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Hannover Unfallstatistik: Zahl der Autobahntoten rasant gestiegen
Nachrichten Hannover Unfallstatistik: Zahl der Autobahntoten rasant gestiegen
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16:52 29.03.2019
Die Polizeidirektion Hannover hat ihre Unfallzahlen für 2018 präsentiert. Vor allem auf der Autobahn 2 kommt es weiterhin zu schweren und tödlichen Zusammenstößen. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa
Hannover

Die Zahl der Unfälle in der Zuständigkeit der Polizeidirektion Hannover ist 2018 erstmals seit drei Jahren wieder rückläufig. Insgesamt registrierten die Beamten in der Region 36.721 Zusammenstöße, 2017 lag der Wert noch bei 37.324 Kollisionen. Dem erfreulichen Trend steht allerdings gegenüber, dass die Zahl der Verletzten und Getöteten deutlich gestiegen ist. „Diese negative Entwicklung bereitet uns Sorgen“, sagte Hannovers Polizeivizepräsident Jörg Müller bei der Präsentation des jährlichen Verkehrssicherheitsberichts. Wurden 2017 noch 6163 Menschen verletzt und 47 getötet, waren es im vergangenen Jahr 6562 Verletzte und 48 Tote. Der Trend entspricht den Beobachtungen auf Landesebene.

Todesfälle auf der A 2 rasant gestiegen

Besonders im Fokus steht in Hannover erneut die Autobahn 2. Dort starben 13 Menschen, 2017 waren es bloß drei. Fünf weitere Menschen starben auf den anderen Autobahnen der Region. „In 80 Prozent der tödlich verlaufenen Verkehrsunfälle auf der Autobahn 2 wurde als Ursache ein Auffahren auf ein stehendes oder vorausfahrendes Fahrzeug erfasst“, sagte Müller. Laut Statistik saßen zehn der getöteten Menschen in Lastwagen. Besonders unfallträchtig war laut Polizei der A-2-Abschnitt zwischen Hämelerwald und Lehrte. „Aus diesem Grund haben wir 2018 unsere täglichen Kontrollen weiter intensiviert“, sagte Müller. Die Beamten stellten dabei in ihrem Zuständigkeitsbereich 9000 Tempo- und 2500 Abstandsverstöße fest.

Schon 2018 hatte die Polizei darauf gedrängt, die Zahl der Baustellen und deren Dauer zu verbessern – das soll sich auch dieses Jahr nicht ändern. „Wir wünschen uns weiterhin, dass die Baustellenzeiten verkürzt werden“, sagte Wolfgang Horn, Leiter des Zentralen Verkehrsdienstes, am Freitag. Gleichzeitig plädieren die Beamten dafür, trotz der Arbeiten möglichst viele Spuren für den Verkehr offen zu halten – täglich rollen 130.000 Fahrzeuge über die A 2, darunter 30.000 Lkw. „Staus müssen unbedingt vermieden werden“, sagte Horn. Lkw-Fahrer übersehen häufig das Ende, „weil sie mit ihren Gedanken woanders sind“. Immerhin: 2019 seien bislang keine großen Bauarbeiten auf der A 2 geplant.

Ablenkung am Steuer großes Problem

Ebenfalls weiter in den Fokus rückt das Thema Ablenkung. Nach Schätzung der Polizei waren 36 Prozent der 44 tödlichen Unfälle darauf zurückzuführen, dass nicht ausreichend auf den Verkehr geachtet wurde – sei es durch den schnellen Blick aufs Smartphone oder das Anzünden einer Zigarette. Drei Sekunden Unachtsamkeit bei Tempo 50 bedeuten 42 Meter Blindflug. „Wir nehmen verstärkt zur Kenntnis, dass vor allem auch Fußgänger durch ihr Handy abgelenkt waren“, sagte Müller. Beispielsweise Stadtbahnen konnten häufig erst im letzten Moment durch Klingeln auf sich aufmerksam machen.

Als weiteren Risikobereich hat Müller erneut die Radfahrer ausgemacht – insbesondere Senioren auf Pedelec-Rädern. „Man kommt mit diesen Gefährten ganz schnell auf hohe Geschwindigkeiten“, sagte er. Gepaart damit, dass Senioren immer mobiler werden, steigen auch die Unfallzahlen. Waren 2017 noch 110 Zusammenstöße unter Beteiligung eines Pedelec in der Statistik erfasst, waren es im vergangenen Jahr bereits 189. Erneut starben dabei drei Pedelec-Fahrer. Insgesamt verunglückten in der Region zuletzt 2057 Radfahrer (2017: 1869), sieben kamen ums Leben (8). Die Zahl der insgesamt im Straßenverkehr verunglückten Senioren stieg von 808 auf 915.

Polizei bietet Pedelec-Kurse an

Um die Älteren auf die Gefahren von Elektrorädern hinzuweisen, startet die Polizei im zweiten Quartal das Projekt „Pedelec fahren – aber sicher“. Im geschützten Umfeld sollen die Radler den Umgang mit den schnellen Gefährten lernen. Müller: „Viele Senioren haben nach Unfällen zu Protokoll gegeben, sie hätten nicht vermutet, dass ihre körperliche Leistungsfähigkeit so rapide sinkt.“ Die Reaktionszeit lasse nach, das Verletzungsrisiko steige. Gleichzeitig will die Polizei weiter gezielt Verstöße gegen Radler ahnden – etwa das Parken auf Radwegen. „Ich bin überzeugt, dass viele der Unfälle vermieden werden könnten, wenn sich die anderen richtig verhalten würden“, sagte Müller.

Das Erfreulichste des Berichts: Die Zahl der verunglückten Kinder ist von 459 auf 410 gesunken (-10 Prozent). Lediglich ein Kind starb, dabei handelte es sich um den an der Kreuzung Vahrenwalder Straße/Industrieweg von einem Lkw überrollten elfjährigen Jungen. Auch die Unfälle auf Schulwegen sind zurückgegangen. Waren es 2017 noch 120 Zwischenfälle, waren es im vergangenen Jahr nur noch 95 – davon 59 im Umland und 36 in Hannover.

Mehr als 60.000 Verkehrsverstöße

Die Polizei Hannover hat 2018 mehr als 60.000 Verkehrsverstöße festgestellt. Darunter sind allein 49.243 Tempovergehen. 19.557 der Raser wurden mit Bußgeldstrafen belegt – ein Plus von 3,1 Prozent. Den Großteil (29.686 Taten) machten allerdings kleinere Tempoverstöße im Bereich der Ordnungswidrigkeiten aus. Hier ging die Zahl sogar um fast 30 Prozent zurück. Allerdings sind die Autofahrer nicht ehrlicher geworden: Der polizeieigene Blitzer wurde vielmehr im Juli 2018 bei einem Unfall zerstört. „Das hat uns ins Hintertreffen gebracht“, sagt Polizeivizepräsident Jörg Müller.

Auf Platz drei der häufigsten Vergehen im Straßenverkehr rangiert das Handy am Ohr. Die Polizei überführte 2018 insgesamt 8115 Menschen, die während der Fahrt telefonierten oder auf das Smartphone schauten – eine Zunahme um sechs Prozent. Hannovers Verkehrsüberwacher stoppten zudem 1703 Fahrer, die unter Alkoholeinfluss standen (+4,5 Prozent), und 1101 Menschen, die Drogen konsumiert hatten (-4,8 Prozent).

Von Peer Hellerling

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