantel und eine lilafarbene Mütze. Sie hatte eine rosafarbene Einkaufstasche und eine rote Stofftasche mit Blumenmuster bei sich. Die Kriminalpolizei ist unter Telefon (0511) 109 55 55 erreichbar.

Polizei prüft Zusammenhänge zu alten Fällen

Oberstaatsanwalt Klinge betont allerdings, dass es „keinerlei Anhaltspunkte“ gebe, die den jetzigen Fall mit den Überfällen auf Senioren in Hainholz und Stöcken im November 2016 und Mai 2017 in Verbindung bringen. Dabei starben damals eine 91-Jährige und ein 96-Jähriger, eine weitere Frau lag lange Zeit im Koma und lebt inzwischen in einem Pflegeheim. Im August 2018 gründete die Polizei deshalb die Ermittlungsgruppe Kranich, die die Fälle neu aufrollen soll. Laut Klinge arbeiten die Beamten aber auch im jetzigen Fall eng zusammen, um nichts zu übersehen.

Von Peer Hellerling

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